Michelin will die Produktionsaktivitäten in den USA für die Marke BF Goodrich Tires neu organisieren, lautet die Eröffnung der Mitteilung zur Schließung des Reifenwerks in Alabama. Michelin North America hat Mitarbeiter, Vertreter der lokalen Gemeinden und andere Interessengruppen darüber informiert, dass das Unternehmen ab Ende 2026 seine Produktionsstruktur in den USA für die Marke BF Goodrich Tires in seinem Werk in Fort Wayne/Indiana zusammenfasst. Der Betrieb am Standort Tuscaloosa wird laut Unternehmensmitteilung Anfang 2027 schrittweise eingestellt und voraussichtlich bis Ende 2028 vollständig beendet. Da die Übergangspläne noch finalisiert würden, seien in den nächsten Monaten keine Entlassungen zu erwarten. In einem Konzern-Statement heißt es: “Das Unternehmen wird Gespräche mit den Gewerkschaftsvertretern aufnehmen, um die Abfindungsleistungen für die Angestellten in Tuscaloosa im Einklang mit dem geltenden Tarifvertrag und den US-Gesetzen festzulegen.”
Die beiden genannten BF-Goodrich-Standorte in den USA arbeiten laut den Verantwortlichen deutlich unterhalb ihrer Auslegungskapazitäten. Diese führe zu strukturellen Ineffizienzen, die auf Dauer nicht tragbar seien. Der Michelin-Konzern sieht sich besonders im mit der Marke BF Goodrich bearbeiteten Kernsegment der Offroadreifen einem harten Wettbewerb ausgesetzt. Die Zusammenlegung der Produktion in Fort Wayne soll eine effizientere industrielle Struktur schaffen. Terry Redmile, Senior Vice President für den Produktionsbetrieb in Nord- und Südamerika bei Michelin, teilt mit: „Aufgrund der Größe, der Lage und der Infrastruktur des Werks in Fort Wayne ist dieser Standort besser geeignet, die Kapazitäten zu bündeln. Leider konnten wir keine tragfähige Lösung finden, die es uns ermöglicht hätte, den Betrieb in Tuscaloosa fortzusetzen und gleichzeitig die langfristige Wertschöpfung in unseren Werken in Nordamerika zu sichern.“
Die Schließung des Reifenwerks in Tuscaloosa wird rund 1.200 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz kosten. Michelin North America teilt mit, gemeinsam mit öffentlichen und privaten Akteuren neue Nutzungsmöglichkeiten für den Standort Tuscaloosa prüfen zu wollen. Der US-Tochtergesellschaft des französische Reifenherstellers beschäftigt rund 23.500 Mitarbeiter und betreibt 36 Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten. Zu diesen zählen nicht nur klassische Reifenwerke, sondern auch Werke für Vorprodukte wie Gummimischungen, die Runderneuerung sowie Spezialprodukte.