Eindrücke vom Mahle Media Tech Day 2026

Technologievielfalt und Konzepte für die Werkstatt der Zukunft 

Mahle Arnd FranzAls bekannter Verfechter von Technologieoffenheit sprach Mahle-CEO Arnd Franz über das künftige Nebeneinander unterschiedlicher Antriebsformen.  Foto: Daniel Lorenz

„Technologievielfalt ist entscheidend. Batterieelektrik, Wasserstoff und erneuerbare Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren müssen gemeinsam zur CO₂-Reduktion eingesetzt werden”, brachte Arnd Franz seine Position gleich zu Beginn des Media Tech Days auf den Punkt. Zugleich betonte der Mahle-CEO den Anspruch des Konzerns, in den genannten Feldern als „relevante Größe” aufzutreten und den entsprechenden Wandel mit voranzutreiben. Im Nutzfahrzeug-Segment setzt der Zulieferer dafür unter anderem auf ein neues Range-Extender-System für schwere E-Trucks. „Unser Range Extender ist ein intelligentes ‚Notstromaggregat‘, das im richtigen Moment anspringt und die Reichweite entscheidend erhöht“, führt Dr. Marco Warth als Leiter der Mahle-Konzernentwicklung aus. Das System könne etwa ein Drittel der bestehenden Batteriekapazität eines BEV-Trucks ersetzen, sodass dieser auf eine Reichweite von über 800 Kilometern komme, heißt es seitens des Zulieferers. Mahle fordert daher, dass Range-Extender-Systeme „als pragmatischer Beschleuniger der Elektrifizierung anerkannt und regulatorisch berücksichtigt” werden. 

Mahle Range Extender, Marco Warth
Das neue Range-Extender-System von Mahle (hier präsentiert von Dr. Marco Warth) soll als „Reichweiten- und Flexibilitäts-Booster” für Flotten dienen. Foto: Daniel Lorenz

Vor allem im Commercial-Segment blieben Verbrenner jedoch weiterhin relevant, wie Arnd Franz weiter ausführte. Aufgrund langer Fahrzeug-Lebenszyklen müsse es mit Blick auf die CO₂-Vorgaben daher um weitere Verbesserungen der existierenden Verbrenner-Flotte gehen. Entsprechende Motorkomponenten – darunter die neue Power Cell Unit (PCU) –, die sowohl den Kraftstoffverbrauch als auch die Betriebskosten senken sollen, wird das Unternehmen ebenfalls auf der IAA Transportation in Hannover zeigen. 

Neues Werkstattportal für Kfz-Profis 

Jede Menge Neuheiten wird ferner auch die Sparte Lifecycle and Mobility im Gepäck haben, wenn Mahle eine Woche vor der IAA nach Frankfurt zur Automechanika reist. Das Aftermarket-Team des Konzerns wird dort nach eigenem Bekunden ein ganzheitliches Ökosystem präsentieren, das Fahrzeugteile, Wissen, Diagnostik und Werkstattausrüstung intelligent vernetzt. „Herzstück” des Konzepts ist laut Philipp Grosse Kleimann, Mitglied der Mahle-Konzernleitung und Leiter des Geschäftsbereichs Lifecycle and Mobility, ein neues Werkstattportal. Über die cloudbasierte Plattform sind Grosse Kleimann zufolge relevante Reparatur-Informationen „schnell, zentral und digital verfügbar”. Realisiert wird das unter anderem über einen integrierten technischen Support mit KI-gestützten Funktionen und einem Ticketsystem, sodass Werkstätten unmittelbaren Zugang zu Expertenwissen sowie Unterstützung bei Diagnose- und Reparaturfragen erhalten. Erste Pilotprojekte für das Portal in Europa und Südamerika starten noch im Sommer, ehe freie Werkstätten hierzulande im Nachgang der Automechanika Zugang erhalten und das Angebot dann sukzessive weltweit ausgerollt wird. 

Mahle Media Tech Day 2026
In Stuttgart konnte Mahle diverse nationale und internationale Journalistinnen und Journalisten begrüßen. Foto: Daniel Lorenz

Mit dem Battery Workshop Support will das Unternehmen ferner die HV-Kompetenz freier Werkstätten steigern, während in Zusammenarbeit mit Rohde & Schwarz der Bereich Fahrerassistenzsysteme (ADAS) adressiert wird. Dafür wird das Mahle-Kalibriersystem TechPro Digital ADAS 2.0 Extra mit dem Radar-Tester RadEsT von Rohde & Schwarz kombiniert. Servicebetriebe sollen so erstmals Radarkomponenten auf ihre tatsächliche Funktionsfähigkeit anhand realistischer Verkehrsszenarien überprüfen können. Darüber hinaus laufen Tests für mobile Service-Vans, mit denen Werkstätten Arbeiten wie etwa einen Ölwechsel bei Kundinnen und Kunden vor Ort durchführen können. „Die Werkstatt der Zukunft wandelt sich von einer Reparaturstätte zum Dienstleistungszentrum für vernetzte, elektrifizierte und zunehmend softwaregesteuerte Mobilität. Mahle gestaltet diesen Wandel aktiv mit“, unterstreicht Philipp Grosse Kleimann.

Mahle, Philipp Grosse Kleimann
Will mit Mahle den Wandel im Werkstattgeschäft mitgestalten: Philipp Grosse Kleimann, Mitglied der Mahle-Konzernleitung und Leiter des Geschäftsbereichs Lifecycle and Mobility. Foto: Daniel Lorenz

Potenziale bei Nfz und jenseits des Automotive-Segments

Mit seiner Aftermarket-Sparte hat Mahle im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden Euro erzielt. Wechselkursbereinigt entspricht das einem Plus von 1,7 Prozent. Nach einer insgesamt durchwachsenen Jahresbilanz 2025 bleibt der Zulieferer jedoch weiter im „Anpassungsmodus”. Während der Aftermarket eine relevante Umsatzstütze bleiben soll, sehen die Verantwortlichen derweil insbesondere im Commercial-Segment Chancen. „Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden fünf Jahren mit unseren Nutzfahrzeugprodukten stärker wachsen als der Markt“, so Arnd Franz. Im Blick hat der Konzern dabei insbesondere die Region Asien. Parallel dazu wird auch für Mahle das Non-Automotive-Geschäft wichtiger. Gebündelt wird dieses in der kürzlich neu geschaffenen Einheit „Industrial and Special Solutions“. „Wir wollen in diesem Bereich nachhaltig und überproportional wachsen”, lautet die diesbezügliche Zielsetzung, die Arnd Franz beim Media Tech Day formulierte. 

Dr. Matthias Kreimeier Mahle ChargeBig
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Mahle Felix-Matthias Walter
Mahle Matthias Jung
Mahle Inside
Mahle, Rohde & Schwarz
Mahle Marco Warth, Arnd Franz, Philipp Grosse Kleimann
Mahle, Dr. Armin Frommer
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