Neue Stützpunkte sollen entstehen

MAN investiert 300 Millionen Euro in europäisches Servicenetz

Apps und Künstliche Intelligenz sollen bei MAN künftig die durchgängige Digitalisierung des Werkstattbesuchs unterstützen.  Foto: MAN

Unternehmensangaben zufolge zählt MAN zurzeit rund 1.200 eigene und Partnerbetriebe mit etwa 7.000 Beschäftigten in ganz Europa. In Deutschland umfasst das Netz den Verantwortlichen zufolge über 340 Standorte. Im Rahmen der angekündigten Investitionen sollen nun neue Stützpunkte entstehen und vorhandene Standorte modernisiert werden. Zudem ist geplant, die regionale Abdeckung zu optimieren und die Servicequalität zu verbessern, insbesondere im Bereich der E-Mobilität. Auch sollen die Wege in die Werkstätten deutlich kürzer werden. Ziel ist, dass nahezu 80 Prozent der Kunden nur noch eine Fahrzeit von unter 30 Minuten zum nächsten MAN-Servicestandort haben. Zu den wichtigsten Märkten, in denen dieses Ziel noch vor 2030 erreicht werden soll, gehören laut Unternehmensangaben die DACH-Region sowie Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Polen und die Türkei. In einzelnen besonders logistikintensiven Regionen soll das Ziel unter anderem auch durch die Eröffnung von durchschnittlich sieben neuen Niederlassungen pro Jahr erreicht werden.

„Neben unserer Vertriebsmannschaft sind unsere Werkstätten unser Gesicht für unsere Kunden. Unser starkes Netz ist ein Wettbewerbsvorteil. Den wollen wir weiter ausbauen. Deshalb investieren wir hier in den nächsten Jahren massiv, denn die Kombination von Produkt, Service und guter Qualität wird in den kommenden Jahren auch vor dem Hintergrund neuer Wettbewerber noch wichtiger. Wir wollen uns hier noch einmal deutlich stärker abheben und nachhaltig aufstellen“, so Friedrich Baumann, Vorstand für Sales und Customer Solutions bei MAN. „Das Nutzfahrzeuggeschäft ist im Vergleich zum Pkw deutlich komplexer und serviceintensiver. Die tägliche Verfügbarkeit der Fahrzeuge ist für unsere Kunden essenziell wichtig für ihr Geschäft. Um erfolgreich zu sein, müssen wir ganz nah an unseren Kunden sein und einen top Service bieten.“

Werkstätten sollen auf E-Mobilität vorbereitet werden

Die Vertriebs- und Servicestandorte sollen weiter an die Ansprüche der nachhaltigen Mobilität angepasst werden, um den stetig wachsenden Anteil an elektrifizierten Fahrzeugen auch in den Werkstätten bedienen zu können. Bereits im Verlauf des Jahres 2026 sollen zwei von drei Stützpunkten für die E-Mobilität vorbereitet sein. Daher soll rund ein Drittel der geplanten Investitionen von insgesamt rund 300 Millionen Euro in die Bereiche Elektromobilität und Digitalisierung fließen. Auch sind Investitionen in Schulungen für Mitarbeiter auf dem Gebiet der E-Mobilität vorgesehen. Die Digitalisierung der Werkstattprozesse soll ebenso vorangetrieben werden. Serviceberater und Monteure wurden daher bereits mit iPads ausgestattet, um Serviceaufträge, Dokumentationen und Kommunikation digital abzuwickeln. Apps und künstliche Intelligenz sollen künftig zudem die durchgängige Digitalisierung des Werkstattbesuchs unterstützen und für effizientere Abläufe und eine verbesserte Servicequalität sorgen.

Im Rahmen der Kooperation mit dem Energieunternehmen E.ON sollen MAN-Serviceniederlassungen mit öffentlich zugänglichen Ladepunkten für Elektro-Lkw ausgestattet werden. Insgesamt umfasst die Kooperation laut Konzernangaben bis zu 400 Ladepunkte an bis zu 170 Standorten in Europa, davon bis zu 125 Standorte allein in Deutschland. MAN betreibt zudem eigenen Angaben zufolge europaweit mehrere eigene Batteriereparatur-Zentren, unter anderem in Deutschland, Spanien, Belgien, Österreich und Italien. Weitere Länder sollen innerhalb der nächsten Monate angebunden werden. Bis 2030 ist geplant, das Netz an Batteriereparatur-Zentren weiter zu verdichten sowie alle europäischen Märkte zu erschließen.

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