Die Bedeutung von gebrauchten E-Autos für den Markt wächst, in Stückzahlen und im Verhältnis zu den anderen Antriebsarten bleiben sie jedoch überschaubar. Zu dem Ergebnis kommt das DAT-Barometer vom September 2026. Demnach kommen rein batterieelektrisches Autos (BEV) bei den Besitzumschreibungen auf lediglich 5 Prozent. Benzin bleibt dort mit 55 Prozent die stärkste Antriebsart. Diesel erreichen im Gebrauchtwagenmarkt noch 26 Prozent. Einen deutlichen Unterschied sei unterdessen bei den Neuzulassungen zu verzeichnen: hier kommen Stromer insgesamt auf einen Anteil von 26 Prozent und sind damit die zweitstärkste Gruppe. Benziner kommen auf 21 Prozent, Diesel auf 13 Prozent.
Zudem gleichen sich private und gewerbliche BEV-Zulassungen weiter aus: Lange galt laut DAT, dass sich private und gewerbliche Zulassungen in einem Verhältnis von zwei Drittel zu einem Drittel aufteilen, so auch bei den BEV Anfang 2026. In den letzten Monaten habe sich hier allerdings ein Gleichgewicht eingestellt und das unter dem Gesichtspunkt, dass die Anzahl aller neu zugelassenen BEV starken Schwankungen unterliegt. So waren es im Juni über 84.000 Einheiten, im August gut 15.000 weniger. Dennoch blieb der Privatanteil jeweils bei 53 Prozent. Mit ein Grund für den aktuellen Rückgang der BEV Zulassungszahlen seien längere Lieferzeiten auf dem Neuwagenmarkt sowie eine Kaufzurückhaltung bei Endverbrauchern und Firmenkunden.
BEV-Neuzulassungen steigen über BEV-Besitzumschreibungen
Der Markt für neue und gebrauchte BEV zeigte dem DAT zufolge während des gesamten Jahres 2025 und bis in den Mai 2026 ein deutliches Bild: Es wurden Monat für Monat mehr gebrauchte als neue BEV von Privatpersonen erworben. Seit Mai habe sich das Blatt gewendet, und die privaten Neuzulassungen haben einen Schub gemacht, der mit über 44.000 Einheiten im Juni seinen Peak erreichte. Nun sind die Zahlen wieder gesunken, aber die ersten acht Monate des Jahres 2026 waren kumuliert die bislang stärksten Monate bei BEV seit ihrer Aufzeichnung durch das KBA und mit hohen Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Bei der Betrachtung der Standzeiten von Gebrauchtwagen falle zudem auf, dass insbesondere BEV-Gebrauchtwagen in den letzten zwei Monaten im Schnitt schneller verkauft werden konnten als Verbrenner, nicht zuletzt auch bedingt durch die hohen Kraftstoffpreise. Mengenmäßig handelt es sich allerdings um relativ geringe Stückzahlen, die auch differenziert betrachtet werden müssten: Kleine BEV im Preisbereich von 20.000 bis 25.000 Euro wurden sehr viel schneller verkauft als hochpreisige Pkw größerer Segmente, was sich auf die Standzeiten auswirkt. Die Gesamtmenge an Verbrennern ist dagegen deutlich größer als bei BEV, 81 Prozent aller Besitzumschreibungen seien klassische Verbrenner.
In puncto Wertentwicklung erzielen dreijährige Verbrenner derzeit um die 58 Prozent ihres ehemaligen Listenneupreises, vor Corona waren es um die 52 Prozent. In dieser Region liegen in etwa die dreijährigen BEV, die aufgrund der deutlich geringeren Stückzahlen und der derzeitigen Nachfrage einen leichten Anstieg der Restwerte den vierten Monat in Folge verzeichnen können. Der Abstand von bislang im Schnitt zehn Prozentpunkten zwischen Verbrennern und BEV hat sich auf mittlerweile gut sechs Prozentpunkte verringert.