Wie unter anderem die Westdeutsche Zeitung berichtet, sei das Ziel des Insolvenzverfahrens, das Unternehmen durch Restrukturierungsmaßnahmen langfristig zu sichern und eine Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen. Hintergrund sind den Angaben zufolge die seit Jahren anhaltende Marktkrise im Neuwagengeschäft und eine schleppende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Diese Rahmenbedingungen hätten zu Umsatzrückgängen geführt, die durch bisherige Kostensenkungen nicht ausreichend ausgeglichen werden konnten. Durch das Verfahren erhofft sich Preckel neue Handlungsspielräume und eine Sanierung unter Eigenregie: Die Geschäftsführerin Eva Verena Preckel bleibt trotz der Maßnahmen handlungs- und entscheidungsbefugt. Zur Unterstützung wurde mit dem Sanierungsexperten AndresPartner eine Sanierungskanzlei beauftragt, deren Restrukturierungsbevollmächtigter den Prozess begleiten soll.
Als erste Maßnahme sind Schließungen vorgesehen: Die Standorte in Düsseldorf, Solingen und Heiligenhaus sollen zum 30. November 2025 aufgegeben werden. Der Betrieb an den verbleibenden Standorten in Krefeld, Mönchengladbach und Geldern wird vorerst weitergeführt. Betroffen sind rund 190 Mitarbeitende; ihre Gehälter sind im Rahmen des Insolvenzgelds für drei Monate gesichert.
Preckel, gegründet 1924, ist seit Jahrzehnten ein etablierter Händler im Rheinland und vertritt unter anderem Marken wie Kia, Nissan, Fiat, Alfa Romeo, MG Motor, Maxus und Suzuki. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Werkstatt- und Serviceleistungen an und hatte im Geschäftsjahr 2021/2022 einen Umsatz von 155,4 Millionen Euro. Nach dem Ausstieg aus dem Renault-Vertrieb Ende 2023 liegt der Schwerpunkt heute auf den verbleibenden Marken und dem Aftersales-Geschäft. In der Unternehmenskommunikation betont Preckel, dass alle Optionen geprüft werden – inklusive eines möglichen Investoreneinstiegs. Ziel bleibe eine nachhaltige Rückkehr zur Wettbewerbsfähigkeit. Kunden und Geschäftspartner sollen weiterhin mit gewohnter Servicequalität rechnen können.