Test-Doppelpack der AutoBild-Gruppe

Spitzenplätze für Hankook Ventus evo und Conti SportContact 7 

Die Sommerreifentest-Saison ist in vollem Gange – mit zwei weiteren Produktvergleichen legt nun die AutoBild nach.  Foto: New Africa – stock.adobe.com

Nachdem das AutoBild-Testteam um Dierk Möller in der Vorrunde gewohnt kräftig ausgesiebt hat, absolvieren nur die 20 Top-Bremser die finalen Prüfdurchgänge. Während einige Kandidaten dort ihr in der Vorrunde bereits angedeutetes Potenzial vollumfänglich unter Beweis stellen können, landen andere nach starken Bremsleistungen final nur im (hinteren) Mittelfeld. Testsieger in der Spezifikation 245/45 R19 Y wird der Hankook Ventus evo, der sich als zweitbester Bremser für das Finale qualifizierte. „Fahrdynamiker mit exzellentem Handling auf trockener und nasser Piste” steht im Zeugnis des koreanischen Gummis, dem AutoBild zudem ein „sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis” bescheinigt. Nachdem Hankook-Profile zuletzt ob genau dieses Kriteriums bereits stark nachgefragt waren, dürfte der Testsieg der Marke weiteren Schub verleihen.  

Hinter dem Hankook-Vertreter komplettieren der Goodyear Eagle F1 Asymmetric (Gesamtnote 1,2) und der Michelin Pilot Sport 5 (Gesamtnote 1,3) das Podium. Beide überzeugen mit einer hohen prognostizierten Laufleistung und einem sehr guten Performance-Level, rufen dafür aber auch entsprechende Preise auf. In puncto Wirtschaftlichkeit – einem Kriterium, dem vor allem der ADAC in seinen Tests zunehmend Bedeutung beimisst – kann diese Rechnung allerdings durchaus aufgehen. Maßgeblich ist hierbei jedoch auch die Messgrundlage für die Kalkulation der Laufleistung. Diese erfolgte bei AutoBild nach eigenen Angaben auf Grundlage eines 4.000 Kilometer langen Abriebstest aller Kandidaten auf einem Rollenprüfstand. 

Auf dem geteilten vierten Platz komplettieren der „Nässespezialist” Pirelli Cinturato C3 und der Giti GitiSport S2+ das Quintett „vorbildlicher” Profile. Nicht nur wegen dieses Resultats wird man den diesjährigen AutoBild-Sommerreifentest auf Seiten des Herstellers aus Singapur erfreut zur Kenntnis nehmen: Während der Giti-Reifen damit sein souveränes Vorrundenergebnis (Platz fünf) bestätigt, fährt der SportActive 2 Evo der Marke GT Radial als zweites Konzernprodukt auf einen starken achten Rang (Gesamtnote 1,8). 

Dauerthema Laufleistung bei Vredestein

Das Feld der „guten” Reifen führt Continental mit dem PremiumContact 7 (Gesamtnote 1,6) an, der leistungstechnisch durchaus überzeugt. Die Tester sehen ihn allerdings etwas weniger performant als die besten Kandidaten im Testfeld, weshalb der teuerste Kaufpreis stärker ins Gewicht fällt. Auf Augenhöhe mit dem Conti-Reifen rollt dafür der „Regenexperte” Kumho Ecsta Sport PS72 ins Ziel. Nach dem bereits erwähnten Vertreter von GT Radial untermauert der Nexen N’Fera Sport auf Rang neun das starke Abschneiden der koreanischen Test-Fraktion. Das „Schnäppchen mit kurzen Bremswegen und guten Sicherheitsreserven” teilt sich den Platz mit dem Vredestein Ultrac Pro (beide Gesamtnote 1,9). Letzterer hadert wie bereits andere Modelle der Marke mit einer laut AutoBild „geringeren Laufleistung”, die ihn eine bessere Platzierung kostet. 

Wiederum dahinter rangiert der Bridgestone Potenza Sport Evo, der als guter – allerdings keineswegs günstiger – „Allrounder” lediglich die zweite Tabellenhälfte im Test anführt. Ihm zur Seite steht mit der gleichen Gesamtnote (2,1) der „Bremsprofi” Nokian Powerproof 2 („etwas schwächer auf Nässe”). Gleich drei Gummis erfahren sich anschließend die Note 2,4 und komplettieren damit auf Platz 13 den Wertungskorridor „gut”: Neben dem Yokohama Advan Sport V107 („Trockendynamiker”; „höchster Rollwiderstand”) sind das die neuen Konzerngeschwister Dunlop Sport Maxx RT2 und Falken Azenis FK520. Während der Falken-Pneu „viele Kilometer fürs Geld schafft”, schwächelt der Dunlop-Reifen genau dort etwas und „verliert im Kostenkapitel an Boden”. 

