Geotab-Analyse

Schnellladen beschleunigt Batterie-Alterung nur wenig

Die leicht gestiegene Batteriedegradationsrate führt Geotab vor allem auf ein verändertes Ladeverhalten zurück.  Foto: Geotab

Das zentrale Ergebnis ist eindeutig: Die durchschnittliche jährliche Batteriedegradationsrate liegt laut Analyse bei 2,3 Prozent. Damit fällt der Wert etwas höher aus als 2024 (1,8 Prozent). Geotab führt diese Entwicklung vor allem auf verändertes Ladeverhalten zurück – insbesondere auf die wachsende Verbreitung und Nutzung leistungsstarker DC-Schnelllader. Für Flottenbetreiber ist das Thema Batterielebensdauer ein entscheidender Faktor in der Total-Cost-of-Ownership-Rechnung. Die Studie legt nahe, dass nicht die grundsätzlich häufigere Nutzung von E-Fahrzeugen oder die steigende Kilometerleistung der dominierende Einflussfaktor ist, sondern vor allem die Ladeleistung. Charlotte Argue, Senior Manager Sustainable Mobility bei Geotab, fasst die Beobachtung so zusammen: „Der Zustand der EV-Batterien bleibt gut, auch wenn die Fahrzeuge schneller geladen und intensiver genutzt werden.“ Gleichzeitig betont Argue, dass die Batterien weiterhin länger halten dürften als viele Flottenplanungen annehmen: „Unsere neuesten Daten zeigen, dass die Batterien immer noch weit über die von den meisten Flotten geplanten Austauschzyklen hinaus halten.“

Ladeleistung wird zum wichtigsten Einflussfaktor

Besonders deutlich wird der Effekt beim Vergleich von DC-Schnellladen mit AC-Laden. Fahrzeuge, die in hohem Maße auf Gleichstrom-Schnellladung mit Ladeleistungen über 100 kW angewiesen waren, zeigten laut Geotab eine schnellere Degradation von bis zu durchschnittlich 3,0 Prozent pro Jahr. Im Gegensatz dazu lagen Fahrzeuge, die überwiegend mit Wechselstrom oder bei geringerer Leistung geladen wurden, bei etwa 1,5 Prozent. Damit rückt ein Aspekt in den Vordergrund, der in vielen Fuhrparks bislang eher pragmatisch behandelt wird: Schnellladen als Effizienztreiber im Alltag – aber mit messbarem Einfluss auf den Batteriezustand über den Lebenszyklus hinweg. Argue formuliert daraus eine Handlungslogik für Betreiber: „Die Verwendung der niedrigsten Ladeleistung, die noch den betrieblichen Anforderungen entspricht, kann einen messbaren Unterschied für die langfristige Batterieerhaltung bewirken, ohne die Verfügbarkeit der Fahrzeuge einzuschränken.“

Während in der öffentlichen Diskussion häufig hohe Temperaturen als Hauptfeind der Batterie genannt werden, sieht Geotab den Klimaeinfluss zwar weiterhin als relevant, aber deutlich schwächer ausgeprägt als den Effekt hoher Ladeleistungen. Fahrzeuge in heißen Regionen zeigten demnach eine nur rund 0,4 Prozentpunkte höhere Degradation pro Jahr gegenüber Fahrzeugen in gemäßigten Klimazonen. Die Analyse stellt außerdem infrage, ob starre Alltagsregeln wie „niemals über 80 Prozent laden“ in jedem Einsatzprofil zwingend notwendig sind. Fahrzeuge, die regelmäßig einen größeren Ladezustandsbereich nutzten, zeigten laut Geotab keine signifikant höhere Degradation – solange extremes Verhalten vermieden werde, also ständiges Vollladen oder häufiges Fahren bis fast auf 0 Prozent.

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