"Schnelle Umsetzung des Förderprogramms“

VDIK sieht 2026 Möglichkeiten zur Markterholung

„Fahrzeugkunden sind grundsätzlich offen für E-Autos, wenn die Gesamtkosten nicht höher sind als bei Verbrennern“, sagt VDIK-Präsidentin Imelda Labbé.  Foto: VDIK

„Unsere Vorhersage beruht auf der Annahme, dass die geplante Unterstützung der Bundesregierung für private E-Auto-Kunden rückwirkend zum Jahresbeginn 2026 startet und gleichzeitig wettbewerbsfähige, transparente Strompreise mit flächendeckender Infrastruktur geschaffen werden. Sollte es zu zusätzlichen Verzögerungen bei der Einführung kommen, könnten potenzielle E-Auto-Kunden weiter abwarten und damit eine Markterholung verhindern“, erklärt VDIK-Präsidentin Imelda Labbé, die seit einem Jahr dieses Amt bekleidet. Der Blick auf die Neuzulassungszahlen im November 2025 unterstreicht die Abhängigkeit des Marktes vom regulatorischen Umfeld. Laut KBA-Analyse des VDIK stiegen die Pkw-Zulassungen auf 250.671 Fahrzeuge (+2,5 Prozent), kalenderbereinigt ergibt sich ein Plus von 7,6 Prozent. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Markt ein moderates Wachstum von 0,7 Prozent auf 2,61 Millionen Pkw. Internationale Marken kamen im November auf 1,1 Millionen Zulassungen, ihr Anteil liegt stabil bei über 42 Prozent.

Elektrosegment wächst, bleibt aber deutlich unter Zielsetzung

Der BEV-Markt zeigte im November ein außergewöhnlich starkes Plus von 58,5 Prozent auf 55.741 Fahrzeuge. Internationale Hersteller steigerten ihre BEV-Zulassungen sogar um 104,4 Prozent auf 21.612 Einheiten und erreichten einen Marktanteil von 38,8 Prozent. Dennoch bleibt die Entwicklung im Jahresverlauf hinter den klimapolitisch notwendigen Quoten zurück. Zwar wurden seit Januar insgesamt 490.368 BEVs neu zugelassen (+41,3 Prozent), ihr Marktanteil von 18,8 Prozent liegt jedoch klar unter den für die CO₂-Flottenziele erforderlichen 25 Prozent. „Fahrzeugkunden sind grundsätzlich offen für E-Autos, wenn die Gesamtkosten nicht höher sind als bei Verbrennern“, macht Imelda Labbé deutlich. „Mit einer schnellen, unbürokratischen und fairen Umsetzung des von der Koalition avisierten Förderprogramms, dem Ausbau von Infrastruktur und günstigeren Strompreisen könnten die CO2-Flottengrenzwerte im kommenden Jahr gerade so erreicht werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Programm rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft tritt.“

Auch Plug-in-Hybride verzeichneten im November ein kräftiges Wachstum um 57,4 Prozent auf 32.433 Fahrzeuge. Ihr Marktanteil erreichte 12,9 Prozent und damit den höchsten Wert seit Wegfall der Förderung. Internationale Marken steigerten ihre PHEV-Zulassungen um 36 Prozent. Seit Jahresbeginn wurden 281.139 PHEV zugelassen (+62,7 Prozent). Labbé verweist erneut auf die Relevanz der Antriebsart für die Übergangsphase: Plug-in-Hybride könnten „einen spürbaren Beitrag zum Erreichen der CO₂-Flottengrenzwerte leisten“. Eine Absenkung des Utility Factors ab Januar 2026 lehnt der Verband daher ab.

Förderbedingungen bestimmen Zielerreichung

Für 2026 erwartet der VDIK einen BEV-Markt von rund 740.000 Einheiten (25,5 Prozent Marktanteil), sofern das angekündigte Förderprogramm rückwirkend in Kraft tritt, mindestens drei Jahre gültig ist und auch den Gebrauchtwagenmarkt sowie eine Stromkostenkomponente einbezieht. Bleibt die Förderung aus, rechnet der Verband lediglich mit rund 640.000 BEVs und einem Marktanteil von etwa 20 Prozent.

Im Rahmen seiner Bilanz präsentierte der VDIK zudem den Stand seines Sechs-Punkte-Plans. Er umfasst unter anderem die Produktoffensive der Mitglieder, Fortschritte beim bidirektionalen Laden, Maßnahmen zur Standortattraktivität und den Abbau bürokratischer Belastungen wie der Pkw-EnVKV. Zugleich kündigte der Verband ein Senior Executive Programm an, das 2026 gemeinsam mit der Universität St. Gallen starten soll und Führungskräfte in Handel und Herstellerorganisationen auf die Anforderungen der Transformation vorbereiten soll. Auch die Kooperation mit der Automechanika soll das Aftersales-Profil internationaler Marken stärken.

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