Michael Bausch, Manager Premio Reifen + Autoservice, und Edgar Zühlke, Manager HMI, hießen die Teilnehmenden der Premio- und HMI-Betriebe auch in diesem Jahr wieder zur GRS-Regionaltagung in Hannover willkommen, um das vergangene Geschäftsjahr Revue passieren zu lassen und die Weichen für ein erfolgreiches Jahr 2026 zu stellen. Zahlreiche Partner beider Kooperationskonzepte fanden sich vor Ort zusammen, nutzten das Dialogforum für den fachlichen Austausch mit Experten sowie verschiedene Workshops und Vorträge, um neue Handlungsmöglichkeiten für den Betriebsalltag zu diskutieren und über Strategien und Taktiken nachzudenken. Der Anspruch war indes klar formuliert: „Wir müssen das komplette Jahr wieder liefern, damit wir nächstes Jahr auch wieder Erfolge feiern können“, so Zühlke. Einer internen Umfrage zufolge blicken zahlreiche Mitglieder allerdings mit verhaltenen Erwartungen auf das angelaufene Jahr, rechnen sie doch eher mit einem gleichbleibenden Geschäft, ähnlich dem des vergangenen Jahres. Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmer Maßnahmen, um trotz der aktuell herausfordernden Rahmenbedingungen Wachstum durch gezielte Kundengewinnung und -bindung zu generieren. Zudem standen die Steigerung der Effizienz, das Vorantreiben der Digitalisierung sowie der strategische Umgang mit dem Fachkräftemangel und den unbesetzten Stellen im Fokus.
GRS-Geschäftsführer Goran Zubanovic betonte in seiner Rede die Notwendigkeit, im aktuellen Marktumfeld zahlreiche Herausforderungen parallel zu bewältigen: „Wir müssen verdammt innovativ sein!“ Nicht zuletzt der Standorterhalt von GRS-Partnerbetrieben und der Fachkräftemangel seien nach wie vor anspruchsvolle Themen. Trotz der Herausforderungen sieht Zubanovic aber auch klare Chancen: Die zunehmende Diversität der Fahrzeugantriebsarten sorge für Ertragspotenziale im Service- und Werkstattgeschäft, vor allem durch den Trend hin zu größeren Rädern. Zudem eröffnet die technologische Komplexität von Reifen, Felgen und Sensorik neue Potenziale im Bereich der Beratung. Allerdings sei dafür auch das passende Know-how nötig. Mitarbeiter müssen qualifiziert werden, Anforderungen im Autoservice wollen beherrscht und ausgebaut sein, damit Fahrzeuge, egal welchen Alters, auch weiterhin von Premio- und HMI-Partnerbetrieben repariert werden können.
Personal finden, binden und fördern
Und so sehen auch die Betriebe neben dem Geschäft mit Reifen und Reifenservices weiterhin Potenzial im Autoservice. Fahrzeuge würden länger gehalten und über die Jahre reparaturanfälliger. Folglich würden auch die Werkstätten immer voller werden. Daher gelte es, das Autoservice-Geschäft weiter auszubauen, das sich schon seit einiger Zeit mit hohen Wachstumsraten hervortut. Entsprechend wollen die Verbundpartner dieses Jahr besonders in den Bereich Autoservice und in ihr Personal investieren. Werkstattmitarbeiter, Reifenmonteure und Kfz-Mechatroniker werden vielerorts gesucht.
Letzten Endes beschäftigt das Thema Personal das GRS-Netzwerk auch auf einer anderen Ebene. Wie Michael Bausch berichtete, ist Premio mit 254 Partnerbetrieben in das Jahr 2026 gestartet. 2025 konnten zwei neue Partner gewonnen werden, zugleich standen die Premio-Verantwortlichen aber auch vor der Herausforderung, Standorte durch geeignete Nachfolger im Netzwerk zu halten. Zuletzt wurden für sieben Betriebe derartige Lösungen realisiert. Die GRS habe den Fachkräftemangel erkannt und daher das Thema Personal bereits vor einigen Jahren priorisiert. Kampagnen und Imagefilme mit authentischen Bildern aus echten Werkstätten, bei denen auch junge Menschen zum Sprechen kommen, hätten eine hohe Resonanz bei potenziellen Auszubildenden erfahren.
