„Wir glauben, dass die Zukunft in einem Mix der Antriebssysteme liegt. Und in dieser können eFuels, die eine erhebliche Reduzierung der CO₂-Neuemissionen aufweisen, eine bedeutende Rolle übernehmen. Deshalb sieht Liqui Moly in diesem gemeinsamen Projekt Potential“, erläutert Günter Hiermaier, Geschäftsführer des Ulmer Schmierstoffspezialisten. Er führt aus: „Es ist auch eine Frage der langfristigen Nutzung vorhandener Fahrzeuge. Schließlich werden weltweit rund 1,4 Milliarden Fahrzeuge mit Verbrennern genutzt und können dank eFuels noch lange gefahren werden. Denn diese modernen Fuels weisen nicht nur eine erhebliche Reduktion von CO₂-Neuemissionen auf, sondern sind auch in heutigen Verbrennungsmotoren einsetzbar.“
Daher schließt sich der Konzern nun mit der eFuel Group aus dem niedersächsischen Hoya zusammen. „Gemeinsam wollen wir Effizienz, Performance und Motorschutz unter realen Einsatzbedingungen optimieren und einen messbaren Beitrag zur Reduktion von CO₂-Neuemissionen leisten“, betont deren Geschäftsführer Lorenz Kiene. CO₂-Neuemissionen sind Emissionen, die durch die Verbrennung von Kraftstoffen auf Erdölbasis in die Umwelt neu abgegeben werden. Eine Reduzierung dieser CO₂-Neuemissionen soll bei synthetischen Kraftstoffen – wie etwa eFuels – dadurch erzielt werden, dass bereits in der Umwelt befindliches CO₂ bei der Herstellung genutzt wird. „Der Einsatz von eFuels führt daher – abhängig von Rohstoffbasis und Lieferkette – zur Reduktion von bis zu 90 Prozent der CO₂-Neuemissionen im gesamten Lebenszyklus gegenüber fossilem Kraftstoff”, betonen die Verantwortlichen.
Als weiteren Vorteil betont Kiene, dass die vorhandene Tankstellen-Infrastruktur weiter genutzt werden könne. „Auch die Tatsache, dass eFuels fossile, konventionelle Kraftstoffe ersetzen können, macht sie zum Gamechanger in der Mobilität“, so der Geschäftsführer der eFuel Group. In der Zusammenarbeit mit Liqui Moly sieht Lorenz Kiene wiederum Chancen durch sich ergänzende Kompetenzen: Moderne Motoröle sorgen für einen möglichst geringen Reibwiderstand und so für einen optimalen Wirkungsgrad des Kraftstoffs. „Je besser die beiden flüssigen Komponenten aufeinander abgestimmt sind, desto geringer der Verbrauch“, unterstreicht Kiene. Gleiches gilt für Additive, die Kraftstoffen und Motorölen ihre speziellen Eigenschaften verleihen. „Und saubere Motoren verbrennen Kraftstoff besser“, ergänzt Günter Hiermaier. Eine Ausdehnung der Kooperation auf weitere Anwendungsbereiche im Mobilitätssektor jenseits des Motorsports halten die beiden Partner daher perspektivisch für denkbar.
Rakete trifft Kiewer Lager von Liqui Moly
Weniger gute Nachrichten muss Liqui Moly derzeit aus der Ukraine verkraften: Wie unter anderem der SWR berichtet, wurde das zentrale Produktlager des Unternehmens in der Hauptstadt Kiew bei einem russischen Raketenangriff getroffen. Der entstandene Brand habe den Standort zerstört, zitiert der SWR aus einem Kundenschreiben von Liqui Moly. Sämtliche Mitarbeitenden des Lagers seien glücklicherweise unverletzt geblieben. Der Angriff in der Nacht vom 5. auf den 6. August habe jedoch Tonnen von Produkten vernichtet. Details zur Schadenshöhe liegen offenbar bislang nicht vor.