Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt

Zwei von vier Schaffler-Sparten können ihren Umsatz im ersten Halbjahr steigern 

Schaeffler_logo_webVor allem in Europa und in China entwickelten sich die Schaeffler-Geschäfte im bisherigen Jahresverlauf negativ.  Foto: Daniel Lorenz

In den ersten sechs Monaten des Jahres erwirtschaftete die Schaeffler AG Umsatzerlöse in Höhe von rund 11,85 Milliarden Euro. Auf Basis von Pro-Forma-Zahlen lag die Zahl damit währungsbereinigt um 2,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Neben der eingangs erwähnten heterogenen Entwicklung der vier Geschäftssparten zeigt sich auch mit Blick auf die Regionen ein differenziertes Bild. Während die Schaeffler-Geschäfte in Europa und Greater China im Pro-Forma-Vergleich währungsbereinigt um 5,2 Prozent respektive 6,1 Prozent nachgaben, konnte der Zulieferer im Raum Asien/Pazifik währungsbereinigt um 5,5 Prozent zulegen. Die Americas-Region verzeichnete zudem ebenfalls leichte Zuwächse (+0,9 Prozent). 

Leichte Rückgänge musste Schaeffler im ersten Halbjahr hingegen beim EBIT vor Sondereffekten (482 MIllionen Euro; -9,2 Prozent) wie auch bei der zugehörigen Marge (4,1 Prozent; -0,2 Prozentpunkte) hinnehmen. Verbessert zeigte sich der Konzern hingegen beim Free Cash Flow. Dieser belief sich vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten auf -128 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahr noch bei -597 Millionen Euro gelegen hatte. Zugleich betrügen die Netto-Finanzschulden der Gruppe zum Stichtag 30. Juni 2025 auf 5,255 Milliarden Euro, der Verschuldungsgrad vor Sondereffekten lag auf Pro-Forma-Basis bei 2,4.

Finanzvorstand Claus Bauer ordnet die Zahlen ein: „Die Schaeffler AG hat in der ersten Jahreshälfte 2025 den eingeschlagenen Weg erfolgreich fortgesetzt. Unser Free Cash Flow zeigt eine positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Trotz eines anhaltend herausfordernden Marktumfelds und der laufenden Integration von Vitesco haben wir es geschafft, unsere Ergebnisqualität auf dem Niveau des Vorjahres zu halten. Unser Ansatz, unsere finanziellen Ressourcen diszipliniert und proaktiv zu steuern, bewährt sich gerade in dem aktuell schwierigen Umfeld.“

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Die Schaeffler-Bilanz im ersten Halbjahr 2025 im Detail. Foto: Schaeffler AG

E-Mobility und Aftermarket-Sparte punkten 

Bedingt durch einen hohen Auftragseingang und den Anstieg der Produktion von elektrifizierten Fahrzeugen konnte Schaeffler den Umsatz seiner Sparte E-Mobility im ersten Halbjahr währungsbereinigt um 9,7 Prozent auf 2,42 Milliarden Euro anheben. EBIT (-461 Millionen Euro) und EBIT-Marge (-19 Prozent) liegen weiter im roten Bereich, zeigen nach Aussage der Verantwortlichen allerdings positive Tendenzen. Das Aftermarket-Geschäft des Konzerns erreichte wiederum nahezu das Vorjahresniveau (EBIT: 235 Millionen Euro; Marge 15 Prozent), die Umsätze kletterten um 6,3 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. 

Im Bereich Powertrain & Chassis – der auch das für den Zulieferer nach wie vor wichtige Geschäft mit Verbrennerfahrzeugen beinhaltet – waren hingegen sowohl Umsatz (4,55 Milliarden Euro; -9,1 Prozent) als auch das EBIT vor Sondereffekten (509 Millionen Euro; -21,5 Prozent) rückläufig. Gleiches gilt auch für das Industriesegment, bei dem die Rückgänge allerdings etwas moderater ausfallen (Umsatz: -1,3 Prozent; EBIT; -2,3 Prozent). 

„Im ersten Halbjahr 2025 hat sich die Schaeffler Gruppe auf Basis ihrer neuen Struktur mit vier produktorientierten Sparten erfolgreich weiterentwickelt”, kommentiert der Schaeffler-Vorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld. „Erfreulich ist die positive Entwicklung der Sparte E-Mobility, ebenso wie die fortgesetzt starke Performance unserer Sparte Vehicle Lifetime Solutions, die erneut zur Stabilität und Stärke des Unternehmens beiträgt. Die marktbedingten Umsatzrückgänge in den Sparten Powertrain & Chassis sowie Bearings & Industrial Solutions können wir dank unserer breiten Aufstellung ausgleichen.“

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Blick auf die Performance der einzelnen Schaeffler-Sparten in den ersten sechs Monaten des Jahres. Foto: Schaeffler AG

Rosenfeld führt weiter aus: „Trotz des anspruchsvollen Umfelds und der Belastungen aus der Integration von Vitesco und der weiteren Transformation der Schaeffler Gruppe, halten wir an unserem Ausblick fest. Wir sind überzeugt, dass wir aufgrund unserer diversifizierten Aufstellung gut in der Lage sind, auf die vor uns liegenden Herausforderungen angemessen und flexibel zu reagieren.“ Verschiedenen Medienberichten zufolge prüft der Konzern aktuell zudem den Einstieg in das Geschäft mit Rüstungsgütern. Zum Stichtag 30. Juni 2025 beschäftigte Schaeffler weltweit 112.858 Mitarbeiter.

Ungemach droht Schaeffler derweil im Nachgang der als abgeschlossen geltenden Vitesco-Übernahme. Wie unter anderem das manager magazin berichtet, haben rund 30 ehemalige Vitesco-Investoren am Landgericht Nürnberg ein Spruchverfahren beantragt. Ihrer Meinung nach sei das damalige Aktien-Umtauschverhältnis zu niedrig gewesen, weshalb sie nun eine höhere Abfindung fordern. 

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