Elastisches Reifenkonzept von Bridgestone

Neues Geschäftsfeld auf dem Mond?

Elastik Reifen BridgestoneDas Elastik Reifenkonzept von Bridgestone: Die entwickelten Mondreifen bestehen aus einem Geflecht aus dünnen Metallspeichen, das sich flexibel verformen lässt.   Foto: Bridgestone

Über die Umstrukturierung des Geschäftes in Europa und Nordamerika berichtet das Bridgestone-Management im aktuellen “Integrated Report”. Die Anpassung an “Marktveränderungen” vollzieht der Reifenhersteller unter anderem durch Schließungen von Werken in Belgien und den USA. Und auch die Produktionskapazitäten in mehreren europäischen Reifenwerken wurden reduziert. Bridgestone kämpft mit schwindender Nachfrage nach Konzernprodukten – besonders im NutzfahrzeugbereichIn die indischen Produktionskapazitäten will der japanische Reifenhersteller investieren. Indien wird ausdrücklich als zentraler Wachstumsmarkt definiert. Das Werk in Pune soll künftig 1,1 Millionen Reifen zusätzlich produzieren. In die Indore-Fabrik tätigt Bridgestone Investitionen zur Qualitätsverbesserung. Neben der Straffung des Produktionsnetzwerkes hat sich der Reifenhersteller auch eine effizientere Management-Struktur mit dem Ziel der Verbesserung der Geschäftsergebnisse verordnet. Vor diesem Hintergrund erscheint die jüngste Mitteilung mit Zielrichtung Mond durchaus putzig: Bridgestone entwickelt elastische Reifen für Mondrover. 

Ispace ist ein japanisches Raumfahrtunternehmen, das Mondlandegeräte entwickelt. Im Rahmen der Zusammenarbeit wollen ispace und Bridgestone die Leistung von Mondfahrzeugen verbessern. „Bridgestone forscht seit 2019 an Reifen für den Einsatz auf dem Mond. Im April 2025 haben wir bereits Konzeptmodelle vorgestellt, die speziell auf das geringe Gewicht kleiner und mittelgroßer Mondrover ausgelegt sind. Gleichzeitig erweitern wir unser Netzwerk im Raumfahrtbereich, um neue Kooperations- und Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen”, sagt Masaki Ota, Director OE Business Strategy & Planning/New Mobility Business Division, Bridgestone Corporation. Bridgestone und ispace streben eigenen Angaben zufolge eine weitergehende Partnerschaft an, um zur Entwicklung der japanischen Raumfahrtindustrie beizutragen – unter anderem unter Nutzung des Space Strategy Fund der japanischen Raumfahrtagentur JAXA. Beide Unternehmen prüfen die technische Umsetzbarkeit und wirtschaftlichen Potenziale für Anwendungen auf der Mondoberfläche – mit dem Ziel, die Reifen ab etwa 2029 in der Praxis einzusetzen. „Um ein neues Geschäftsfeld auf dem Mond zu schaffen, braucht es Partner aus ganz unterschiedlichen Branchen. Die Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung und Technologie-Evaluierung für zukünftige Mondmissionen ist ein klares Zeichen dafür“, kommentiert Takeshi Hakamada, Gründer und CEO von ispace. Ob sich auch für Bridgestone auf dem Mond eine weitere Geschäftsperspektive entwickelt, um die irdischen Probleme abzufedern, darf bezweifelt werden. 

Bridgestone _Ispace
Takeshi Hakamada, CEO von ispace (r.) und Masaki Ota, Director OE Business Strategy & Planning/New Mobility Business Division bei der Bridgestone Corporation. Foto: Bridgestone

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