Personal finden, es binden und entwickeln und das durch unterschiedlichste Maßnahmen auf allen Ebenen; zahlreiche Möglichkeiten stehen den Partnerbetrieben zur Verfügung. Darunter Förderprogramme für das Management, wie auch spezielle Angebote für Auszubildende, wie das GRS-Azubi-Camp. In Präsenzschulungen und ergänzenden Webinaren, verteilt über zwei Jahre, können Auszubildende des GRS-Netzwerks bei letzteren außerhalb der eigenen Ausbildungsbetriebe über den Tellerrand schauen. „Nach zwei Jahren sind sie Menschen, die einen Plan haben, die was machen wollen und auch sagen: ‚Hey, mein Arbeitgeber hat mir was geboten‘“, so Edgar Zühlke. Allerdings würden nur 40 Prozent der Partnerbetriebe im Jahr 2026 Ausbildungsplätze anbieten, „eine vertane Chance“, resümiert Michael Bausch. Weiterhin läuft zudem die Einführung der übergreifenden Corporate Identity von Premio. Ein Großteil der Betriebe wurde bereits umgestaltet, innerhalb der nächsten zwei Jahre soll jeder Standort entsprechend umgestellt sein. Europaweit bei den über 700 Premio-Standorten einheitlich aufzutreten, zahle in die Strategie ein und steigere die Arbeitgeberattraktivität, betont Bausch.
KI verändert die regionale Auffindbarkeit
Die Attraktivität des eigenen Betriebs gegenüber potenziellen Arbeitnehmern zu steigern, ist die eine Sache, die grundsätzliche Sichtbarkeit im World Wide Web die andere. Daher vertiefte ein Workshop auch die veränderte Sichtbarkeit in der Google-Suche. Angesichts der Tatsache, dass Nutzer aller Altersklassen immer mehr Zeit mit Chatbots und Künstlicher Intelligenz verbringen würden, müssen sich auch die Premio-Betriebe diesen neuen Technologien öffnen, um ihre Internetpräsenz weiter zu stärken. Das Ziel seitens der GRS-Zentrale ist klar definiert: In den KI-generierten Antworten der Suchmaschinen direkt als Lösung aufzutauchen und potenzielle Nachfragen bereits im Vorfeld mit dem eigenen Angebot zu beantworten. Eine starke Brand sei hierfür die Basis. Um in der Flut an KI-Inhalten Relevanz zu behalten, müsse der Faktor Mensch hervorgehoben werden – ein Aspekt, den Suchmaschinen gezielt zur Profilerstellung nutzen. Für ein umfassendes Paket, das von der KI positiv berücksichtigt wird, seien neben der Markenpositionierung vor allem Google-Bewertungen als Beleg für echte Kundenzufriedenheit entscheidend, gaben die GRS-Experten den Partnern mit an die Hand. Ebenso wichtig bleiben die Qualität der Website-Inhalte sowie die präzise Pflege von Preisangaben und Öffnungszeiten.
Goodyear will Cooper zentraler im Handel positionieren
Mit Blick auf das angelaufene Jahr richtete sich abschließend Jens Breitenstein, Customer Development Manager Germany, mit Informationen über die Erweiterung des Goodyear-Reifenportfolios an die GRS-Partner. Goodyear soll 2026 durch die Neupositionierung der Marke Cooper im Tier-2-Segment deutlich gestärkt werden. Konzernangaben zufolge verfolgt der Reifenhersteller mit diesem Schritt das Ziel, in allen Marktsegmenten ein umfassendes und wettbewerbsfähiges Produktangebot anzubieten. Das Sommerreifen-Sortiment von Cooper soll für Endverbraucher in der gesamten EMEA-Region seit Januar 2026 bereits vollständig verfügbar sein. Im Laufe des ersten Quartals soll das Ganzjahresreifen-Sortiment folgen, und bis Mitte 2026 soll schließlich das vollständige Winterreifen-Sortiment erhältlich sein. Cooper will ein breites Sortiment an Reifen für Pkw, 4x4-Fahrzeuge und leichte Nutzfahrzeuge für alle Jahreszeiten und Fahrzeugtypen anbieten. Die Marke wird in dem Rahmen neu aufgestellt, mitsamt neuem Logo und neuem Markenimage. „Der neue Reifen in unserem Netzwerk, wird ein neues Standbein für uns sein. Das muss uns bewusst sein“, ergänzte Goran Zubanovic.