In einer Unternehmensmitteilung kündigt die Goodyear Tire & Rubber Company für die Region EMEA eine neue Phase der Transformation an. In diesem Zuge wurde im Kreise der Mitarbeiterschaft der Wegfall von bis zu 600 Stellen kommuniziert. Dies sei aus Gründen zur Steigerung der finanziellen und operativen Effizienz notwendig. Dass gleichzeitig die Schaffung von 200 neuen Stellen in Aussicht gestellt wird, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Kahlschlag in der europäischen Mitarbeiterstruktur des Reifenherstellers fortsetzt. Der Konzern hatte in den letzten Jahren ein Übermaß an negativen Schlagzeilen produziert. Die jüngst veröffentlichten Geschäftszahlen sind deutlicher Ausdruck der Angeschlagenheit von Goodyear. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Nettoumsatz um 3,2 Prozent auf 18,3 Milliarden US-Dollar zurück.
Mit den nun verkündeten Maßnahmen will das Management “Wachstumspotenziale freisetzen”, so zumindest teilt es Jan-Piet van Kesteren mit. Mit weniger Personal Kundenbedürfnisse besser bedienen können – diese Effizienz-Rechenformel für den Vertrieb und Support legte der von der US-Zentrale in Akron losgeschickte Managing Director EMEA vor. Die Reaktionen unter den Beschäftigten kann man sich ausmalen. Weniger Komplexität in internen Strukturen ist so eine andere Managerfloskel, die eigentlich immer nur Stellenabbau meint. Agiler solle der Vertrieb und der Support werden und – hier wird es entscheidend – sich stärker am globalen Betriebsmodell ausrichten. Das Produktionsnetzwerk sei voraussichtlich von den Kürzungsmaßnahmen nicht betroffen. Effizienzstraffungen und Werksschließungen hat Goodyear ja bereits in großem Umfang umgesetzt. Jan-Piet van Kesteren wirkt erst seit September 2025 als Managing Director EMEA & Chief Sales Officer EMEA Consumer beim US-Reifenhersteller. Er wurde vom CEO Mark Stewart installiert, um bei Goodyear das schwächelnde Geschäft in den EMEA-Regionen anzukurbeln. Außer einer weiteren Verschlankung an zentraler Stelle im Kundenkontakt scheint dem Goodyear-Management für das Europageschäft nicht viel einzufallen – Ruhe und Mitarbeitermotivation wird man so im Konzern nicht herstellen können.