„Premiumhersteller bleiben eine sichere Bank”

Fünf Reifen und damit ein Viertel aller Finalteilnehmer gehen als „befriedigend” durchs Ziel. Darunter ist auch der Vorrundensieger und „Nassbremskönig” Linglong Sport Master (Gesamtnote 2,6), der als „Schlusslicht bei der Laufleistung” zu viel Kredit verspielt. Genau dieses Kriterium macht auch dem Toyo Proxes Sport 2 („Trocken-Ass”, „deutlich eingeschränkte Laufleistung”) zu schaffen, der die Gesamtnote 2,8 einfährt. Eine glatte 3,0 gibt es für den Maxxis Victra Sport 6 („Kurvenjäger auf trockener Fahrbahn”; „schwammiges Fahrverhalten bei Nässe, hoher Verschleiß”), der damit knapp vor den Final-Schlusslichtern Kleber Dynaxer HP5 und Sava Intensa UHP 2 (jeweils Gesamtnote 3,2) rangiert. Das Duo punktet in preislicher Hinsicht sowie beim Rollwiderstand, fährt dem Rest des Feldes jedoch vor allem auf Nässe hinterher. 

„Unser großer Test beweist: Premiumhersteller bleiben im unübersichtlichen Reifenangebot eine sichere Bank. Mit Hankook, Goodyear, Michelin und Pirelli schneiden gleich vier etablierte Marken ‘vorbildlich’ ab”, resümieren Dierk Möller und Martin Westerhoff. „Die Überraschung liefert Giti und hält Einzug in diesen elitären Kreis. Besonders erfreulich für Autofahrer: Gute und sichere Reifen müssen nicht zwingend teuer sein. Vor extremen Billigheimern können wir jedoch nach unseren Bremstests weiterhin nur eindringlich warnen.”

AutoBild-Sommerreifentest 2026, Dimension 245/45 R19 Y

Modell Nass¹ Trocken Kosten Bewertung
1. Hankook Ventus evo 1- 1- 1- 1,1 - vorbildlich
2. Goodyear Eagle F1 Asymmetric 2+ 2+ 1 1,2 - vorbildlich
3. Michelin Pilot Sport 5 2+ 2+ 1- 1,3 - vorbildlich
4. Giti GitiSport S2+ 2+ 2+ 2 1,4 - vorbildlich
4. Pirelli Cinturato C3 1- 2 2 1,4 - vorbildlich
6. Conti PremiumContact 7 2+ 2 2+ 1,6 - gut²
6. Kumho Ecsta Sport PS72 2+ 2 2+ 1,6 - gut
8. GT Radial SportActive 2 Evo 2+ 2 2 1,8 - gut
9. Nexen N’Fera Sport 2 2 2+ 1,9 - gut
9. Vredestein Ultrac Pro 2 2+ 2- 1,9 - gut
11. Bridgestone Potenza Sport Evo 2 2 2 2,1 - gut
11. Nokian Powerproof 2 2- 2+ 2 2,1 - gut
13. Dunlop Sport Maxx RT2 2 2 2- 2,4 - gut
13. Falken Azenis FK520 2 2- 2+ 2.4 - gut²
13. Yokohama Advan Sport V107 2- 2+ 2- 2,4 - gut²
16. Linglong Sport Master 2+ 2 3+ 2,6 - befriedigend²
17. Toyo Proxes Sport 2 2- 2+ 3+ 2,8 - befriedigend²
18. Maxxis Victra Sport 6 3+ 2+ 3+ 3,0 - befriedigend²
19. Kleber Dynaxer HP5 3+ 2- 2+ 3,2 - befriedigend²
19. Sava Intensa UHP 2 3+ 2- 2+ 3,2 - befriedigend²

¹Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend), Gewichtung Nass/Trocken je 40 Prozent, Kosten 20 Prozent
²Einzelnoten ab 3 und Ka­pi­tel­noten ab 3+ führen zu Abwertungen

19-Zoll-Mischbereifung bei AutoBild sportscars im Test

Parallel zu ihrem regulären Test haben die AutoBild-Prüfer auch in dieser Saison wieder eine sportliche Reifendimension genauer unter die Lupe genommen. Montiert auf einem BMW Z4 stand diesmal die Mischbereifung 255/35 R19 Y (vorne) und  275/35 R19 Y (hinten) im Fokus, wobei das Testfeld acht etablierte Marken umfasste. Unter diesen stechen noch einmal zwei besonders heraus und sichern sich somit als einzige die Einstufung „vorbildlich”. Den Sieg erringt der „Handling-König” SportContact 7 aus dem Hause Continental (Gesamtnote 1,2), der die Testmannschaft „mit überragender Performance auf nasser wie trockener Piste” und „kürzesten Bremswegen” überzeugt. Am ehesten mit dem Hannoveraner Pneu mithalten kann noch der Bridgestone Potenza Sport Evo („Dynamiker mit sportlichem Nasshandling und präzisem Lenkgefühl, kurze Bremswege im Trockenen”), der mit der Gesamtnote 1,4 auf Rang zwei einfährt. Zu bemängeln hat AutoBild sportscars bei beiden Gummis jeweils nur den „leicht erhöhten Rollwiderstand”. 

