25 Partner arbeiten an Recycling-Möglichkeiten 

Projekt SIB:DE will Natrium-Ionen-Batterien nachhaltiger machen

Übernehmen für cylib Verantwortung im SIB:DE-Konsortium: Projektleiterin Lisa Pillar und Till Gerlach, Head of Research & Development.  Foto: cylib

Über Recycling-Initiativen für Lithium-Batterien haben wir in der jüngeren Vergangenheit bereits an verschiedenen Stellen berichtet. Fortschritte in dieser Hinsicht meldete erst kürzlich das Start-up tozero, das im Chemiepark Gendorf bei München seine erste Demonstrationsanlage für das Recycling von Batterien-Abfällen in Betrieb genommen hat. Bereits mehrfach in Erscheinung getreten ist auch das ebenfalls noch recht junge Unternehmen cylib. Die in Aachen ansässigen Recycling-Spezialisten bringen sich nun im Rahmen des Projekts SIB:DE ein, um auch bei Natrium-Ionen-Batterien zirkuläre Wertschöpfungsketten zu realisieren. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, Europas erstes industrielles Recyclingverfahren für Natrium-Ionen-Batterien zu entwickeln.

Zu den insgesamt 25 Partnern des Konsortiums gehören neben cylib Akteure aus verschiedenen relevanten Bereichen: Batteriehersteller (Varta, EAS Batteries, UniverCell), Elektrolytentwickler (E-Lyte Innovations), Intralogistik (Jungheinrich), Maschinenhersteller (Grob-Werke, Coperion), Recyclingsysteme (acp-systems) sowie Schmierstoffe und Analytik (Fuchs Lubricants). Acht Fraunhofer-Institute, vier Universitäten (RWTH Aachen, TU München, TU Braunschweig und das KIT) sowie das ZSW bilden das wissenschaftliche Fundament. Koordiniert wird das Projekt von Edag Production Solutions. „Dieses Konsortium vereint die gesamte Wertschöpfungskette, von Batterieherstellern und Automobil-OEMs bis hin zu unserer Recyclingkompetenz. Wir warten nicht darauf, dass sich ausgediente Natrium-Ionen-Batterien ansammeln. Wir integrieren Kreislaufwirtschaft von Anfang an in die Technologie", fasst cyclib-Co-CEO Dr. Lilian Schwich den Anspruch zusammen. 

Das Projekt SIB:DE, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), läuft von März 2026 bis Februar 2029 mit einem Gesamtfördervolumen von 14,5 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen nach Aussage der Verantwortlichen die Herstellung großformatiger, marktreifer Natrium-Ionen-Zellen sowie die Bewertung ihrer Recyclingfähigkeit, um Europas industrielle Grundlage für Batterien der nächsten Generation zu schaffen, bevor Altbatterien in großem Maßstab vorliegen.

Dualer Recycling-Ansatz

Dabei leitet cylib die Recyclingaktivitäten des Konsortiums gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig. Für cylib übernehmen Till Gerlach (Head of R&D) und Lisa Pillar (Projektleiterin SIB:DE) Verantwortung. Neben der konventionellen mechanischen und hydrometallurgischen Aufbereitung wird dabei auch ein möglicher Direktrecycling-Ansatz – bei dem Aktivmaterialien ohne vollständigen chemischen Aufschluss direkt in die Zellproduktion zurückgeführt werden – untersucht. „Insbesondere für Produktionsausschuss könnte dieser Ansatz die Verarbeitungskosten erheblich senken und gleichzeitig die Materialqualität erhalten”, sind die Projektverantwortlichen überzeugt. Eine Demonstration im Pilotmaßstab ist für Anfang 2029 geplant. „Natrium-Ionen-Batterien nutzen weit verbreitete Rohstoffe. Doch erst das Recycling macht die Technologie wirklich nachhaltig und skalierbar. Dieses Projekt legt das Fundament für eine zirkuläre europäische Wertschöpfungskette", unterstreicht Lilian Schwich. Auch cylib selbst will perspektivisch Natrium-Ionen-Batterien recyceln. Deutlich weiter ist das Unternehmen bereits bei der Verwertung von Batterien aus Lithium und hat dafür bereits mehr als 140 Millionen Euro an Eigenkapital und öffentlichen Fördermitteln eingeworben. Die Bauvorbereitungen für die erste Industrieanlage im Chempark Dormagen mit einer jährlichen Kapazität von bis zu 60.000 Tonnen laufen bereits.

Lest ein ausführliches Recycling-Spezial in unserer April-Ausgabe.

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