Wie die Verantwortlichen der Autohaus-Gruppe mit Stammsitz in Tuttlingen mitteilen, gehörte der Verbund Reutlingen und Tübingen von Beginn an zu den bevorzugten Standorten des Unternehmens. Entsprechend äußert sich nun Dr. Steffen Riess, der die 1928 gegründete Gruppe in vierter Familiengeneration mit seiner Schwester Kerstin führt: „Wir freuen uns sehr, die neuen Kolleginnen und Kollegen in der Riess-Familie willkommen zu heißen. Mit der Integration des Standortes in Pfullingen stärken wir unsere regionale Präsenz und bauen unser Netzwerk konsequent weiter aus.“ Künftig reicht das Riess-Vertriebsgebiet somit von den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb über den Wirtschaftsraum Schwarzwald-Baar-Heuberg bis hin zum Bodensee sowie nach Oberschwaben und ins Allgäu. Während sich die Zahl der Standorte auf insgesamt 13 erhöht, wächst die Belegschaft mit der jüngsten Übernahme auf rund 900 Personen. In Pfullingen soll weiterhin Matthias Willy als Standortverantwortlicher wirken und den Betrieb gemeinsam mit der Riess-Gruppe in die Zukunft führen.
Die Niederlassung Reutlingen und Tübingen wurde 1934 gegründet und spielt seitdem eine zentrale Rolle bei der Betreuung der regionalen Mercedes-Benz-Vertretungen. Entsprechend besteht nach Aussage der Verantwortlichen seit Jahrzehnten auch zur Riess-Gruppe „eine gewachsene persönliche und nachbarschaftliche Verbundenheit". Ab Herbst wird der Standort nun innerhalb des Riess-Verbunds fortgeführt. „Für die Riess-Gruppe bedeutet die Übernahme weit mehr als nur eine Erweiterung des Standortnetzes. Sie ist ein klares Bekenntnis zur Marke Mercedes-Benz, zur Region und zu einer langfristigen Partnerschaft mit Kundinnen, Kunden und Mitarbeitenden”, heißt es dazu in einer Unternehmensmitteilung abschließend.
Kestenholz schlägt in Aachen zu
Im Zuge der zweiten Verkaufswelle der konzerneigenen Autohäuser von Mercedes-Benz wurden zuletzt bereits die Verkäufe der Niederlassungen Wuppertal (an die Lueg-Gruppe) und Hannover (an Rosier) vermeldet. Zudem geht die Aachener Niederlassung zum 1. November 2026 an die Schweizer Kestenholz-Gruppe. Der Standort in der Gneisenaustraße 42 und 46 wird künftig unter dem Namen Kestenholz Aachen GmbH geführt und dem Wirtschaftsraum Rheinland zugeordnet. Kestenholz übernimmt ferner die Mietverträge für die Einmietstandorte in Eschweiler und Düren wie auch die insgesamt etwa 160 Beschäftigten. Wie für die Riess-Gruppe ist die Akquisition auch für Kestenholz nicht die erste ihrer Art: Im Jahr 2015 hatte das Schweizer Unternehmen bereits das Verkaufsgebiet Südbaden samt der Niederlassung mit den Standorten Freiburg und Bad Säckingen von Mercedes-Benz übernommen.
Seither befindet sich Gruppe weiter auf Wachstumskurs und hat in den vergangenen Jahren unter anderem folgende Betriebe gekauft:
- Lhys & Gondert GmbH (Koblenz; 2022)
- Auto-Weber GmbH (Freiburg; 2023)
- Falter Gruppe (Bad Dürkheim, Grünstadt, Hockenheim, Neustadt a. d. Weinstrasse, Schwetzingen, Wiesloch, Worms; 2023)
- AHG-Newel GmbH (Cochem, Enkirch, Simmern; 2023)
- Autohaus Lehmann GmbH (Schopfheim; 2023)
- Johan Wedig GmbH (Frankenthal; 2025)
- Verkaufsrechte der Transporter- und Van-Niederlassung (Koblenz; 2025)
- Auto Bähr GmbH & Co. KG (Ludwigshafen; 2025)
Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden wächst die Kestenholz-Gruppe mit der Integration der Mercedes-Benz-Niederlassung Aachen – deren Wurzeln bis ins Jahr 1912 zurückreichen – auf 24 Standorte mit rund 1.650 Mitarbeitenden. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei rund 750 Millionen Euro. Seit dem 1. Januar 2020 führen Thomas Kestenholz (CEO) und Daniel Kestenholz (Geschäftsführer Immobilien) das operative Geschäft des am 30. April 1952 in Niederdorf in der Schweiz gegründeten Unternehmens in dritter Generation. Mit der Marke Mercedes-Benz ist Kestenholz seit über 70 Jahren verbunden und zudem seit mehr als einem Vierteljahrhundert mit einem Standort in Lörrach in Deutschland vertreten.