Ausbau der Reparaturlösungen für E-Fahrzeuge

Schaeffler trennt sich von Entwicklungsdienstleister Xtronic GmbH

schaeffler-_zentrale_stellenstreichungenSchaeffler setzt seine angekündigte „Portfoliobereinigung” fort.  Foto: Schaeffler

Die in Böblingen ansässige Xtronic GmbH hatte Schaeffler erst im Jahr 2019 erworben und seitdem als eigenständige GmbH innerhalb der Gruppe geführt. Als Spezialist für die Entwicklung von Elektronik- und Softwarelösungen für internationale Hersteller und Zulieferer erwirtschaftete Xtronic im laufenden Geschäftsjahr rund 15 Millionen Euro. Als Käufer der Geschäftseinheit tritt die inhabergeführte Industrieholding Accursia Capital GmbH mit Sitz in München auf den Plan, die auch die rund 130 Beschäftigten übernimmt. 

„Wir haben mehrere Optionen für die Zukunft der Xtronic GmbH intensiv geprüft und sind überzeugt, mit der Veräußerung an die Accursia Capital GmbH den für alle Beteiligten bestmöglichen Weg gefunden zu haben, damit das Unternehmen und die Mitarbeitenden neue Perspektiven erhalten und außerhalb der Schaeffler Gruppe agiler und fokussierter agieren können“, teilt Clément Feltz, Leiter Unternehmensbereich Chassis Systems, zu dem Schritt mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, der Abschluss der Transaktion wird für die erste Jahreshälfte 2026 erwartet. „Die fortlaufende Bearbeitung bestehender Projekte wird im Rahmen der Transaktion sichergestellt. Eine reibungslose Übergabe des Geschäfts wird gewährleistet”, heißt es seitens Schaeffler abschließend. 

Der Konzern setzt damit seine angekündigte „Portfoliobereinigung” fort, im Zuge derer unter anderem bereits das chinesische Turboladergeschäft verkauft wurde. Parallel dazu konzentriert sich Schaeffler auf Sparten wie Humanoide Robotik und Verteidigung, um sich für die Zukunft breiter aufzustellen. „Bis 2035 wollen wir zehn Prozent unseres Umsatzes in neuen Geschäften machen“, führt CEO Klaus Rosenfeld gegenüber der Süddeutschen Zeitung aus. 

„Reparatur elektrischer Antriebssysteme wird zum Erfolgsfaktor"

Vor allem seit dem Zukauf von Vitesco Technologies forciert Schaeffler zudem das Geschäft mit der E-Mobilität. Die Vehicle Lifetime Solutions (VLS) genannte Aftermarket-Sparte hat dafür nun ihr Angebot an Reparaturlösungen für den elektrischen Antriebsstrang erweitert. Die jeweiligen Komponenten für Getriebe (E-Axle RepSystem-G) und den elektrischen Motor (E-Axle RepSystem-M) sind ab sofort auch für den Hyundai Ioniq AE-EV, den VW eGolf VII mit 100 kw und 85 kw, VW eUp, den BMW i3 und den Nissan Leaf verfügbar. Begleitend werden Unternehmensangaben zufolge zudem die digitalen Trainingsangebote sowie Reparaturinformationen unter der Servicemarke Repexpert ausgeweitet. „Die Reparatur elektrischer Antriebssysteme wird im Ersatzteilmarkt zu einem Erfolgsfaktor“, unterstreicht Stephan Niese, Director Global Product Management E-Mobility bei Schaeffler Vehicle Lifetime Solutions. „Wir machen sie für Werkstätten beherrschbar und wirtschaftlich. Mit den richtigen Komponenten, Werkzeugen und Schulungen können Werkstätten E-Achsen professionell und sicher instand setzen.“

Das E-Axle RepSystem-G war ein zentraler Bestandteil der Schaeffler-Präsenz auf der Automechanika 2024. Foto: Schaeffler

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