Transformationsprojekt

Nächste Förderzusage für Batterierecycling-Anlage von cylib bestätigt

Die cylib-Anlage in Dormagen soll 2027 in Betrieb genommen werden.  Foto: cylib

„Diese Förderung sendet ein starkes Signal, dass Deutschland entschlossen ist, in Europas Kreislaufwirtschaft und Rohstoffresilienz zu investieren“, wird Dr. Lilian Schwich, Co-CEO von cylib in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Seit Mai 2025 wird die Mitgründerin der Firma von Dr. Tobias Elwert als Chief Technology Officer und Dr. Julian Englberger als Vice President Operations begleitet. „Wir sind dankbar für diese Unterstützung, die unsere Vision bestätigt und es uns ermöglicht, die LFP-Recyclinginfrastruktur bereitzustellen, die Europa dringend benötigt.“

Bereits im September 2025 war mitgeteilt worden, dass cylib, die seit Anfang des Jahres Altbatterien und Produktionsabfälle aus der europäischen Batteriefertigung von webasto erhalten, 26,1 Millionen Euro EU-Fördermittel aus dem Programm Produktives.NRW bekommen hat. Diese Mittel dienen der Errichtung der ersten Stufe einer industriellen Lithium-Ionen-Batterierecyclinganlage, die Schwarzmasse aus geschredderten Batterien verarbeitet und daraus kritische Rohstoffe wie Lithium, Graphit, Kobalt, Nickel und Mangan zurückgewinnt. Die Technologie, bekannt als OLiC (Optimised Lithium & Graphite Recovery), zeichnet sich Unternehmensangaben zufolge durch hohe Rückgewinnungsraten (über 90 Prozent) und eine um rund 80 Prozent geringere CO₂-Bilanz gegenüber primärer Rohstoffgewinnung aus. Die Anlage am Dormagen-Standort soll 2027 in Betrieb gehen.

Nur wenige Monate später, im Dezember 2025, folgte nun die weitere bedeutende Förderung, mit der cylib sich Zuschussmittel in Höhe von 63,4 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des Strukturförderprogramms „Stark“ sichert. Diese Mittel finanzieren die zweite Ausbaustufe des Dormagen-Werks und machen die Anlage nach Aussage der cylib-Verantwortlichen zur ersten industriellen Recyclinganlage Europas mit spezialisierten Linien sowohl für klassische NMC-Zellen (Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie) als auch für LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat). Mit dieser Erweiterung wird die geplante Gesamtjahreskapazität auf rund 60.000 Tonnen Batterie-Material erhöht. Das entspricht ca. 140.000 Elektrofahrzeugbatterien.

LFP-Chemien machen inzwischen fast 50 Prozent des globalen EV-Batteriemarkts aus. Europa besitzt bislang keine dedizierten industriellen Kapazitäten zur Rückgewinnung der Materialien. Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche betont: „Mit der Förderung von Batteriezellen, Recycling und weiteren Schlüsseltechnologien schaffen wir neue Wertschöpfung, sichere Arbeitsplätze und mehr technologische Souveränität für Deutschland. Gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten ist das ein starkes Signal. Wir bleiben verlässlicher Partner der Regionen." Die staatlichen Finanzierungen sind außerdem Teil einer größeren Förderung von Projekten im Kontext des Strukturwandels in ehemaligen Kohlegebieten. Dazu gehören in Deutschland zusätzliche Förderungen für Batterieproduktion, Batteriekomponenten-Fertigung und Speicherlösungen mit dem Ziel, industrielle Arbeitsplätze zu schaffen und ökonomische Transformation zu unterstützen. In Dormagen allein sollen durch die Förderung der zweiten Ausbaustufe etwa 180 direkte Arbeitsplätze und rund 1.000 indirekte Beschäftigungseffekte entstehen.

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