Ayvens Mobility Guide 2026

Mittelfeldplatz für Deutschland in puncto E-Auto-Reifegrad

In puncto Lademöglichkeiten attestiert der Ayvens Mobility Guide 2026 Deutschland noch Nachholbedarf.  Foto: Pikselstock – stock.adobe.com

Basierend auf dem jeweiligen länderspezifischen Wert unterteilt Ayvens die untersuchten Nationen mit Blick auf ihren E-Auto-Reifegrad in drei Gruppen: Die 13 führenden Länder mit einer Punktzahl ab 60 Punkten aufwärts erhalten den Status „ausgebaut“ respektive „developed”. Mit 61 Punkten – und damit 2 weniger als noch 2024 – schafft Deutschland diese Schwelle nur knapp. Als „im Übergang“ („transitioning”) werden die Länder mit Werten zwischen 40 und 59 klassifiziert, was in der aktuellen Auswertung auf Irland (59), Griechenland (58), Italien (54), Spanien (53), Slowenien (46) und Ungarn (41) zutrifft. Weitere 11 Nationen erreichen weniger als 40 Punkte und werden somit in der dritten Gruppe zusammengefasst, die von Ayvens als „aufstrebend“ oder auch „emerging” bezeichnet wird. Hierzu zählen insbesondere Länder aus (Süd-)Osteuropa, wobei Serbien mit 19 von 100 möglichen Punkten am Ende der Liste rangiert. 

Andere Länder ziehen an Deutschland vorbei 

Mit Blick auf die Elektrifizierung des Fahrzeugbestands bestätigt damit auch der Ayvens Mobility Guide 2026 die führende Rolle von Nord- und Westeuropa. Primus Norwegen kann seine Bewertung gegenüber 2024 gar noch einmal um 11 Punkte steigern (93) und vergrößert so seinen Vorsprung. Dahinter schiebt sich Belgien (78/+8) vor die Niederlande (74/-6) auf Platz zwei. „Diese Länder profitieren von günstigen Steuerbedingungen, gut ausgebauten Ladenetzen und einer attraktiven Wirtschaftlichkeit von E-Autos”, heißt es seitens Ayvens. 

Eine positive Dynamik zeigt sich ferner bei Schweden (69/+7), Portugal (67/+7) und Frankreich (65/+5), die somit im Vergleich zu 2024 alle an Deutschland vorbeiziehen. „Die Verfügbarkeit von E-Autos ist nicht mehr das Problem – die Umsetzung ist es. Für Unternehmen entscheidet sich die Umstellung auf E-Mobilität heute durch drei Faktoren: Gesamtbetriebskosten, Steuern und Ladeinfrastruktur. Wer diese sauber steuert, kann E-Mobilität im Fuhrpark vom Nachhaltigkeitsziel zum Effizienzhebel machen“, führt Ayvens-Geschäftsführer Martin Kössler aus. In dieser Hinsicht sieht die Untersuchung Deutschland durchaus auf gutem Wege: Die ermittelten Betriebskosten für Stromer liegen mit 35 Cent pro Kilometer zumindest knapp unter dem Verbrennerwert (36 Cent pro Kilometer), während zudem steuerliche Anreize etwa für Dienstwagen sowie die Kaufprämie die Elektrifizierung vorantreiben. Mit nur 1,9 Ladepunkten pro 1.000 Einwohner liegt Deutschland in dieser Hinsicht allerdings deutlich hinter den Niederlanden (10,2 Ladepunkte) und Belgien (6,5 Ladepunkte) und wird auch von einem in puncto Einwohnerzahl besser vergleichbaren Land wie Frankreich (2,3 Ladepunkte) übertroffen. 

Methodik und Ausblick

Für seinen Report hat Ayvens fünf Kategorien mit unterschiedlicher Gewichtung betrachtet: Dazu gehören die Verbreitung von E-Fahrzeugen (25 Punkte), Ladeinfrastruktur (20 Punkte), Besteuerung und Regulierung (20 Punkte) sowie die Nachhaltigkeit der Stromerzeugung (5 Punkte). Den größten Einfluss hatten die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) von BEV im Vergleich zu Verbrennern, die mit 30 Punkten in Gesamtwertung eingingen. Klarer Spitzenreiter in der letztgenannten Kategorie ist Portugal, wo der Ayvens Mobility Guide eine Differenz von 14 Cent pro Kilometer (BEV: 25 Cent/Verbrenner: 39 Cent) ermittelt hat. 

Abschließend konstatieren die Experten: „In ganz Europa stellten die Jahre 2025 und 2026 einen Wendepunkt dar, da die Regierungen von pauschalen Subventionen für Elektrofahrzeuge zu gezielteren, langfristigen steuerlichen Mechanismen übergingen. In vielen Ländern werden die Förderungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybride schrittweise auslaufen, während die Strafen für Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß weiter verschärft werden.”

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