Etwas mehr als 224,1 Millionen verkaufte Einheiten bilanzieren die Tyres-Europe-Mitglieder für den europäischen Consumer-Ersatzmarkt im Jahr 2025. Das sind knapp 2 Prozent weniger als noch im Vorjahr, wobei ein schwaches viertes Quartal (-5 Prozent) das Ergebnis zusätzlich dämpfte. In den letzten drei Monaten des Jahres gaben vor allem die Winterreifen-Absätze nochmals deutlich nach (-14 Prozent), was das Tyres-Europe-Team um Adam McCarthy jedoch vor allem mit einem Faktor begründet: „Der starke Einbruch im vierten Quartal ist auf mildere Wetterbedingungen zurückzuführen, im Gegensatz zum vierten Quartal 2024, als frühe starke Schneefälle in Teilen Europas die Nachfrage ankurbelten”, so der Generalsekretär des Verbands.
Im Gesamtjahr landen die Spezialisten für die kalte Jahreszeit 2 Prozent unter dem Absatzniveau des Vorjahres, während die Zahl verkaufter Sommerreifen um 7 Prozent sank. Trotz eines fünfprozentigen Plus bei Ganzjahresprofilen steht im europäischen Consumer-Ersatzmarkt für die Tyres-Europe-Mitglieder ein Minus von zwei Prozent zu Buche. „Der Rückgang spiegelt den anhaltenden makroökonomischen Druck wider: geringes Verbrauchervertrauen, ein begrenztes Wachstum der Jahresfahrleistung und über das gesamte Jahr hinweg steigende Importanteile.” Letztere lagen bis November 5 Prozent über dem Vorjahresniveau, was vor allem auf einen Anstieg von 25 Prozent im ersten Quartal zurückzuführen war. Mitverantwortlich hierfür war laut Tyres Europe, dass viele Großhändler ihre Lieferungen von Pkw-Reifen aus China vor den erwarteten EU-Zöllen vorzogen. In den letzten Monaten des Jahres zeigte sich dann allerdings wieder ein leichter Abwärtstrend. Hinter China festigte Südkorea seinen Platz als Importland Nummer zwei, vor Japan, Thailand und Indien. Wiederum dahinter drängt allerdings Vietnam mit deutlichen Zuwächsen weiter in die Top Fünf.
Leichtes Plus im OE-Geschäft für Nutzfahrzeuge
Die zunehmenden Importe – +10 Prozent in den ersten elf Monaten des Jahres – machten sich nach Angaben von Tyres Europe auch bei Lkw- und Bus-Reifen bemerkbar: Nach einem Minus von 2 Prozent im vierten Quartal schlossen die Verbandsmitglieder das Jahr 2025 mit einem Ersatzmarkt-Minus von 4 Prozent ab. Wichtigste Importländer waren bei Commercial-Profilen Thailand, Vietnam und China. Zudem holte Südkorea kräftig auf, bleibt aber weiterhin deutlich unter dem im Jahr 2019 erreichten Rekordlevel.
Reifen für landwirtschaftliche Anwendungen sowie Motorrad- und Rollerreifen erreichten in den letzten drei Monaten 2025 nahezu das Vorjahresniveau, blieben aber insgesamt jeweils knapp 4 Prozent unterhalb der Werte von 2024. OE-seitig vermelden die Verbandsmitglieder für 2025 zumindest im Commercial-Segment ein moderates Plus von 2 Prozent. Dabei kompensierte nach Aussage der Verantwortlichen eine leichte Erholung im Jahresverlauf den schwachen Jahresbeginn in der europäischen Lkw- und Busproduktion. Eine Kombination aus „geringer Binnennachfrage, steigendem Importdruck und schwächeren Exporten” sorgte derweil im Consumer-Bereich für ein um 3 Prozent geringeres OE-Volumen der Tyres-Europe-Unternehmen.