Dabei scheint sich das zweigleisige Konzept mit kostenfreiem Open Space in der Innenstadt und dem Summit für Fachbesucher auf dem Messegelände endgültig etabliert zu haben: Während in den Messehallen in München-Riem über 69.000 Branchenvertreter aus 108 Ländern gezählt wurden, boten die Veranstalter in der Innenstadt die bislang größte Ausstellungsfläche inklusive Testparcours, Festivalprogramm und dem neu eingeführten „Festival of Lights“. Im Mittelpunkt der diesjährigen IAA, die von Bundeskanzler Friedrich Merz am 9. September eröffnet worden war, stand zweifelsohne die Elektromobilität. Fast alle großen Premieren waren batterieelektrische Fahrzeuge, wie beispielsweise der neue BMW iX3 oder der GT-XX und der GLC EQ von Mercedes. Renault präsentierte die sechste Generation seines Clios, und VW sowie Škoda zeigten mit ID.Cross und Epiq seriennahe Modelle, die auf hohe Stückzahlen zielen.
Die deutschen Hersteller traten damit insgesamt geschlossener und selbstbewusster auf als noch vor zwei Jahren. „Die deutsche Automobilindustrie hat in München auf eindrucksvolle Weise und mit konkreten Innovationen und Weltneuheiten unter Beweis gestellt, dass wir weltweit führend sind, dass wir die Produkte für die klimaneutrale und digitale Mobilität der Zukunft bereits produzieren und beständig an weiteren Ideen arbeiten“, erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. „Und noch ein deutliches Signal wird aus München gesendet: Wir haben die Herausforderung angenommen, unsere Industrie hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist die Politik am Zug – es braucht jetzt eine maximale Offensive für Standortattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit, damit die Erfolge unserer Industrie auch Erfolge für Deutschland und Europa für Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze werden.“
Tatsächlich wurde bei den Premieren sichtbar, dass die deutschen Hersteller nicht mehr den Eindruck erwecken (wollen), von chinesischen Konkurrenten überholt worden zu sein. Gleichzeitig war die Präsenz chinesischer Marken unübersehbar. Hersteller wie BYD, Denza und Xpeng stellten ein breites Spektrum von Elektro-Fahrzeugen vor. Auffällig war zudem der Debütauftritt der türkischen Marke Togg, die mit Preisen um 45.000 bis 50.000 Euro einen neuen Herausforderer in der Mittelklasse präsentiert.
Positive Resonanz
Auch jenseits der Autopremieren hatte die IAA Mobility ein abwechslungsreiches Programm zu bieten: Mehr als 16.000 Probefahrten mit Autos, Motorrädern und Fahrrädern unterstrichen den Erlebnischarakter, das Konferenzprogramm mit 550 Rednerinnen und Rednern aus über 300 Unternehmen setzte Akzente bei Themen wie Klimaneutralität, Digitalisierung und automatisiertem Fahren. 91 Prozent der Teilnehmenden bewerteten die IAA Conference laut Veranstaltern als „gut“ bis „ausgezeichnet“. Insgesamt seit die Stimmung auf der Messe überwiegend positiv gewesen: 79 Prozent der Befragten würden die IAA weiterempfehlen, 86 Prozent bezeichnen die IAA als wichtigste Branchenplattform. Allerdings: Mit 58 Prozent waren 2025 mehr als die Hälfte der Besucher zum ersten Mal auf der IAA.
In den Augen der Veranstalter hat sich das Konzept, das den IAA Summit und die Konferenz für Fachbesucher mit dem kostenlosen Open Space in der Innenstadt kombiniert, also durchaus bewährt. „Der Erfolg der IAA Mobility gibt Rückenwind für drei weitere Ausgaben hier in München“, kommentierten die beiden Geschäftsführer der Messe München, Stefan Rummel und Dr. Reinhard Pfeiffer, die diesjährige Ausgabe. „Seit ihrem Wechsel in die Landeshauptstadt hat sich die Veranstaltung immer weiterentwickelt und bietet Mehrwert für Aussteller und Fachbesucher aus aller Welt.“ Bereits jetzt steht fest, dass die nächsten drei Ausgaben der IAA Mobility bis 2031 in München stattfinden werden. Aus einer Rückkehr der IAA nach Frankfurt wird somit zumindest vorerst nichts. Ein Fakt, der nicht von allen in der Branche positiv aufgenommen wird. So ist fraglich, ob man in zwei Jahren unter den Ausstellenden auch Reifenhersteller entdecken wird. 2025 blieben sie der Messe fern.