Seit über 40 Jahren kämpft die Werkstattkette pitstop um Marktanteile im europäischen Kfz-Servicegeschäft. Eine Vielzahl wechselnder Beteiligungs- und Besitzerverhältnisse erlebte das Unternehmen in dieser Zeit. Auch Bridgestone erwarb eine Minderheitsbeteiligung an pitstop. Im Jahr 2022 stieg dann zusätzlich der Huk-Coburg-Konzern ein, im Dezember 2024 gab schließlich das Bundeskartellamt die Übernahme der Werkstattkette durch den Versicherer frei. Die Minderheitsbeteiligung an der Kulas Holding GmbH & Co. KG wurde auf 84,9 Prozent der Anteile aufgestockt – zum damaligen Zeitpunkt war Kulas die Alleingesellschafterin der pitstop.de GmbH, die eine Werkstattkette mit rund 300 Standorten in Deutschland betrieb. Seit Übernahme rätselte die Branche, wie die Huk das pitstop-Geschäft strategisch lenken würde. Mit dem Rebranding aller Standorte tritt der Versicherungskonzern nun in Bildsprache in Erscheinung. „Die Ergänzung und die zusätzliche Farbwelt sind ein klares Signal, dass wir zur Huk-Coburg gehören“, sagt Stefan Kulas, Geschäftsführer der pitstop.de GmbH.
In einem ersten Schritt sollen 2026 rund 50 Standorte mit dem neuen Design ausgestattet werden – beginnend mit dem gemeinsamen Standort in Sankt Augustin. Weitere Städte folgen laut den Verantwortlichen im Jahresverlauf. An Filialen, an denen zusätzlich zu den Werkstattservices ein Kundendienstbüro der Huk-Coburg ansässig sei, werde der vollständige Huk-Schriftzug im Logo sichtbar. An allen anderen Standorten soll das Huk-Logo ohne Schriftzug verwendet werden. „Die Beteiligung der Huk-Coburg an pitstop ist Teil der Unternehmensstrategie, sich zusätzlich zum Versicherungsangebot zum Serviceanbieter für Mobilität zu entwickeln. Neben dem Autoservice gehören bereits der An- und Verkauf von Gebrauchtwagen sowie Neuwagen-Leasing zum Angebotsportfolio", heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Das Geschäft mit Kfz-Policen ist das Kernsegment des Huk-Business. Allerdings entwickelte sich dieses in den letzten Jahren nicht nach den Vorstellungen des obersten Management. Zwar ist die Huk-Coburg mit rund 14 Millionen versicherten Kraftfahrzeugen der größter deutsche Autoversicherer, mit allerdings erheblichem Optimierungsbedarf in den Kostenstrukturen. Vom Einstieg in das Werkstattgeschäft erhofft sich die Konzernführung eine bessere strategische Kontrolle der Kosten für Reparaturen. Überdies soll das Potenzial von Kundenkontakten im Netzwerk gesteigert werden.