Der geteilte dritte Platz geht an den „Nässespezialisten” Pirelli P Zero PZ5 („schwächer im Trockenhandling”) sowie den „Trockenexperten” Vredestein Ultrac Pro („kann keine Glanzlichter setzen”). Beide erhalten das Urteil „gut” (Gesamtnote 1,6). Ebenfalls gleich stark sind dann der Kumho Ecsta Sport S PS72 und der Michelin Pilot Sport 4S auf Rang fünf (jeweils Gesamtnote 1,9). Während der Kumho-Vertreter als „Sparfuchs ohne gravierende Schwächen” gewürdigt wird, attestieren die Prüfer dem Michelin-Pneu ein „unstimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis” und führen das insbesondere auf die schwächere Nässeperformance zurück. Solide performt als Siebter wiederum der Hankook Ventus S1 Evo Z („kurze Trockenbremswege”; „etwas weniger Reserven im Nasshandling”), der die Note 2,0 erhält. 

Abgeschlagenes Schlusslicht ist dann der Goodyear Eagle F1 SuperSport, der in kaum einer Disziplin mit den übrigen Kandidaten mithalten kann. Zwar bescheinigen die Tester dem „Routinier” noch „ordentliche Sicherheitsreserven bei Aquaplaning”, doch die Liste der festgestellten Schwachpunkte ist lang: „Schlusslicht im Nass- und Trockenhandling, verlängerte Bremswege im Nassen, unharmonisches Fahrgefühl”. Unter dem Strich steht die Gesamtnote 3,3 und ein für Goodyear kaum zufriedenstellendes Resultat. Diesbezüglich führen Dierk Möller und Martin Westerhoff in ihrem Fazit aus: „Das mäßige Abschneiden des Goodyear Eagle F1 SuperSport ist nur dadurch zu erklären, dass er im getesteten Mischformat offensichtlich nicht mit dem BMW Z4 harmoniert.” Ansonsten legt die Testcrew den Fokus eher auf das Positive: „Dass von acht Kandidaten sieben ‘gut’ oder besser abschneiden, ist erfreulich. Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass gute Sportreifen trotz ihrer Breite auch im Nassen sehr gut funktionieren können.” 

Sommerreifentest AutoBild sportscars, Dimension 255/35 R19 Y (VA) und  275/35 R19 Y (HA)

Modell Nass¹ Trocken Bewertung
1. Continental SportContact 7 1- 1- 1,2 - vorbildlich
2. Bridgestone Potenza Sport Evo 2+ 2+ 1,4 - vorbildlich
3. Pirelli P Zero PZ5 2+ 2 1,6 - gut
3. Vredestein Ultrac Pro 2 2+ 1,6 - gut
5. Kumho Ecsta Sport S PS72 2 2 1,9 - gut
5. Michelin Pilot Sport 4S 2- 2+ 1,9 - gut
7. Hankook Ventus S1 Evo Z 2- 2 2,0 - gut
8. Goodyear Eagle F1 SuperSport 3 2- 3,3 - befriedigend²

¹Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend), Gewichtung Nass/Trocken je 50 Prozent
²Einzelnoten ab 3+ in sicherheitsrelevanten Disziplinen und Ka­pi­tel­noten ab 3+ führen zu Abwertungen

Ähnliche Artikel

ADAC Sommerreifentest
25.02.2025, 01:11 3 Min.
Zwei Reifen mit “sehr guter” Bilanz im Bereich Fahrsicherheit
ADAC-Sommerreifentest 2025: Elf Reifen überzeugen
Reifentest
20.02.2024, 00:01 5 Min.
Conti, Michelin und Kumho überzeugen im ADAC-Sommerreifentest 2024
Sommerreifen auf dem Prüfstand
SUV_Winterreifentest_Allrad
10.10.2024, 02:05 3 Min.
“Billigprofil” Imperial Ice-Plus S210 ist keine Allrad-Option
Autobild Allrad testet 12 Winterreifen
Ganzjahresreifen-Test
26.09.2024, 08:47 5 Min.
Vredestein Quatrac sichert sich Pole im Ganzjahresreifentest der AutoBild
Reifentest