Die Transaktion beinhaltet das gesamte zum Verkauf stehende Produktgeschäft von Bosch Building Technologies. Dieses umfasst die drei Produktbereiche Videosysteme, Zutrittskontrollsysteme und Einbruchmeldeanlagen sowie Kommunikationssysteme. Die rund 4.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an weltweit über 90 Standorten werden laut Unternehmensangaben übernommen. Über den Kaufpreis sowie die weiteren Einzelheiten des Kaufvertrages wurde wie üblich Stillschweigen vereinbart. Mit dem Abschluss der Transaktion rechnet das Bosch-Management zum Ende des ersten Halbjahres 2025.
Bosch hatte im Oktober 2023 angekündigt, den Geschäftsbereich Building Technologies neu auszurichten und dazu den Großteil von dessen Produktgeschäft zu veräußern. “Unser Ziel war es, einen geeigneten Käufer zu finden, der alle drei Produktbereiche unseres Sicherheits- und Kommunikationsgeschäfts übernimmt und den Mitarbeitenden eine Zukunftsperspektive bietet – das haben wir erreicht. Triton hat eine nachhaltige und überzeugende Wachstumsstrategie für das Geschäft vorgelegt und kann als Investor zudem mit einer hohen Industrieexpertise und langjährigen Erfahrung in der Weiterentwicklung von vergleichbaren Unternehmen aufwarten”, kommentiert Christian Fischer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.
Der Finanzinvestor Triton fokussiert sich mit seinen Beteiligungen auf europäische Unternehmen in den Sektoren Industrie, Gesundheitswesen und Unternehmensdienstleistungen. „Wir freuen uns über die Einigung mit Bosch und darüber, der bevorzugte Käufer für das Produktgeschäft für Sicherheits- und Kommunikationstechnik zu sein. Wir wollen das Management und die Mitarbeitenden dabei unterstützen, den starken Wachstumspfad, den das Unternehmen in jüngster Zeit verzeichnet, fortzusetzen – und das nicht nur durch bereitgestelltes Kapital, sondern auch durch unser Know-how aus der erfolgreichen Entwicklung anderer Unternehmen im Sicherheitsbereich“, sagt Claus von Hermann, Managing Partner und Co-lead des Industrial-Tech-Teams bei Triton. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als wertorientierten Investor im europäischen Mittelstand. Jüngst war es in nicht so freundlichem Bild in den Wirtschaftsnachrichten erschienen. Die deutsch-schwedische Private-Equity-Gesellschaft hatte als Antwort auf einen Handelsblatt-Bericht über Kritik an der Unternehmenskultur eine interne Ermittlung eingeleitet. Mit dem Kauf des Produktgeschäfts von Bosch Building Technologies sendet der Investor andere Neuigkeiten.
„BSCT passt ideal zu unserer Investitionsstrategie, marktführende Unternehmen weiterzuentwickeln. Sicherheit und professionelle Audiotechnik sind dabei Schwerpunkte innerhalb der Strategie von Triton für den Bereich Gebäudetechnik. Wir gehen davon aus, dass der Markt in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird, und sind überzeugt, dass BSCT gut positioniert ist, um davon zu profitieren. Unser Ziel ist es, in die Marken, die Technologie, den Vertrieb und die Vermarktungsstrategien des Unternehmens zu investieren“, sagt Sachin Jivanji, Investment Advisory Professional bei Triton. Die Verantwortlichen rekurieren auf die langjährige Erfahrung in der Ausgliederung von Geschäftsbereichen. Bosch, Siemens, Volkswagen und andere – fast die Hälfte aller seit der Gründung von Triton vor über 25 Jahren getätigten Investitionen im mittleren Marktsegment seien Ausgliederungen gewesen. "Die geplante Transaktion ist nach der Übernahme von Aventics (ehemals Rexroth Pneumatics) im Dezember 2013 die zweite Carve-out-Transaktion, die Triton mit Bosch durchführen will. Die Transaktion verdeutlicht das Vertrauen in Tritons Branchenkenntnis, seinen Plan zur Wertschöpfung und seine langjährige Partnerschaft mit führenden europäischen Unternehmen", heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Triton will weltweit alle dem BSCT-Produktgeschäft zugehörigen Standorte und Mitarbeitenden übernehmen. Laut Bosch-Angaben hat sich die Beteiligungsgesellschaft zudem in Deutschland verpflichtet, die im Zuge des Verkaufs getroffene Überleitungsvereinbarung einzuhalten, die eine Absicherung bestimmter Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden vorsieht.
Nach Verkauf aller drei Produktbereiche des Sicherheits- und Kommunikationsgeschäfts soll sich der Bosch-Geschäftsbereich Building Technologies künftig auf das Systemintegrationsgeschäft konzentrieren. Die Bosch-Kommunikationsabteilung teilt mit: "Nach der Transaktion wird Bosch Building Technologies mit rund 8.000 Mitarbeitenden in acht Ländern vertreten sein. Als herstellerunabhängiger Systemintegrator, mit einem umfassenden Portfolio an Energie- und Gebäudelösungen, will der Bereich zukünftig von der Digitalisierung und einer steigenden Kundennachfrage nach integrierten, intelligenten und domänenübergreifenden Gesamtlösungen in den Bereichen Gebäudesicherheit, Energieeffizienz und Gebäudeautomation profitieren."