In welcher Weise die skalierbare Einkaufsplattform Partivia ausgebaut wird, hängt laut der Verantwortlichen von den Anforderungen der Mitglieder, der Zufriedenheit der Lieferanten und der weiteren Marktentwicklung ab. Nach Angaben von Nexus wurde Partivia von 13 Anteilseignern aus dem Nexus-Ökosystem gegründet und ist „open by design“ angelegt – also grundsätzlich offen für weitere Mitglieder. Bereits zum Start verzeichnet Nexus nach eigenen Angaben ein deutliches Interesse potenzieller Beitritte, was dem Vorhaben zusätzliche Dynamik verleihen dürfte.
Strategisch ordnet Nexus Partivia als zentrales Element der zweiten Nexus-Säule („Transactional activities“) ein, zu der auch SmartParts zählt. Mit dem neuen Beschaffungsvehikel will Nexus unter anderem die Compliance-Quote mit Industrial Partners erhöhen, bessere Konditionen ermöglichen und ein harmonisiertes Category Management etablieren. Gleichzeitig versteht sich Partivia als kollaboratives Modell, das die Interessen von Großhandel und Lieferanten stärker verzahnen soll. Zunächst wird Partivia in einer Initialphase mit den Gründungsgesellschaftern und ersten Mitgliedern arbeiten, um Prozesse und Warengruppenstrategien zu schärfen. Erst nach Validierung der Wertschöpfung ist die Ausweitung auf eine breitere Mitgliederbasis vorgesehen.
Geführt wird Partivia von Roberto Roggeband, der über rund 20 Jahre Aftermarket-Erfahrung verfügt und sowohl auf Lieferanten- als auch auf Distributionsseite tätig war – unter anderem bei ZF, CWS-boco und Magneti Marelli Aftermarket. Roggeband beschreibt Partivia als Ansatz, „eine neue Beschaffungsrealität“ im Aftermarket zu erzeugen: stärker strukturiert, besser ausgerichtet auf aktuelle Marktdynamiken und zugleich offen sowie agil. Auch Nexus-CEO Gaël Escribe ordnet den Schritt als Baustein einer langfristigen Kooperationsstrategie ein: „Mit seiner soliden Gesellschafterbasis, einer klaren strategischen Vision und dem wachsenden Interesse potenzieller Mitglieder markiert Partivia einen wichtigen Schritt im fortlaufenden Engagement von Nexus Automotive International für Konsolidierung, Zusammenarbeit und Wertschöpfung im globalen automobilen Aftermarket.“ Nexus verweist in diesem Zusammenhang auf seine internationale Reichweite: Die Community umfasst nach eigenen Angaben mehr als 605 Mitglieder in 146 Ländern, arbeitet mit über 90 globalen Lieferanten zusammen und erzielte 2025 einen konsolidierten Umsatz von mehr als 53 Milliarden Euro.