Michelin hatte das Marktforschungsunternehmen Civey mit der Umfrage beauftragt. Im Zeitraum vom 14 bis 21. August 2024 wurden insgesamt 2.500 Erwerbstätige ab 18 Jahren online befragt. Dabei kam unter anderem heraus, dass sich nur 16,8 Prozent der deutschen erwerbstätigen Frauen im Hinblick auf ihre Karrierechancen gleichberechtigt fühlen. Dahingegen glaubt jeder dritte Mann nicht, dass es da Unterschiede gibt. In der Unternehmensmitteilung weist Michelin jedoch darauf hin, dass es je nach Branche die Ergebnisse sehr unterschiedlich ausfallen. So würden Industrie und Produktion bei gleichen Karrierechancen für Frauen vergleichsweise gut abschneiden (35,9 Prozent Zustimmung), während in den kreativen Branchen wie Marketing und IT die Diskrepanzen größer seien (17,9 Prozent). Eine weitere Erkenntnis der Studie liefert die Frage nach den entscheidenden Faktoren zur Wahl des Arbeitgebers. Dies seien zum einen das Gehalt (77,8 Prozent), zum anderen die Flexibilität (56,5 Prozent), jedoch auch eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie (47,9 Prozent).
Michelin verortet die eigene Unternehmensstruktur hinsichtlich Gleichberechtigung fortschrittlicher: So sei zum Beispiel Maria Röttger President und CEO der Region Michelin Europa Nord. Als eine von wenigen Frauen in vergleichbarer Position in der Automobil-Industrie sagt sie: „Starke Teams leben von Unterschiedlichkeit, dazu gehören neben der Geschlechterunterschiedlichkeit eben auch vielfältige Persönlichkeiten, Hintergründe und Erfahrungen. Das Aushalten und Schätzen von Unterschiedlichkeiten fördert kontroverse Diskussion, Inklusion führt dann zu kreativen Lösungen und Resilienz.“
Als weiteres Beispiel für erfolgreiche weibliche Führungsfiguren im Unternehmen wird Natalie Dunne, Head of Recruiting and Talent Management, genannt, die bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten bei Michelin tätig ist. Sie sei nach einer fünfjährigen Pause aufgrund von Elternzeit und Auslandsaufenthalt in Teilzeit wieder in den Beruf eingestiegen und arbeitet nun in ihrer jetzigen Führungsposition mit 80 Prozent. „Bei Michelin hatte ich immer die Möglichkeit, meine beruflichen und persönlichen Ziele zu vereinen. Ob Vollzeit, Teilzeit, Jobsharing oder aktuell die Führung in Teilzeit – meine fachliche Eignung für die Stelle stand immer im Vordergrund. Und es war immer wichtig, dass von beiden Seiten genug Flexibilität gegeben war, um verschiedene Arbeitszeitmodelle zu realisieren.“
Bei Michelin arbeiten in Deutschland knapp 4.000 Beschäftigte, davon sind 14 Prozent Frauen. Von den 284 Führungspositionen sind 44 mit Frauen besetzt (15 Prozent). In der Frankfurter Zentrale seien allerdings knapp die Hälfte der 350 Beschäftigten weiblich. Dazu Maria Röttger: „Michelin unterstützt alle Mitarbeiter*innen auf ihren Lebens- und Karrierewegen. Jeder Mensch führt sein eigenes, facettenreiches Leben und wir stellen uns sehr breit auf, um die Balance zwischen beruflichen Erfordernissen und Familie anzubieten – von aufstrebenden Young Professionals, die wir gezielt fördern, bis zu frischen Eltern, die in der Elternzeit und bei der Kinderbetreuung unsere Unterstützung erfahren.“