Thomas Peckruhn führt gemeinsam mit seinen Söhnen die Autohaus Liebe Gruppe mit neun Standorten in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Niedersachsen und gehört bereits seit 2005 zum Vorstand des ZDK. Als dienstältester Vizepräsident hatte er die Verbandsführung nach dem Rücktritt Arne Joswigs (62) Ende Mai kommissarisch übernommen. Nun wurde er von den ZDK-Mitgliedern in dieser Rolle bestätigt. „Ich freue mich auf die vor mir liegende Aufgabe und darauf, meinen Beitrag zu leisten, damit der ZDK als bewährte Organisation die Mobilität der Zukunft aktiv mitgestalten kann“, so der neue ZDK-Präsident in einem ersten Statement. Zugleich betonte Peckruhn: „Es braucht einen starken ZDK in Berlin und Brüssel.“ Speziell was die Präsenz in der belgischen Hauptstadt angeht, soll auch die neue Allianz „Automotive Mobility Europe“ (AME) Wirkung entfalten, an der der ZDK federführend mitwirkt.
Bei seinen Vorhaben als ZDK-Präsident erhält Thomas Peckruhn Unterstützung von Michael Kraft (64), der zum neuen Vizepräsidenten gewählt wurde. Während der Diplom-Wirtschaftsingenieur in dieser Funktion seine Tätigkeit als ZDK-Schatzmeister fortsetzt, wurde er in einer Vorstandssitzung des Zentralverbands des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK) als Schatzmeister abberufen. Diese Rolle hat künftig ZVK-Vorstandsmitglied Jeffrey Kilian inne. Darüber hinaus wurden Fabio Krause, Geschäftsführer des Ford-Partnerverbands sowie Alexander Sauer-Wagner, Vorsitzender des Volkswagen- und Audi-Partnerverbands als Nachfolger von Johann Gesthuysen und Dirk Weddigen von Knapp in den ZDK-Vorstand gewählt. Alexander Sauer-Wagner übernimmt von Thomas Peckruhn zudem das Amt des Sprechers der Fabrikatsverbände. Auch die neuen Vorstandsmitglieder sollen mithelfen, die verbandsinternen Streitigkeiten beizulegen und durch geeintes Auftreten das Vertrauen der Mitgliedsbetriebe zurückzugewinnen.
Neues Positionspapier mit Impulsen für die Elektromobilität
Derweil mahnt der ZDK auch mit neuem Personal an der Spitze einmal mehr zielgerichteteres Handeln der Bundesregierung mit Blick auf die E-Mobilität an. „Die Elektromobilität ist kein Selbstläufer. Wenn das Kfz-Gewerbe auch in Zukunft ein starker Pfeiler des Automobilstandorts Deutschland bleiben soll, dann brauchen unsere Betriebe jetzt verlässliche politische Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit – für ihre Werkstätten, ihre Händler und ihre Kunden“, so ZDK-Präsident Thomas Peckruhn, der damit nahtlos an die politische Arbeit seines Vorgänger anknüpft. Welche Handlunsgfelder der Verband konkret sieht, haben die Verantwortlichen im neuen Positionspapier mit dem Titel „Elektromobilität für Alle: Impulse für alltagstaugliche E-Mobilität in Deutschland“ konkretisiert. Dessen Inhalte wurden im Rahmen des 25. Automobildialoges in der ZDK-Hauptstadtrepräsentanz in Berlin unter anderem mit der Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Dr. Claudia Elif Stutz, Sebastian Bock, Geschäftsführer T&E Deutschland und Matthias Gastel, Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, diskutiert.
Neben der Ladeinfrastruktur mahnt der ZDK unter anderem Impulse in den Bereichen Reparatur und Recycling – etwa mit Blick auf Batteriepässe und deren Standardisierung – sowie bei Ausbildung und Qualifizierung an. Zudem treibt den Verband das Thema Kosten um, das speziell mit Blick auf die jüngsten Haushaltspläne der Bundesregierung vielfach diskutiert wurde. „Wenn E-Mobilität im Alltag funktionieren soll, brauchen wir mehr Transparenz für Kunden, mehr Verlässlichkeit und klare finanzielle Anreize – nur so kommt die Antriebswende auch wirklich bei den Menschen an. Das Kfz-Gewerbe ist bereit, seinen Beitrag zu leisten – aber die Rahmenbedingungen müssen endlich stimmen“, betont Peckruhn.