Strategische Partnerschaft

Sekurit Service und Würth bündeln Kräfte im Autoglasgeschäft

Kooperation mit vier Säulen: Originalverglasung, Spezialwerkzeuge, digitale Anwendungen sowie ein Servicepaket mit Schulungen und Beratung.  Foto: millenium - stock.adobe.com

Intelligente Scheiben mit integrierten Sensoren und Kameras machen präzise Identifikation, professionelle Montage und exakte Kalibrierung unverzichtbar. Saint-Gobain Sekurit, eine traditionsreiche Marke im Bereich Fahrzeugverglasung, bringt nahezu 100 Jahre Erfahrung und die Versorgung mit Originalersatzteilen in OE-Qualität in die Kooperation ein. Würth wiederum ergänzt das Angebot um Werkstattausrüstung, Montagelösungen, Softwaretools und digitale Services. Ziel ist es, Reparaturbetriebe bei der Abwicklung von Glasschäden, der Digitalisierung ihrer Prozesse und bei Schulungsmaßnahmen praxisnah zu unterstützen. „Unser Anspruch ist es, im Bereich Autoglas auf allen Ebenen als verlässlicher Partner für unsere Kundinnen und Kunden zur Verfügung zu stehen“, sagt Andreas Grasser, Divisionsleiter Auto Deutschland bei Würth. „Neben einem umfassenden Produktsortiment und gezielten Weiterbildungsangeboten bieten wir nun auch eine intelligente Softwarelösung, die die Abrechnung von Glasschäden mit Versicherungen effizient, transparent und unkompliziert gestaltet. Wir sind sehr froh, mit Sekurit ein renommiertes Unternehmen als Partner mit viel Erfahrung an der Seite zu haben.“

Das gemeinsame Konzept soll auf vier Säulen beruhen: Originalverglasung in GVO-konformer OE-Qualität, Spezialwerkzeuge für präzise und sichere Montage, digitale Anwendungen zur Scheibenidentifikation und Versicherungsabrechnung sowie ein Servicepaket mit Schulungen, Beratung, Marketingunterstützung und Altglasrecycling. Die logistische Umsetzung erfolgt über die bundesweiten Standorte von Sekurit Service in Irxleben, Kerpen, Bruchsal und Rohrbach. Von der Zentrale in Kerpen aus wird die Versorgung der Würth-Werkstätten koordiniert. Saint-Gobain Sekurit beliefert als Erstausrüster fast jedes zweite Fahrzeug in Europa und deckt mit über 12.000 Referenzen rund 95 Prozent des europäischen Fahrzeugbestands ab. Andreas Grasser ist sich sicher: „Wir sind überzeugt, dass beide Seiten von dieser Partnerschaft nachhaltig profitieren.“

Kosten für Schäden gestiegen

Die Kosten für Glasbruchschäden an Pkw haben 2024 ein neues Rekordniveau erreicht. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) regulierten Autoversicherer rund 2,2 Millionen Fälle und zahlten dafür fast 2 Milliarden Euro aus. Ein durchschnittlicher Schaden lag bei etwa 900 Euro – sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Als Gründe nennet der GDV die seit Jahren steigenden Ersatzteilpreise, höhere Werkstattlöhne und den wachsenden technischen Aufwand durch Fahrerassistenzsysteme, deren Sensoren und Kameras nach einem Austausch der Verglasung neu kalibriert werden müssen.

Die steigenden Reparaturkosten belasten die gesamte Kfz-Versicherungssparte, die in den vergangenen zwei Jahren ein Defizit von insgesamt rund fünf Milliarden Euro verzeichnete. Viele Anbieter hätten deshalb ihre Prämien angepasst, heißt es in einer Mitteilung des Verbands Für 2025 erwartet der GDV eine Rückkehr in die Gewinnzone, allerdings weiterhin unter erheblichem Kostendruck. Glasbruchschäden werden üblicherweise von der Teil- oder Vollkaskoversicherung übernommen; der Schadenfreiheitsrabatt bleibt davon unberührt.

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