Hauptversammlung der Schaeffler AG

„Wir erfinden uns neu, ohne das aufzugeben, wofür wir seit Jahrzehnten stehen“

Setzt auf ein „bewusstes Zusammenspiel von defensiven und offensiven Strategien”: Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld.  Foto: Schaeffler/Daniel Karmann

Zur ordentlichen Hauptversammlung konnte Schaeffler vergangene Woche rund 700 Aktionärinnen und Aktionäre an seinem Firmensitz in Herzogenaurach begrüßen. Diese vereinigten insgesamt etwa 823 Millionen stimmberechtigte Aktien auf sich und repräsentierten damit knapp 87 Prozent des gesamten Schaeffler-Aktienkapitals. Georg F. W. Schaeffler freute sich als Familiengesellschafter und Schaeffler-Aufsichtsratsvorsitzender über diese große Präsenz und dankte den Aktionärinnen und Aktionären zugleich dafür, dass sie „gerade in anspruchsvollen Zeiten die Weiterentwicklung der Schaeffler Gruppe fördern und begleiten.“ Weiter führte er aus: „Das Fundament für unsere gemeinsame Zukunft legen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr erneut maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Schaeffler Gruppe auch in herausfordernden Zeiten ihre Ziele leidenschaftlich, innovativ, exzellent und nachhaltig erreicht.“

Ulrike Hasbargen bleibt dem Aufsichtsrat erhalten

Für das vergangene Geschäftsjahr bilanziert der Zulieferer einen Umsatz von rund 23,5 Milliarden Euro, was einem währungsbereinigten Rückgang von 0,6 Prozent entspricht. Das EBIT vor Sondereffekten verbesserte sich hingegen auf 936 Millionen Euro (+11 Prozent), während auch die zugehörige Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 4 Prozent anstieg. Zudem erreichte der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten mit 266 Millionen Euro wieder einen positiven Wert (2024: -694 Millionen Euro). Auf Basis dieser Zahlen haben Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 0,30 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie vorgeschlagen, was auf der Hauptversammlung mit großer Mehrheit angenommen wurde. Bei etwa 945 Millionen Aktien werden somit insgesamt rund 283,5 Millionen Euro ausgeschüttet. Der restliche Bilanzgewinn von 91,1 Millionen Euro wird in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Georg F. W. Schaeffler ist Familiengesellschafter und Schaeffler-Aufsichtsratsvorsitzender. Foto: Schaeffler/Daniel Karmann

Darüber hinaus votierten die versammelten Aktionärinnen und Aktionäre unter anderem auch für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Bestellung des Abschlussprüfers sowie die Billigung des Vergütungsberichts. Ferner wurde eine Anpassung der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder beschlossen, die der veränderten Unternehmensgröße und dem gestiegenen Arbeitsaufwand des Aufsichtsrats nach dem Zusammenschluss mit Vitesco Rechnung tragen soll. Bis zur Hauptversammlung 2029 wurde außerdem Ulrike Hasbargen als Vertreterin der Anteilseigner in den Aufsichtsrat gewählt. Schaeffler-Angaben zufolge wird mit ihrer Wahl „das Kompetenzprofil des Aufsichtsrats und das für seine Zusammensetzung erarbeitete Diversitätskonzept umgesetzt”. Hasbargen war ab 2025 bereits gerichtlich für eine befristete Amtszeit in das Gremium bestellt worden, nachdem Katherina Reiche ihr Mandat im Zuge ihrer Berufung zur Wirtschaftsministerin niedergelegt hatte. 

„Zusammenspiel von defensiven und offensiven Strategien”

Welchen Kurs Schaeffler in den nächsten Monaten und Jahren nimmt, erläuterte abschließend Klaus Rosenfeld in seiner Rede zur Hauptversammlung. Mit vier diversifizierten Sparten sowie einer robusten regionalen Verteilung sieht der CEO den Konzern gut aufgestellt. Zudem soll sich die Umstellung auf eine produktorientierte Struktur sowie die Fokussierung auf zwölf Fertigungstechnologien weiterhin positiv bemerkbar machen. Mit Blick auf die Unternehmenssparten referierte Rosenfeld auch zur Bedeutung der sogenannten „5. Division“, in der Wachstumsaktivitäten wie beispielsweise das Verteidigungsgeschäft oder die humanoide Robotik angesiedelt sind. Besonders im letztgenannten Bereich will Schaeffler als Pionier wirken und setzt dafür auf Partnerschaften und Corporate-Start-up-Ansätze. Eine Zusammenarbeit in diesem Bereich vereinbarte Schaeffler erst kürzlich im Rahmen der Hannover Messe mit Hexagon Robotics. „Wir erfinden uns neu, ohne das aufzugeben, wofür wir seit Jahrzehnten stehen“, betonte Rosenfeld und gab für die Zukunft ein „bewusstes Zusammenspiel von defensiven und offensiven Strategien” als Richtung vor. 

Um junge Menschen „auch in schwierigen Zeiten für Innovation und Technologie begeistern”, engagiert sich Schaeffler in diesem Jahr zudem als Pate des Wettbewerbs „Jugend forscht”. „Deshalb haben wir uns entschieden, im Jahr 2026 die Förderung von jungen Talenten als nationaler Sponsor für den Bundeswettbewerb zu unterstützen und freuen uns, dass das Finale vom 28. bis 31. Mai 2026 hier bei uns in Herzogenaurach stattfindet“, so Klaus Rosenfeld.

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