Ein durchaus wichtiger Teilbereich des Aftermarkets ist das Geschäft mit Filterlösungen. Kompetenz in dieser Hinsicht demonstrierten in Frankfurt gleich mehrere Unternehmen. Dazu gehörten etwa die Experten von Hengst Filtration, die unter anderem über ihre neue Produktgruppe Wasserpumpen und zugehörige Module informierten. Der Fokus liegt dabei auf Pkw-Anwendungen, wenngleich es auch bereits einige Artikelnummern für Transporter und Heavy-Duty-Einsätze gibt. Speziell den letztgenannten Bereich nahm auch Mann+Hummel in den Blick. Mit verschiedenen Filtern ist das Unternehmen bereits in der Erstausrüstung von Elektro-Nutzfahrzeugen vertreten. Mit den Mann-Filtern HU 6035 x und HU 7052 x für die Filtration der Kühl- und Schmierkreisläufe der E-Achse des neuen Mercedes-Benz eActros 600 sind derartige Produkte seit Kurzem auch im IAM verfügbar.
In Halle 4.0 empfing zudem das neu aufgestellte DACH-Team von Ufi Filters Fachbesucherinnen und Fachbesucher. Das Aftermarket-Geschäft des Unternehmens ausbauen sollen Lukas Naumann als Business Developer Aftermarket DACH und Rainer Kohl als Sales Manager Aftermarket DACH. Beide stehen seit Ende 2025 in Diensten von Ufi. An ihrer Seite wirkt Francesco Tomasoni, der seit Mitte vergangenen Jahres als Aftermarket EMEA Sales Director agiert. „Angesichts unserer starken Präsenz im Erstausrüstungsbereich in Deutschland und unserer langjährigen Beziehungen zu führenden Fahrzeugherstellern ist der Aufbau eines eigenen Aftermarket-Teams für die DACH-Region ein logischer und strategischer Schritt. Deutschland ist einer der wichtigsten Automobilmärkte in Europa, und wir freuen uns sehr, dass so erfahrene Fachleute Ufi vor Ort vertreten. Ihre Expertise wird uns dabei helfen, die Kundenbeziehungen zu stärken und unser Aftermarket-Geschäft in der Region weiter auszubauen“, gibt Tomasoni die Richtung vor. Helfen sollen dabei auch Updates im Produktsortiment der Marken Ufi und Sofima: In Kürze sind neue Ölfilter-Sets für Automatikgetriebe verfügbar.
Mit NTN und ElringKlinger zeigten in Frankfurt weitere versierte OE-Akteure, welche Konzepte und Produkte sie für den Aftermarket bereitstellen. NTN rückte dafür sein umfangreiches Portfolio in den Bereichen Fahrwerk, Motorsteuerung, Sensoren, Truck, Zweiräder und Service in den Fokus, um den eigenen Anspruch eines One-Stop-Shops für alle Fahrzeugarten zu demonstrieren. Insbesondere bei Sensoren sehen die Verantwortlichen weiteres Wachstumspotenzial, weshalb 2027 sowohl neue Produktfamilien im Sensor- wie auch im Fahrwerksbereich auf den Markt kommen sollen. Vorgestellt wurde ferner die Zertifizierungsinitiative „MySNR CertifiedGarage“, mit der das Unternehmen auch bei den Automechanika Innovation Awards 2026 ins Rennen ging. In ausgewählten Ländern läuft bereits die Pilotphase für das Tool, ehe es sukzessive weiter ausgerollt werden soll. Die Verantwortlichen betonten dabei: „’MySNR CertifiedGarage’ ist kein Werkstattnetzwerk, sondern ein Qualitätslabel.” Recht ähnlich klingt der Name eines neuen Konzepts, das ElringKlinger mit zur Automechanika gebracht hatte: Die sogenannte „Elring Garage” adressiert laut Georges Mourad, Vice President Aftermarket der ElringKlinger AG, Motorenprofis und bündelt unter anderem technisches Know-how, Trainings und Merchandise. Sortimentserweiterungen – insbesondere für asiatische Fahrzeuge – sowie das pünktlich zur Automechanika leicht modifizierte Firmenlogo waren weitere Themen des ElringKlinger-Auftritts in Frankfurt.
Als „Perfect Match” präsentierten sich im Rahmen der Messe die beiden Player Hella und Hella Gutmann. Premiere feierte dabei das neue Diagnose-Flaggschiff Mega Macs Pro, das um den KI-basierten Assistenten macsNova erweitert wurde. „Wir bringen Künstliche Intelligenz dorthin, wo sie Werkstätten unmittelbar unterstützt: in den laufenden Diagnoseprozess", betonte Adnan Cemal, Geschäftsführer von Hella Gutmann Solutions. „Dabei führen wir mehrere intelligente Funktionen unter einem gemeinsamen Ansatz zusammen und verbinden sie mit Daten, Prozessen und technischer Expertise – und zeigen, wie sich das in konkreten Lösungen für den Werkstattalltag niederschlägt." Hella wiederum zeigte unter anderem seine neuen Bremsbeläge für Lkw und Busse.
