Erste Schritte in diese Richtung hatte VinFast bereits in diesem Frühjahr unternommen und den Start einer Zusammenarbeit mit der Autohaus Hübsch GmbH verkündet. Inzwischen ist klar: Mit den kommunizierten weiteren Vereinbarungen ähnlicher Art geht zugleich eine komplette Abkehr vom bisher beschrittenen Vertriebsweg einher. Anstatt des bisherigen Direktvertriebs sollen es künftig klassische Autohäuser und -händler für die Marke richten. „Dieser strategische Wechsel im Vertrieb und Service ist Ausdruck eines starken Bekenntnisses zum europäischen Markt. Er bietet noch mehr Kundinnen und Kunden einen verbesserten Zugang zu unserer Marke”, heißt es in einem VinFast-Statement.
Die Umstellung gilt zunächst für die wichtigen Märkte in Deutschland und den Niederlanden. Die Verantwortlichen sehen eigenen Angaben zufolge so bessere Möglichkeiten „zur Weiterentwicklung des Kundenservice und der Servicedichte”. Zudem positioniere der Schritt das Unternehmen für einen langfristigen Erfolg auf dem europäischen Markt. „Die neue Richtung ist im Einklang mit der weltweiten Strategie von VinFast, die Ende 2023 ausgerollt und in Vietnam zuerst umgesetzt wurde”, betont der Hersteller. Zugleich hat der Schritt hierzulande unmittelbare Folgen: Die unternehmenseigenen Showrooms, wie sie etwa in Berlin, München und Köln bestanden, werden geschlossen.
Bislang ist die VinFast-Präsenz im hiesigen Straßenbild noch kaum nennenswert. Laut KBA-Statistik wurden im April 12 Exemplare der Marke neuzugelassen, im bisherigen Jahresverlauf waren es 67. Mit der Umstellung des Vertriebsmodells hoffen die Verantwortlichen auf einen Beschleunigungseffekt. Serviceseitig ist das Unternehmen bereits deutlich breiter aufgestellt. Als Partner fungiert in Deutschland die Kette ATU, über deren Mutter Mobivia und ihre Filialen zudem der französische Markt abgedeckt wird. In den Niederlanden wiederum setzt VinFast auf die Dienste von LKQ. Eine Partnerschaft mit DHL soll dabei europaweite Teile-Lieferungen innerhalb von 24 Stunden ermöglichen.