Im Jahr 2022 informierten Continental und Pyrum erstmals über ihre Absichten bezüglich einer Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt stand dabei die Lieferung von (rCB), die im Sommer dieses Jahres mit einem neuen Rahmenvertrag gestärkt wurde. Dieser definiert die Abnahmemengen für mindestens zwei Pyrum-Werke mit einer Laufzeit von zehn Jahren und beinhaltet ferner, dass Continental Pyrum mit Altreifen beliefert. Die strategische Bedeutung dieses Deals hat Pascal Klein auch in unserem Podcast betont.
Im Zuge der Vereinbarung stand nun jüngst ein weiteres Audit der Pyrum-Anlagen durch den Hannoveraner Reifenhersteller an. Dieses war nötig, um das TCU (Rohkoks) aus den beiden neuen Linien TAD 2 und TAD 3 in der bestehenden Mühle zu rCB zu vermahlen und anschließend an Continental zum Einsatz in der Reifenproduktion liefern zu dürfen. Dafür führte der Recycling-Spezialist nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen eine Prozessfähigkeitsanalyse für seine beiden neuen Linien durch. Zu den Ergebnissen teilt das Unternehmen mit: „Die ermittelten Werte zeigen eine Langzeitfähigkeit (Cpk) von 2,16 für TAD 2 und 2,70 für TAD 3 sowie eine Kurzzeitfähigkeit (Ppk) von 2,49 (TAD 2) und 3,38 (TAD 3). Die Ergebnisse liegen über den erforderlichen Standardwerten, die von der Automobilindustrie vorgegeben werden (Cpk: 1,33; Ppk: 1,67).” Entsprechend hat Pyrum seitens Conti grünes Licht erhalten, sodass mit der Anfang 2024 erteilten Genehmigung für die Schredderanlage nun die unlimitierte Lieferfreigabe für das gesamte Pyrum-Werk in Dillingen besteht.
„Wir sind äußerst stolz darauf, diesen bedeutenden Meilenstein gemeinsam erreicht zu haben. Nach drei Jahren intensiver Arbeit haben wir nun die unlimitierte Freigabe für unser Werk in Dillingen erhalten. Dies verdanken wir insbesondere den wertvollen Erfahrungen aus der Inbetriebnahme von TAD 2 und TAD 3 sowie dem unermüdlichen Engagement unseres gesamten Teams”, teilt Pascal Klein mit. „Wir sind stolz, die hohen Kriterien der Automobilindustrie zu erfüllen, und freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit Continental. Die nun erfolgte Freigabe ist der Grundstein für deutliche Umsatzsteigerungen im nächsten Jahr.“ Mit dazu beitragen soll auch die Installation der neuen Mahl- und Pelletieranlage, mit der Pyrum seine rCB-Mengen weiter erhöhen will. Nachdem das Fundament planmäßig Ende Oktober fertiggestellt wurde, befindet sich der Stahlbau derzeit in der Ausschreibung. Sämtliche Anlagenkomponenten seien ferner bereits in Dillingen eingelagert. Die Montage plant Pyrum für das erste Quartal 2025.