Nachdem die Lösung CorExpedida bisher nur die Marken Sachs und Wabco umfasste, können künftig auch ZF- und TRW-Altteile über die Digital-Plattform zurückgegeben werden. Diese schafft laut Unternehmensangaben Transparenz bezüglich der Rückgabebedingungen und bündelt zugleich relevante Informationen rund um Logistik, Dokumentation und Versand. Durch eine klare digitale Prozessführung werde ferner sichergestellt, dass die Komponenten das jeweils zuständige ZF-Reman-Werk erreichen. „CorExpedia ist weit mehr als ein Rückgabe-Tool. Die Plattform bildet das digitale Rückgrat unserer Reman-Wertschöpfungskette. Ein einheitlicher Prozess über alle Marken und Märkte hinweg ermöglicht unseren Partnern effizienteres Arbeiten und stellt gleichzeitig die Verfügbarkeit der Altteile sicher, die für hochwertige wiederaufgearbeitete Produkte unerlässlich sind”, führt Tomasz Galazka, Head of Global Remanufacturing Strategy & Business Development bei ZF Aftermarket, aus. „Damit schaffen wir eine wesentliche Grundlage, um Kreislaufwirtschaft im Aftermarket praktisch umzusetzen.“
Philippe Colpron, Leiter ZF Aftermarket und Executive Vice President der ZF Group, ergänzt: „Remanufacturing leistet einen entscheidenden Beitrag zur Abfallvermeidung, zur Schonung von Ressourcen und zur Verlängerung von Produktlebenszyklen. Mit mehr als 7.300 wiederaufgearbeiteten Produkten, die an 20 Standorten weltweit gefertigt werden, gehört ZF zu den führenden Anbietern im Aftermarket. Dieses Engagement treibt uns jeden Tag an – und der Reman Day bietet die passende Gelegenheit, darauf aufmerksam zu machen.“ Der vom Remanufacturing Industries Council (RIC) initiierte Reman Day soll globale Sichtbarkeit für die Potenziale von Remanufacturing schaffen. In diesem Jahr fällt der Tag auf den 23. April.
CTO-Rolle bündelt technologische Zukunftstehmen
Eine weitere aktuelle Mitteilung aus dem Hause ZF betrifft derweil die Vorstandsebene. Der Konzern schafft die Position des Chief Technology Officers, in der die konzernweite technologische Steuerung vereint wird. Die Rolle, die in dieser Form bei ZF zuletzt nicht existierte, übernimmt Dr. Peter Holdmann. „Mit der CTO-Position setzen wir ein klares Zeichen: Sie stärkt die technologische Steuerung im Konzern, beschleunigt den Transfer von Innovationen in marktfähige Lösungen und verbessert die Kosten- und Effizienzperformance unserer konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten“, teilt ZF-Chef Mathias Miedreich zu der Maßnahme mit. „Mit Dr. Peter Holdmann übernimmt eine Persönlichkeit die neu geschaffene CTO-Rolle, die technische Tiefe und strategische Perspektive überzeugend verbindet. Diese Kombination ist entscheidend, um Technologie und Entwicklung konzernweit weiter zu schärfen“, fügt Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender des ZF-Aufsichtsrats, hinzu.
Dr. Peter Holdmann ist promovierter Maschinenbauingenieur mit der Fachrichtung Kraftfahrwesen und seit dem Jahr 2000 bei ZF tätig. Im Mai 2024 wurde er in den Vorstand berufen. „Wirtschaftliche Disziplin und Innovationen, die in unseren ZF-Divisionen kundennah entwickelt werden, gehen Hand in Hand. Der Einsatz Künstlicher Intelligenz revolutioniert aktuell Entwicklungsprozesse und -werkzeuge grundlegend – mit spürbaren Effekten auf Effizienz und Geschwindigkeit“, betont Holdmann. „Diese Transformation ist für ZF wettbewerbskritisch und erzeugt eine Dynamik, die zu schnelleren Entscheidungen und schließlich zu Produkten führt, die am Markt überzeugen. Das ist gut für ZF und für unsere Kunden.“
Umzug nach Niederzissen im Laufe des Jahres
Wie dieser Tage bekannt wurde, gibt es zudem neue Entwicklungen rund um den Umzug des ZF-Werks von Ahrweiler nach Niederzissen. Aufgrund fehlender Wettbewerbsfähigkeit am neuen Standort wurde der aus Hochwasserschutz-Gründen geplante Umzug seitens der Verantwortlichen zwischenzeitlich infrage gestellt. Im Austausch mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall konnte nun jedoch ein Alternativ-Konzept für Niederzissen realisiert werden. Laut einer Mitteilung der IG Metall wird ein „zusätzliches Brückengeschäft” am Standort platziert, während betriebsbedingte Kündigungen für die knapp 180 Beschäftigten zugleich bis Ende 2028 ausgeschlossen sind. Wie der SWR berichtet, soll der Umzug im Laufe des Jahres erfolgen. Eine endgültige Entscheidung zur Zukunft des Standortes stehe jedoch weiter aus. „ZF prüft weiterhin diverse Optionen einer langfristigen Perspektive für den Standort und die Belegschaft", zitiert der SWR einen Unternehmenssprecher.
Wenig positiv sind ferner die Nachrichten für den Produktionsstandort im österreichischen Lebring und die dortigen rund 300 Mitarbeitenden: ZF plant den Betrieb bis Ende 2027 zu schließen. Gegen die Entscheidung wehrt sich jedoch der Europäische Betriebsrat (EBR) des Unternehmens, heißt es unter anderem beim manager magazin. Die Arbeitnehmervertretung wirft dem ZF-Management Verstöße gegen geltende Mitbestimmungs- und Konsultationsrechte vor.