Stellantis-Händler in wirtschaftlicher Schieflage 

Sanierungsoptionen für insolvente Autolöwen GmbH werden geprüft 

Die Autohausgruppe Autolöwen GmbH ist in wirtschaftliche Schieflage geraten und befindet sich aktuell in einem Insolvenzverfahren.   Foto: playstuff - stock.adobe.com

Die Autolöwen GmbH hat ihren Sitz in Schwäbisch Hall und betreibt vor Ort sowie in Ludwigsburg, Aalen, Crailsheim, Öhringen und Heilbronn insgesamt acht Autohäuser. Dort werden Neu‑ und Gebrauchtfahrzeuge von Stellantis-Marken wie Peugeot, Citroën, Opel, Fiat, Fiat Professional, Alfa Romeo, Abarth und Jeep verkauft sowie zugehörige Werkstatt‑ und Serviceleistungen erbracht. Dabei kann das Unternehmen auf eine mehr als 30-jährige Geschichte zurückblicken. Bedingt durch Faktoren wie eine starke Kaufzurückhaltung sowohl bei Firmen- als auch bei Privatkunden hat sich die wirtschaftliche Situation in der jüngeren Vergangenheit jedoch deutlich verschlechtert. „Angesichts der konjunkturellen Entwicklungen und der damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten stellen Kunden derzeit einen Autokauf hinten an“, erläutert Dr. Markus Schuster von Schultze & Braun, der vom Amtsgericht Heilbronn zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde. Zu schaffen machte dem Unternehmen ferner der drastische Preisverfall einiger Fahrzeugmodelle – wodurch etwa die Leasingrückläufer für das Autohaus zunehmend defizitär wurden – sowie die steigenden Kosten für Personal, Energie und Kraftstoffe.

Die Autolöwen GmbH vertreibt unter anderem Fahrzeuge der Marke Peugeot. Foto: Autolöwen

Aus diesen Gründen erfolgte Anfang des Monats der Insolvenzantrag. „Wir werden alles versuchen, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, eine Sanierung zu ermöglichen und die Autohäuser zu erhalten“, betont Dr. Schuster. Eine wichtige Rolle kommt dabei der Suche nach möglichen Investoren oder finanzstarken Partnern zu. „Schon im Vorfeld des Insolvenzantrags hat die Geschäftsführung des Autohauses mit Interessenten für einzelne Standorte konkrete Gespräche geführt. Diese Verhandlungen werden wir gemeinsam weiterführen und zugleich eruieren, ob eine Gesamtlösung möglich ist“, führt der vorläufige Insolvenzverwalter aus. Darüber hinaus haben Dr. Schuster und die Geschäftsführung Kontakt zu den finanzierenden Banken und dem Stellantis-Konzern aufgenommen. „Die Rückmeldungen, die wir bislang erhalten haben, stimmen uns mit dem Blick auf den Erhalt der Standorte und möglichst vieler Arbeitsplätze zuversichtlich“, so Dr. Schuster, der außerdem prüft, wie im Zuge des Verfahrens mit allen noch nicht vollständig abgewickelten Fahrzeugkäufen umgegangen werden kann. Dafür wird er sich zunächst mit dem Hersteller und den finanzierenden Banken abstimmen und anschließend auf die Käufer zugehen: „Es kommt hierbei maßgeblich auf das Zusammenspiel zwischen den Regelungen im Kaufvertrag einerseits und im Insolvenzrecht andererseits an. Hierfür möchten wir schnellstmöglich Klarheit herstellen. Aber diese Prüfung und Abstimmung wird zunächst etwas Zeit kosten. Daher bitte ich Käuferinnen und Käufer noch um etwas Geduld.“

Die rund 170 Mitarbeitenden – knapp 140 Beschäftigte und mehr als 30 Auszubildende – wurden bereits über die aktuelle Situation des Autohauses und das Verfahren informiert. Ihre Löhne und Gehälter werden bis einschließlich Juni über das Insolvenzgeld abgesichert, das die Agentur für Arbeit zahlt. Danach übernimmt die Autolöwen GmbH wieder selbst die Löhne und Gehälter. „Wir wollen das Autohaus mit Hilfe der Instrumente des Insolvenz- und Sanierungsrechts wirtschaftlich wieder in die richtige Richtung lenken und geben Gas bei der Suche nach Investoren“, betont Dr. Schuster abschließend. 

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