Der Automobilzulieferer Schaeffler hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 11,67 Milliarden Euro erwirtschaftet und bleibt damit minimal unter Vorjahresniveau (11,85 Milliarden Euro). Währungsbereinigt wuchsen die Umsatzerlöse hingegen um 0,4 Prozent. Auf Gruppenebene konnte der Umsatz in den Regionen Americas (0,9 Prozent) sowie Asien/Pazifik (7,1 Prozent) im Berichtszeitraum währungsbereinigt gesteigert werden. In den Regionen Europa und Greater China lagen die Umsätze währungsbereinigt allerdings unter den Vorjahreswerten (-0,5 Prozent und -3,7 Prozent). Das operative Ergebnis konnte die Schaeffler Gruppe in den ersten sechs Monaten des Jahres verbessern: Unterm Strich stand ein EBIT vor Sondereffekten von 549 Millionen Euro (Vorjahr: 482 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 4,7 Prozent (Vorjahr: 4,1 Prozent). Der Free Cashflow verschlechterte sich hingegen deutlich und fiel im Berichtszeitraum von -128 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 auf nun -300 Millionen Euro.
Die einzelnen Sparten des Zulieferers aus Herzogenaurach entwickelten sich dabei recht unterschiedlich: Die Umsätze im Bereich Powertrain & Chassis gingen im Berichtszeitraum währungsbereinigt um 3,4 Prozent auf 4,25 Milliarden Euro zurück. Grund dafür sind dem Konzern zufolge die Effekte aus der strategischen Bereinigung des Portfolios. Zu dieser Entwicklung habe zudem das anhaltend schwache Marktumfeld in der Verbrenner-Technologie beigetragen, insbesondere in den Regionen Greater China und Europa. Das EBIT vor Sondereffekten belief sich auf 473 Millionen Euro (Vorjahr: 520 Millionen Euro). In der Sparte Vehicle Lifetime Solutions lagen die Umsatzerlöse währungsbereinigt bei 1,6 Milliarden Euro und damit knapp unter Vorjahresniveau (1,62 Milliarden Euro). Das EBIT vor Sondereffekten lag im Berichtszeitraum bei 248 Millionen Euro (Vorjahr: 239 Millionen Euro). Die Umsätze in der Sparte E-Mobility wuchsen währungsbereinigt um 7,7 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro, maßgeblich getragen durch Produkthochläufe in den Regionen Asien/Pazifik und Europa. Das EBIT vor Sondereffekten belief sich auf -402 Millionen Euro. Schließlich konnte die Sparte Bearings & Industrial Solutions ihre Umsätze im Jahresvergleich währungsbereinigt um 1,0 Prozent auf 3,18 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,24 Milliarden Euro) steigern. Positive Wachstumsimpulse kamen unter anderem aus den Unternehmensbereichen Aerospace und Industrial Bearings. Das EBIT vor Sondereffekten lag im Berichtszeitraum bei 286 Millionen Euro (Vorjahr: 251 Millionen Euro).
Bestätigte Prognose für 2026 und weiterer Stellenabbau
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Schaeffler Gruppe weiterhin Umsatzerlöse in einer Bandbreite von rund 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro. Dies entspräche einer währungsbereinigten Umsatzentwicklung von -4,3 bis 4,3 Prozent. Zugleich geht das Unternehmen davon aus, im Geschäftsjahr 2026 eine EBIT-Marge vor Sondereffekten zwischen 3,5 und 5,5 Prozent zu erzielen. Der Free Cashflow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten wird in Höhe von 100 bis 300 Millionen Euro erwartet. Für die Bereiche Powertrain & Chassis erwartet man einen Umsatz zwischen 8 und 8,6 Milliarden Euro mitsamt einer EBIT-Marge zwischen 10 und 12 Prozent. Für die Sparte Vehicle Lifetime Solutions wird mit einem Umsatz zwischen 3,1 und 3,3 Milliarden Euro sowie einer EBIT-Marge zwischen 13,5 und 15,5 Prozent gerechnet.
