Rund 34 Millionen verkaufte Reifeneinheiten sowie ein Umsatz von rund 3,9 Milliarden US-Dollar stehen in der Bilanz der Goodyear Tire & Rubber Company für die ersten drei Monate des Jahres 2026. Beide Werte liegen damit deutlich unterhalb des Vorjahreszeitraums, als der Konzern knapp 38,5 Millionen Reifen verkaufte und einen Umsatz von etwa 4,25 Milliarden US-Dollar erzielte. Als schwierig erwiesen sich für Goodyear vor allem die Geschäfte in der Heimatregion Americas, wo sowohl das Absatzvolumen als auch der Umsatz deutlich nachgaben. Zudem sank die dortige EBIT-Marge von 6,2 auf nur noch 1,8 Prozentpunkte, wodurch das operative Ergebnis um fast drei Viertel auf 37 Millionen US-Dollar einbrach. Leicht verbesserte zeigte sich das Unternehmen hingegen in den Regionen Asien-Pazifik und EMEA. Während Goodyear im asiatisch-pazifischen Bereich deutlich profitabler unterwegs war, erreichten das EBIT und die zugehörige Marge im EMEA-Raum nach den negativen Zahlen im ersten Quartal 2025 zumindest wieder knapp den grünen Bereich. Insgesamt steht für den Reifenhersteller für die Monate Januar bis März dennoch ein Nettoverlust von 249 Millionen US-Dollar zu Buche (Q1 2025: +115 Millionen US-Dollar).
„Das erste Quartal war von einem schwierigen Umfeld geprägt, das durch eine schwache Industrie-Nachfrage sowohl im Erstausrüstungsbereich als auch im Ersatzmarkt in den meisten unserer Schlüsselregionen gekennzeichnet war“, ordnet Goodyear-CEO Mark Stewart die Zahlen ein. „Mit Blick auf die Zukunft erfordern der anhaltende Druck auf die Nachfrage in der Branche und die höheren Rohstoffkosten aufgrund des Konflikts im Nahen Osten, dass wir weiterhin sinnvolle Maßnahmen ergreifen, um unsere Kostenstruktur zu stärken. Wir peilen weitere Einsparungen an, um das Unternehmen für langfristige Wertschöpfung zu positionieren.“
Hankook: Reifengeschäft und Hanon Systems punkten
Deutlich positiver verlief der Jahresstart derweil für die koreanische Marke Hankook. Sowohl im Reifengeschäft (+9,3 Prozent) als auch im Segment Wärmemanagement mit Hanon Systems (+5 Prozent) wurden die Umsätze gesteigert. Insgesamt erwirtschaftete Hankook rund 3,1 Milliarden Euro, wozu auch positive Wechselkurs-Effekte beitrugen. Seinen operativen Gewinn konnte das Unternehmen ebenfalls in beiden Sparten kräftig steigern, sodass konzernweit rund 295,8 Millionen Euro zu Buche stehen. Maßgeblich verantwortlich für die positiven Resultate im Reifenbusiness waren laut den Verantwortlichen Erstausrüstungsprojekte für Stromer und Hybride sowie die verbesserten Ersatzmarkt-Absätze in Europa, Korea und China. Um das weitere Unternehmenswachstum voranzutreiben, will Hankook seine globalen Lieferkapazitäten stärken und setzt dafür unter anderem auf die laufenden Erweiterungen seiner Werke in Ungarn und in Tennessee in den USA.
Kumho Tire: Jahresziele weiter im Blick
Einen Umsatz von 1,12 Billionen KRW (ca. 674,2 Millionen Euro) sowie einen Betriebsgewinn von 147 Milliarden KRW (ca. 84,85 Millionen Euro) kommuniziert derweil die gleichfalls koreanische Marke Kumho Tire. Der Betriebsgewinn übertrifft damit minimal den Vorjahreszeitraum, während der Umsatz nicht ganz an das Niveau aus dem ersten Quartal 2025 heranreicht. Ursächlich hierfür ist Unternehmensangaben zufolge der „Kostendruck aufgrund von Faktoren wie US-Zöllen und dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten”. Dank der Betriebsgewinnmarge von 12,6 Prozent sehen die Verantwortlichen das Unternehmen dennoch auf gutem Wege, das Umsatzziel von 5,1 Billionen KRW für 2026 zu erreichen. Zulegen will der Konzern dabei vor allem bei EV-Reifen sowie bei Reifen ab 18 Zoll aufwärts. Ähnlich wie Hankook investiert Kumho gezielt in sein Produktionsnetzwerk: Neben dem Bau eines Werkes in Hampyeong erhofft sich das Management perspektivisch wichtige Impulse insbesondere durch den geplanten Fertigungsstandort im polnischen Opole.
High-Value-Segment stützt Pirelli-Zahlen
Weitgehend auf Vorjahreslevel performte in den ersten drei Monaten des Jahres Pirelli. Ein organisches Umsatzplus von 3,5 Prozent wurde durch Wechselkurseffekte (-4,5 Prozent) und die Entkonsolidierung von Däckia (-0,2 Prozent) aufgewogen, sodass unter dem Strich ein Umsatz von 1,74 Milliarden Euro steht. Bedingt durch die Entwicklung des High-Value-Segments (Reifen ab 18 Zoll aufwärts) konnten die Italiener ihr Absatzvolumen um 1,5 Prozent steigern, wobei sich der Umsatzanteil des High-Value-Segments insgesamt 82 Prozent belief. Ebenfalls kaum verändert zeigte sich das EBIT mit 277,4 Millionen Euro (Q1 2025: 279,8 Millionen Euro), wobei sich die zugehörige Marge minimal auf 16 Prozent verbesserte. Unter anderem dank geringerer Finanzaufwendungen verbuchte der Reifenhersteller allerdings einen signifikanten Zuwachs beim Nettogewinn (156,8 Millionen Euro; + 23,3 Prozent). An seinen zwischenzeitlich angepassten Jahreszielen hält der Konzern fest, wobei hierbei das Maßnahmenpaket zur Dämpfung der Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten zum Tragen kommen soll.