Seit 1952 vertritt der VDIK die Interessen der internationalen Pkw- und Nutzfahrzeughersteller in Deutschland. In den letzten Jahren hat sich der Verband wieder zunehmend in Richtung Politik positioniert, um die Anliegen der internationalen Kraftfahrzeughersteller geltend zu machen. Mit der neuen Büro- und Veranstaltungsfläche im Zentrum Berlins, die als moderne Plattform für Presseveranstaltungen, Gremiensitzungen und politische Gespräche dienen soll, unterstreicht der Verband noch einmal seine unmittelbare Nähe zur Politik. „Mit dem Umzug der Geschäftsstelle an den Gendarmenmarkt erreicht der VDIK nun zusätzlich eine sehr hohe Sichtbarkeit gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Die Nähe zum Bundestag, zu den für uns wichtigsten Bundesministerien und vielen relevanten Verbänden, insbesondere VDA und ZDK, ist das richtige Signal für die politische Arbeit des VDIK in Berlin“, so Imelda Labbé, Präsidentin des VDIK.
Über die Einweihung der neuen Räumlichkeiten hinaus nutzten die Anwesenden den Anlass auch für eine inhaltliche Positionierung zu aktuellen politischen Vorhaben, insbesondere gegenüber dem Industrial Accelerator Act (IAA) – einem Rechtsakt zur beschleunigten Dekarbonisierung der Industrie, den die Europäische Kommission zuletzt vorlegte. Mit ihm soll die Nachfrage nach CO2-armen, in Europa hergestellten Produkten und Netto-Null-Technologien durch die Vergabe öffentlicher Aufträge und durch öffentliche Anreize gesteigert werden. Unter anderem umfasst der Akt Bedingungen für die Gewährung finanzieller Unterstützung für die Ökologisierung von Unternehmensflotten. Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, betonte im Hinblick auf den Entwurf des IAA, dass er pauschale Quoten für Unternehmensflotten ablehne. Bezogen auf die geplanten Vorgaben zu grünem Stahl und E-Fuels müsse man zudem schauen, dass es keine Scheinlösungen gebe. Wichtig sei, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen und die Transformation gemeinsam mit den deutschen und den internationalen Kraftfahrzeugherstellern umzusetzen. Individuelle Mobilität müsse nachhaltig und bezahlbar sein.
„Um den Standort Deutschland zu stärken ist es wichtig, dass wir uns gemeinsam zu den europäischen Weichenstellungen positionieren. Etliche Vorschläge aus Brüssel sind hier noch nicht zielführend“, ergänzte Labbé. Gemeinsame Anstrengungen seien auch nötig, um bei der Ladeinfrastruktur und dem Thema Stromkosten voranzukommen. „Die Rahmenbedingungen passen noch nicht vollumfänglich”, so Labbé. „Der erhoffte Schub ist bislang ausgeblieben.“