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The Tire Cologne 2026 steht für den kooperativen Spirit der Branche

Leidenschaftlicher Kämpfer für die Reifenbranche: The Tire Cologne Direktor Ingo Riedeberger.   Foto: Kay Lehmkuhl

Das Messegeschäft im Automotive-Segment ist ein Spiegel der angeschlagenen Konstitution der Automobilwirtschaft. Der Wettbewerb hat sich auf ein Maximum verdichtet, überall wirken Programme zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung. Budgets für Messepräsenzen und Marketing-Aktivitäten wurden bei eigentlich allen Unternehmen gekürzt und werden nun sehr selektiv eingesetzt. Die Messegesellschaften hierzulande leisten enorme Anpassungsleistungen, weiten ihre Themenspektren und Formate, um Hersteller, Zulieferer und Handelsunternehmen von einer Teilnahme zu überzeugen. Auch die Koelnmesse und der ideelle Träger von The Tire Cologne, der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V., haben im Messekonzept nachgeschärft. Nun wird die finale Werbetrommel gerührt, die Anstrengung unter allen Beteiligten ist aber spürbar – und eine Ausstellerliste war zum Zeitpunkt des TTC-Vorab-Events noch nicht verfügbar. Klar ist aber, dass auf Seiten der Reifenhersteller aus dem Bereich der Premiummarken nur Conti und Dunlop aktuell wirkliche Strahlkraft besitzen. Goodyear und Bridgestone sind immer noch zu beschäftigt mit sich selbst und offensichtlich nicht mehr imstande, den trotz allen Wettbewerbs in der Branche lange Zeit verbindenden Geist zu leben. 

The Tire Cologne steht aber genau für diesen kooperativen Spirit. Insofern ist es unbedingt zu honorieren, mit welcher Leidenschaft die Menschen der Koelnmesse für die Messe und letztlich die Branche werben. Die erneute Abstinenz großer Akteure – und in diesem Jahr fährt auch Pirelli die Station TTC nicht mehr an – sagt viel über die Zersetzungsprozesse und auch das wenig zugewandte Auftreten einiger Hersteller in Richtung der Handelsakteure. Conti ist eine große Ausnahme, auch Hankook wird als vorderster Vertreter des Quality-Segments den Kontakt zur Service-Klientel suchen. Dass auch Linglong, der ambitionierteste chinesische Hersteller, eine große Präsenz gebucht hat, verdeutlicht die langsame Verschiebung der Machtverhältnisse in der Reifenwelt. Im Bereich der Werkstattausrüstung zeichnet sich hingegen ein Upgrade ab. Angeteasert wurden Namen wie Beissbarth, Stahlgruber, Corghi oder Hunter. Man kann den TTC-Verantwortlichen nichts vorwerfen. Sie setzen die richtigen Themenschwerpunkte – die Bereiche Kreislaufwirtschaft und auch das Flottengeschäft werden erheblich aufgewertet. 

Die Branche befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Neue Materialien, digitale Technologien, steigende Nachhaltigkeitsanforderungen und verschobene globale Märkte verändern die Spielregeln für Hersteller, Handel und Servicebetriebe. In dieser dynamischen Phase will The Tire Cologne 2026 erneut zur zentralen Plattform für Orientierung, Austausch und Zukunftsthemen werden. Wie lassen sich Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit verbinden? Welche Technologien treiben die Branche voran? Und wie werden globale Märkte in Zeiten geopolitischer Veränderungen neu gestaltet? „Unsere Rolle geht weit über eine reine Produktschau hinaus. Wir setzen Themen, wir schaffen Orientierung, wir geben der Branche Impulse – und das auf internationaler Ebene“, so Messe-Direktor Ingo Riedeberger. Mit rund 350 Ausstellern aus 32 Ländern, darunter etwa 75 Prozent internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bleibt die Messe eine der weltweit wichtigsten Branchenplattformen. Sie bildet die gesamte Marktstruktur ab. Die Beteiligung chinesischer Unternehmen wird in diesem Jahr allerdings insgesamt geringer ausfallen. Die TTC-Verantwortlichen formulierten gegenüber der Fachpresse noch recht vorsichtig die Erwartung von rund 15.000 Fachbesucherinnen und -besuchern. Dies wäre ein leichter Zuwachs zur TTC-Ausgabe 2024 (14.400) und bei Gelingen sicher ein Erfolg. 

Die wichtigsten Fachjournalisten aus Europa reisten zur Vorab-PK nach Köln. Foto: Kay Lehmkuhl

Der Handel bleibt laut Messegesellschaft das Rückgrat der Messe. Eine zentrale Rolle spielen nach wie vor der Reifenfachhandel und der Großhandel, der traditionell die wichtigste Besuchergruppe der Messe bildet. Gleichzeitig werden weitere Zielgruppen ins Visier genommen – allen voran Flottenbetreiber. Im Rahmen des Branchenformats „trans aktuell-Symposium” werden rund 50 Spediteurinnen und Spediteure sowie Nutzfahrzeugexpertinnen und -experten erwartet, die sich über neue Lösungen für das Flottenmanagement, Serviceprozesse und die Kostenoptimierung informieren werden. Ergänzt wird dieses Angebot durch die Global OTR Conference, die erstmals auf der Tire Stage stattfindet. In Halle 8 richtet die Messe mit dem “Walk of Services" einen besonderen Fokus auf Dienstleistungen und Werkstattlösungen für den Reifenfachhandel. Hier wird auch Automotive Insights mit einem Stand Präsenz zeigen. 

Reifenwissen abgefragt – The Tire Cologne Quiz. Foto: Kay Lehmkuhl

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