Im Zeitraum vom 01.01.2026 bis zum 30.06.2026 hat der Automobilzulieferer 1.841 Stellen abgebaut und die Belegschaft damit auf 108.912 reduziert. Wie Schaeffler in einer aktuellen Mitteilung bekannt gab, soll die Belegschaft in Deutschland nun aber weiter schrumpfen: 1.300 Stellen sollen wegfallen. Dafür habe man ein Angebot zur Altersteilzeit entsprechend ausgeweitet. Der Konzern erwartet, dass rund 20 Prozent der Beschäftigten der betroffenen Jahrgänge bis einschließlich 1971 – Mitarbeitende aus direkten und indirekten Bereichen – das Angebot in Anspruch nehmen. Auf dieser Basis ist die Umsetzung laut Konzernangaben mit einem einmaligen Aufwand von rund 51 Millionen Euro verbunden, der 2026 als Sondereffekt erfasst werde. Die daraus resultierenden finanziellen Effekte werden den Informationen zufolge beginnend mit dem Jahr 2027 wirksam.
Aumovio senkt Prognose für Gesamtjahr 2026
Der Automobilzulieferer Aumovio hatte in letzter Zeit maßgeblich Negatives zu vermelden: Eine „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Forschung und Entwicklung“ umfasste zuletzt die Pläne rund um die Streichung von bis zu 4.000 Arbeitsplätzen. Kurz darauf folgte die Ankündigung eines Umsatzrückgangs für das Geschäftsjahr 2026 sowie die Veräußerung des Standorts Rheinböllen. Den prognostizierten Umsatzrückgang hat der Zulieferer mit der Bekanntgabe der Finanzkennzahlen für das abgelaufene erste Halbjahr 2026 nun noch einmal nach unten korrigieren müssen. Zumindest konnte man sich zwischenzeitlich im Rechtsstreit mit der BMW Group einigen. Der bereinigte Umsatz des Konzerns lag im ersten Halbjahr mit 8,6 Milliarden Euro 8,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Das bereinigte EBIT belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 157 Millionen Euro und sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 deutlich um 39,8 Prozent. Dem gegenüber stand ein bereinigter Free Cashflow in Höhe von -177 Millionen Euro. Der Geschäftsbereich Autonomous and Commercial Mobility verschlechterte sein Umsatzergebnis und erzielte einen bereinigten Umsatz von 1,4 Milliarden Euro (H1/2025: 1,6 Milliarden Euro). Der Umsatzrückgang um rund 12,7 Prozent geht dem Konzern zufolge im Wesentlichen auf ein geringeres Volumen im US-Markt und negative Wechselkurseffekte zurück. Der Geschäftsbereich Architecture and Network Solutions nahm mit 2,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Vohrjahreszeitraum ebenfalls weniger ein. Der Rückgang von 6,1 Prozent gehe vor allem auf ein geringeres Volumen in Europa und im US-Markt sowie auf negative Wechselkurseffekte zurück. Die Sparte Safety and Motion erwirtschaftete 9,6 Prozent weniger und kam auf einen bereinigten Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und das Geschäftsfeld User Experience erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen bereinigten Umsatz von 1,4 Milliarden Euro, nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des ersten Halbjahres, der Auswirkungen der Einigung mit BMW und einer aktuellen Bewertung des Marktumfelds erwartet Aumovio für das Geschäftsjahr 2026 einen bereinigten Umsatz von 17,0 bis 17,5 Milliarden Euro. Bisher hatte der Automobilzulieferer mit einem bereinigten Umsatz von 17,0 bis 18,5 Milliarden Euro gerechnet. Die bereinigte EBIT-Marge soll ebenfalls niedriger ausfallen. Bisher prognostizierten die Verantwortlichen eine Spanne zwischen 3,5 und 5,0 Prozent. Nun soll sie zwischen 3,0 und 4,0 Prozent liegen. Schließlich soll der normalisierte Free Cashflow zwischen 500 und 700 Millionen Euro liegen. Zuvor prognostizierte der Konzern eine Spanne zwischen 500 und 800 Millionen Euro.
Aumovio und die BMW Group hatten ihre Partnerschaft rund um Elektronik und Bremstechnologien zuletzt vertieft. Der Zulieferer sicherte sich neue Aufträge mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde. Damit einher geht jedoch zunächst eine Vergleichszahlung in Höhe von 350 Millionen Euro, wdourch die beiden Unternehmen Gerichtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit einem integrierten Bremssystem beenden. Die Auseinandersetzung betraf einen Gewährleistungsfall rund um eine Bremskomponente, die Aumovio für BMW produziert hatte.