Unter dem Motto „Solutions that keep us moving” war auch die Meyle AG in Frankfurt zugegen und stellte ihr umfangreiches Lösungsportfolio zur Schau. Zu den Highlights gehörten die HD Brake Disc – die dem Unternehmen einen Automechanika Innovation Award bescherte – sowie eine halbierte Tesla-Hinterachse. Anhand dieser demonstrierten die Experten eine weiterentwickelte HD-Lösung für die Fahrwerksreparatur bei Tesla Model S und X. Ein weiteres Thema am Meyle-Stand war der Ölwechsel bei Automatikgetrieben. Eine im Vorfeld der Messe gemeinsam mit Innofact durchgeführte Umfrage offenbart an dieser Stelle ungenutzte Servicechancen: Viele Autofahrerinnen und Autofahrer glauben, ihr Automatikgetriebe sei mit einer lebenslangen Ölfüllung ausgestattet. „Der Mythos führt seit Jahren dazu, dass notwendige Wartungen ausfallen, wertvolle Präventionsarbeit nicht stattfinden kann und Umsatzpotenzial für Werkstätten auf dem Hof stehen bleibt“, beschreibt Andreas Raulf, Kfz-Technikermeister und Meyle-Markenbotschafter die Situation.
„Der Aftermarket ist reich an Daten, aber arm an Erkenntnissen”
Digitale Bausteine und Konzepte bildeten ferner den Mittelpunkt der Messeauftritte von TecAlliance sowie der Alzura AG. Letztere stellte die neuesten Features ihrer B2B-Marktplatz-Lösung vor: Zentrale Neuerung ist eine fahrzeugbezogene Teilesuche – etwa per Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) oder Scan des Fahrzeugscheins – über verschiedene Produktkategorien hinweg. Als erste Ausbaustufe geht in Kürze die neue Reifensuche live ehe künftig auch OE-, Aftermarket- und Gebraucht-Teile sowie Reparaturanleitungen und Inspektionspläne abrufbar sein sollen. „Alles hängt am Fahrzeug: Wir haben eine eigene Fahrzeugdatenbank aufgebaut und dahinter sehr viele weitere Datenbanken kompatibel gemacht. Dadurch führen wir Welten zusammen, die bisher immer getrennt voneinander liefen”, erklärt Alzura-CEO Michael Saitow. Darüber hinaus konnten sich Messebesucherinnen und -besucher am Alzura-Stand über die eBusiness Software Suite des E-Commerce-Spezialisten sowie über den neuen 3D-Konfigurator informieren. TecAlliance wiederum gab in Frankfurt die Gründung der Kyvera GmbH bekannt. Diese baut auf dem Fundament von TecDoc auf und soll es als neutrale Infrastruktur ermöglichen, Daten standardisiert, souverän und für klar definierte Zwecke auszutauschen und zu nutzen. Damit sollen „neue Datenherausforderungen” behoben werden, die durch digitale Plattformen, softwaredefinierte Fahrzeuge und künstliche Intelligenz entstehen. „Der Aftermarket ist reich an Daten, aber arm an Erkenntnissen. Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob sich die Datenbasis der Branche weiterentwickeln wird, sondern wer sie gestaltet und nach welchen Regeln. Kyvera soll sicherstellen, dass dieser nächste Schritt in den Händen des Marktes selbst bleibt“, beschreibt Christian Müller, Geschäftsführer von Kyvera und Vice President Strategy bei TecAlliance, den Ansatz.
Neuigkeiten in eigener Sache kommunizierte darüber hinaus der Fahrwerksspezialist KW automotive. Mit seiner Marke ap und deren umfangreichen Serienersatzteilstoßdämpfer-Programm nimmt dieser künftig den IAM in den Fokus. Lieferbar sind neben klassischen Serienersatzstoßdämpfern für Pkw und Light-Trucks auch Leveling-Fahrwerke sowie Stilllegungskits für Fahrzeuge mit adaptiver Dämpferregelung. Das Angebot startet zunächst in der DACH-Region. „Mit unserem ap-Lieferprogramm decken wir künftig einen wesentlich größeren Teil des Fahrwerksbedarfs von Großhandel und Werkstatt ab und schaffen gleichzeitig Möglichkeiten für Zusatzgeschäft über den klassischen Serienersatz hinaus“, sagt Frank Gerber, Head of Sales Strategy bei KW automotive. Ihre Automechanika-Premiere erlebten schließlich die Reman-Experten von Encory. Neben dem Ausbau des Produktkatalogs durch Injektoren und Pumpen war die intensivierte Zusammenarbeit mit BMW ein zentrales Thema der Automechanika-Präsenz. Als Teil dieser will Encory sein Sortiment im kommenden Jahr um weitere Produktgruppen ergänzen, wobei Hinterachsgetriebe den Auftakt bilden. Seht weitere Messe-Impressionen in unserer Bildergalerie.