Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts wurden im Berichtsjahr 2.863.857 Pkw neu zugelassen, was einen Zuwachs von 1,4 Prozent gegenüber 2024 bedeutet. Innerhalb dieser Entwicklung sticht der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge hervor: Batterieelektrische Pkw (BEV) legten um 43,2 Prozent auf 545.142 Einheiten zu und erreichten einen Marktanteil von 19,1 Prozent; Plug-in-Hybride (PHEV) stiegen um 62,3 Prozent auf 311.398 Fahrzeuge und erreichten einen Anteil von 10,9 Prozent am Gesamtmarkt. Zusammengenommen hatten BEV und PHEV 2025 einen Anteil von rund 30 Prozent am Pkw-Zulassungsmarkt. Im Dezember 2025 betrug der Gesamt-Zulassungswert 246.439 Pkw, 9,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und ein Hinweis auf eine Endjahresbelebung im Markt.
ZDK nimmt Politik in die Pflicht
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bewertet die Jahresbilanz als Signal für einen Aufschwung der Elektromobilität, weist aber zugleich auf strukturelle Hemmnisse hin. „Wenn dieser Trend sich auch im Jahr 2026 fortsetzt, kann der Hochlauf der Elektromobilität dieses Jahr wirklich Fuß fassen, wenn die Weichen richtiggestellt werden“, erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Er betont aber auch: „Rechnet man die stark gestiegenen Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern bei den gewerblichen Zulassungen heraus, hat der E-Auto-Markt im Jahr 2025 lediglich wieder das Niveau von vor zwei Jahren erreicht. Im privaten Sektor hinken wir. Seit dem Förderstopp der alten Bundesregierung sind faktisch zwei Jahre verloren gegangen. Umso dringender braucht es jetzt eine klare Ankündigung der Bundesregierung, dass die E-Autoprämie für private Neuzulassungen ab sofort gilt, um einen echten und nachhaltigen Aufbruch der Elektromobilität in Deutschland sicherzustellen.“ Der Verband prognostiziert so für 2026 ein moderates Gesamtwachstum der Neuzulassungen auf rund 2,95 Millionen Pkw und einen BEV-Anteil zwischen 20 und 25 Prozent. Planungssicherheit für Händler und Käufer seitens der Politik ist dabei nach Ansicht des ZDK entscheidend.
BEV-Anteil laut VDIK hinter den Erwartungen
Die internationalen Hersteller, organisiert im Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), betonen ebenfalls die Dynamik in den elektrifizierten Segmenten. Von den BEV-Zulassungen 2025 entfallen 214.381 Einheiten auf internationale Marken, ein Plus von 59,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ihr Anteil an den BEV-Zulassungen lag bei 39,3 Prozent. Auch im PHEV-Bereich verzeichneten internationale Hersteller deutliche Zuwächse: 120.672 PHEV-Neuzulassungen entsprachen einem Anteil von 38,8 Prozent am Gesamtsegment.
„Der Pkw-Gesamtmarkt hat 2025 zugelegt und liegt leicht über den Prognosen der Hersteller. Der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge bleibt allerdings hinter den Erwartungen zurück“, konstatiert VDIK-Präsidentin Imelda Labbé. „Zwar haben die Internationalen Kraftfahrzeughersteller mit bezahlbaren BEVs und Plug-In-Hybriden überproportional zum Wachstum in diesen Segmenten beigetragen und den E-Auto-Markt mit einer starken Produktoffensive angeschoben. Dennoch reichte der Gesamtmarktanteil noch nicht aus, um die CO2-Flottengrenzwerte zu erreichen. Es ist deshalb richtig, dass die EU-Kommission die Flexibilisierung der Grenzwerte angekündigt hat. Damit nun der Markt für E-Autos und PHEVs weiter hochlaufen kann, drängt der VDIK darauf, dass die Bundesregierung die in Aussicht gestellten Fördermaßnahmen nun rasch konkretisiert und rückwirkend zum 1. Januar in Kraft setzt.“
VDA sieht Stabilisierung der Produktion
Auf der Produktionsseite meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) eine insgesamt positive Entwicklung: In deutschen Pkw-Werken wurden 2025 insgesamt 4,15 Millionen Fahrzeuge gefertigt, 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit gelang es, das Produktionsniveau der Vorjahre zu stabilisieren. Im Dezember 2025 wurden 263.500 Pkw produziert, 17 Prozent mehr als im sehr schwachen Dezember 2024. Besonders ausgeprägt war auch hier der Zuwachs bei elektrifizierten Fahrzeugen: In den ersten elf Monaten 2025 liefen knapp 1,56 Millionen BEV und PHEV vom Band, etwa 200.000 mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Trotz des leichten Produktionsanstiegs liegt die Pkw-Fertigung weiterhin unter dem Niveau vor den Auswirkungen der Krise. Gleichzeitig zogen im Dezember 2025 die Auftragseingänge im In- und Ausland spürbar an, blieben aber laut VDA insgesamt leicht rückläufig.
„Die deutsche Autoindustrie macht bei der E-Mobilität weiter Tempo und Deutschland festigt seinen Platz als weltweit zweitgrößter Produktionsstandort für E-Autos“, resümiert VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Ihrer Auffassung nach sei es „entscheidend, dass die Politik die Rahmenbedingungen für die E-Mobilität weiter verbessert. Insbesondere braucht es mehr Lademöglichkeiten für E-Pkw und E-Nutzfahrzeuge, einen konsequenten Stromnetzausbau, günstigeren Ladestrom und einen verbesserten Zugang zu transformationskritischen Rohstoffen.“