„Im Projektbereich konnten wir im ersten Halbjahr vieles vorantreiben. Auf dieser Grundlage konnte Ende August der erste Anlagenkaufvertrag mit unserem tschechischen Partner unterzeichnet werden", blickt Pyrum-CEO Pascal Klein auf den bisherigen Jahresverlauf zurück. Für die ersten sechs Monate des Jahres 2026 steht ein Umsatz von rund 1,74 Millionen Euro in der Pyrum-Bilanz, was einem Zuwachs von knapp 37,6 Prozent entspricht. Nahezu alle sonstigen Finanz-Kennzahlen lagen hingegen unterhalb des Vorjahresniveaus. Bedingt durch die Fertigstellung und Übernahme wesentlicher Anlagenteile in den Regelbetrieb am Standort Dillingen ab dem zweiten Quartal 2025 gingen etwa die aktivierten Eigenleistungen auf 1,12 Millionen Euro zurück (H1/2025: ca. 5,21 Millionen Euro). Entsprechend verringerte sich auch die Gesamtleistung auf 3,79 Millionen Euro (H1/2025: 6,71 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (-6,3 Millionen Euro) lag ebenso wie das Konzernperiodenergebnis (-7 Millionen Euro) weiterhin deutlich im roten Bereich, während die verfügbare Liquidität zum 30. Juni 2026 bei 6,1 Millionen Euro lag (31. Dezember 2025: ca. 17 Millionen Euro).
Zusätzliche Produktionszeiten als Übergangslösung
Die Entwicklung hat wesentlich damit zu tun, dass die erwarteten positiven Impulse durch die Lieferfreigabe von Continental für das Produkt ThermoTireBlack nicht in Gänze eingetreten sind. „Hier konnten wir im Rahmen der aktuellen Umbaumaßnahmen unsere TTB-Produktionsmengen bereits spürbar auf 1.250 kg/h steigern, liegen aber bedauerlicherweise immer noch unter dem vom Hersteller garantierten Durchsatz von 1.650 kg/h und damit unter unseren Erwartungen”, so Pascal Klein. Er führt aus: „Nach aktuellem Kenntnisstand liegt die Einschränkung bei der Förderung des gemahlenen Materials aus dem Bunker in die nachgelagerten Prozessschritte. Der Lieferant unserer Mahl- und Pelletieranlage arbeitet an verschiedenen technischen Lösungsansätzen, um die Einschränkungen schnellstmöglich zu beheben und seine vertraglichen Pflichten gegenüber Pyrum zu erfüllen. Wir erwarten derzeit eine Verzögerung von wenigen Wochen. Auch wir arbeiten unermüdlich an einer Lösung des Problems und werden einen Teil der fehlenden Produktionsmengen mit Hilfe von Nachtschichten, zunächst über einen Zeitraum von zwei Monaten, kompensieren.“
Bis Ende September soll die Organisation der dritten Produktionsschicht Unternehmensangaben zufolge aufgebaut sein, um einen Teil der Minderproduktion zu kompensieren und um im vierten Quartal 2026 die Produktionsmenge pro Monat so weit wie möglich hochzufahren. Die bereits verlorene Produktionszeit des laufenden Jahres könne dadurch allerdings nicht vollständig aufgeholt werden, während der Dreischichtbetrieb einschließlich Nachtarbeit zudem mit höheren Betriebskosten verbunden sei.
Weniger Umsatz im Jahr 2026
Infolge dieser Problematik hat die Pyrum Innovations AG ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt: Der Umsatz wird nun im Bereich von 4,2 bis 5,3 Millionen Euro (bisher: 6,5 bis 9,5 Millionen Euro) erwartet und auch die Prognose für die Gesamtleistung fällt mit 11,0 bis 14,0 Millionen Euro (bisher: 12,0 bis 18,0 Millionen Euro) geringer aus. Auf dieser Grundlage rechnet das Unternehmen zudem für das Gesamtjahr 2026 mit einem Konzern-EBIT in einer Bandbreite von rund -10,0 bis -12,5 Millionen Euro (bisher: -8,0 bis -10,5 Millionen Euro).
Gute Nachrichten für das saarländische Unternehmen gibt es aktuell immerhin aus Schweden: Der dortige Projektpartner GreenTech Recycling Tires AB hat Mitte September eine Förderzusage in Höhe von 24 Millionen Euro erhalten. Pyrum und GreenTech hatten im Jahr 2024 bekanntgegeben, eine gemeinsame Thermolyseanlage mit einer Recyclingkapazität von mehr als 20.000 Tonnen Altreifen pro Jahr in Schweden bauen zu wollen. „Die Förderzusage trägt einen wichtigen Teil zur Finanzierung des Projekts bei und wir freuen uns mit unserem Projektpartner GreenTech. Damit ist zu erwarten, dass auch dieses Projekt spätestens zum ersten Quartal 2027 Fahrt aufnimmt“, teilt Pascal Klein mit. Für seine weitere Expansion – auch in neue Geschäftsfelder – hat sich Pyrum erst kürzlich einen neuen Markenauftritt verpasst.