Ein zunehmend härterer Wettbewerb im klassischen Reifengeschäft und überschaubare Wachstumschancen beschäftigten in der jüngeren Vergangenheit nicht nur Michelin. Zum Ende der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 konnten die Franzosen ihre Marge im Reifenbereich zwar leicht steigern, die Umsätze waren jedoch rückläufig. Aus diesem Grund hat das Unternehmen zuletzt vermehrt in alternative Bereiche wie das Segment Polymer Composite Solutions investiert. Anpassungen nimmt Michelin nun auch bei seinen Off-Highway-Aktivitäten vor: Mit dem vor rund einem Jahr abgeschlossenen Verkauf der Produktgruppen Ketten und Diagonalreifen für den Baubereich der Marke Camso an Ceat Specialty wurde das entsprechende Portfolio zuletzt verringert. Derweil rücken die übrigen Ketten-Lösungen nun noch stärker in den Fokus und werden in neuen Strukturen vertrieben.
Landwirtschaftliche Ketten und Kettensysteme – bislang noch unter dem Camso-Dach angesiedelt – werden ab September 2026 schrittweise unter dem Namen Michelin Bibtrack geführt. Damit will der Reifenhersteller an sein landwirtschaftliches Erbe und bewährte Produktfamilien wie Agribib, Multibib, Yieldbib, Axiobib oder Evobib anknüpfen. Auch die Systeme CTS und TTS werden ohne Namensänderung ihrerseits die Marke Michelin übernehmen. Eine weitere Änderung betrifft die Materialumschlagsbranche: Industriereifen und -räder der Marke „Solideal by Camso“ laufen künftig unter „Solideal by Michelin“. Der auf die mobile Reifenmontage spezialisierte „Solideal On-Site Service“ wird in diesem Zuge zu „Solideal On-Site by Michelin“. Ferner werden Ketten und Systeme für ATVs und Side-by-Side-Fahrzeuge statt unter dem Namen Camso Powersports unter der Marke Camoplast vermarktet. Die neue Markenidentität, die auch eine Überarbeitung der Namensstruktur von Schneemobilketten beinhaltet, soll ab November eingeführt werden. „Diese Markenumstellungen führen nicht zu Änderungen an den Produkteigenschaften, den industriellen Prozessen, den Reifen und Dienstleistungen. Michelin gewährleistet somit Geschäftskontinuität sowie einen nahtlosen Übergang für Kund*innen und das gesamte Ökosystem”, betont der Konzern abschließend.