Den vier Pirelli-Beschäftigten Hakan Saritas (Produktion Motorrad), Karl Holmer (Abteilung Extrusion), Samed Kuyuk (Abteilung Prestige Extrusion) und José Pereira Rodrigues (Abteilung Extrusion) wurden in Anwesenheit von Personalleiter Thomas Hofmann und Pirelli-Deutschland-CEO Wolfgang Meier von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar ihre Zeugnisse für den Berufsabschluss zum „Maschinen- und Anlagenführer“ überreicht. Die langjährigen Mitarbeiter aus der Reifenproduktion hatten bislang über keinen formalen Berufsabschluss verfügt. Nach einer gezielten Qualifizierung stellten sie ihre Kompetenzen in einem „Validierungsverfahren” unter Beweis. „Speziell für diese Zielgruppe entwickelten wir ein mehrstufiges Qualifizierungsprogramm, das Theorie und Praxis kombiniert und zunächst mit einem werksinternen Zertifikat abschließt“, erläutert Thomas Hofmann, Leiter Personal und Organisation bei Pirelli Deutschland.
Das Validierungsverfahren der IHK war der finale Schritt auf dem Qualifikationsweg der Pirelli-Mitarbeiter. Die Teilnehmenden konnten ihre Kompetenz in einer praktischen Arbeitsprobe direkt im Betrieb nachweisen. Eine schriftliche Prüfung entfiel. Möglich macht dies das reformierte Berufsbildungsgesetz, das für viele Ausbildungsberufe diesen neuen Weg in den Beruf öffnen soll. Da die Prüfer im Validierungsverfahren Profis aus anderen Unternehmen sind, ist laut den Pirelli-Verantwortlichen sichergestellt, dass auch das neue, niedrigschwellige Verfahren hohe Standards erfüllt. Thomas Michel, Chief Technical Officer von Pirelli Deutschland, betont: „Unsere Anlagen und Produktionsprozesse werden technologisch immer anspruchsvoller. Dafür brauchen wir ein Höchstmaß an Technik-Expertise. Daher ist es für uns ein Muss, unsere Mitarbeitenden gezielt weiterzubilden – und dies auf eine Art und Weise, die ihre langjährige Erfahrung systematisch nutzt.“ Auch Dr. Marcel Walter, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung bei der IHK Darmstadt, lobt das Weiterbildungsprogramm: „Pirelli setzt ein starkes Zeichen für die Fachkräfteentwicklung. Den Beschäftigten stehen jetzt dieselben Möglichkeiten offen wie regulären Ausbildungsabsolventen, zum Beispiel die Zulassung zu Fachwirt- und Meisterprüfungen.”
Am Produktionsstandort Breuberg setzt Pirelli Deutschland im Fachkräfte-Recruiting auf ein Bündel an Aktivitäten. In den Bereichen Engineering und Digitalisierung starteten im Nachwuchsbereich im September 2025 allein 41 Auszubildende und dual Studierende ihre Karriere beim Reifenhersteller und der Handelskette Driver. Über 75 Prozent der Azubis wählten technische und digitale Ausbildungsgänge. Und auch der Anteil von Frauen in den technischen Ausbildungsgängen wächst. Thomas Hofmann, Leiter Organisation und Personalwesen, betont: „Dass vier der neun weiblichen Nachwuchskräfte ebenfalls in technischen Ausbildungs- und Studiengängen beginnen, freut uns sehr, da wir in den vergangenen Monaten viel unternommen haben, um MINT-Berufe entsprechend zu bewerben.“ Insgesamt stieg der Frauenanteil bei den Neuzugängen von 14 Prozent 2024 auf 22 Prozent im Jahr 2025. Den Weg, mit gezielten Ausbildungsinitiativen neue Berufsperspektiven zu öffnen, will Pirelli in Hessen fortsetzen.