„Bündelung des Produktionsvolumens”

Speyerer Standort von Mann+Hummel vor dem Aus 

Mann+HummelAus der Zentrale von Mann+Hummel in Ludwigsburg wird die Schließung des Standorts Speyer verkündet.  Foto: Mann+Hummel

Wie Mann+Hummel mitteilt, sollen „unverzüglich" Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen werden. Darin soll es unter anderem um einen möglichen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeitenden gehen. Gegenwärtig arbeiten in Speyer knapp 600 Beschäftigte, davon 400 in der Produktion sowie in produktionsnahen Tätigkeiten. In einer Mitteilung würdigt das Unternehmen ausdrücklich die Kolleginnen und Kollegen vor Ort: „Der Standort Speyer hat über viele Jahre hinweg wesentlich zum Erfolg von Mann+Hummel beigetragen. Die Leistungen der Mitarbeitenden verdienen größten Respekt.” Mit Blick auf das dennoch beschlossene Aus für den Standort führen die Verantwortlichen aus: „Die geplanten Maßnahmen sind keine Bewertung der Leistungen der Mitarbeitenden vor Ort, sondern das Ergebnis einer strategischen Weiterentwicklung des europäischen Produktionsnetzwerks”. In diesem Zuge sollen die Produktion und damit verbundene Logistikaktivitäten schrittweise an andere Werke der Mann+Hummel-Gruppe verlagert werden. „Dadurch kann die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Produktionsnetzwerks langfristig gestärkt werden”, betont das in Ludwigsburg ansässige Unternehmen. Weltweit betreibt Mann+Hummel rund 80 Standorte, davon neben Speyer auch einige weitere in Deutschland. 

„Strukturelle Wettbewerbsnachteile"

Wie die Lokalzeitung Rheinpfalz berichtet, hatte Mann+Hummel noch 2022 einen Ausbau des Standorts Speyer geplant. Durch die Konzentration auf Filtrationslösungen für den Maschinenbau, die Landwirtschaft, die Bauwirtschaft sowie Schifffahrt sei das Werk weniger konjunkturabhängig als Standorte mit Automobil-Kunden gewesen. Die „sich verändernden Rahmenbedingungen in Europa” treffen nun jedoch auch Speyer. Auf Anfrage der Rheinpfalz teilte Kommunikations-Chefin Lisa Schiffgens diesbezüglich mit: „In einzelnen Produktbereichen ist die Profitabilität am Standort Speyer aktuell nicht ausreichend, um das Geschäft nachhaltig weiterzuentwickeln.“ Es habe sich gezeigt, „dass die heutige Kostenstruktur des Standorts im Vergleich zu anderen Werken strukturelle Nachteile aufweist – insbesondere bei Fix- und Arbeitskosten. Einzelne Optimierungsmaßnahmen können die strukturellen Wettbewerbsnachteile des Standorts nicht ausgleichen.“ In einem mehrjährigen Prozess bis spätestens Ende 2028 soll der Standort nun abgewickelt werden. 

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