An dem Expertenpanel unter dem Titel „From Egosystem to Ecosystem – Collaborative paths to Sustainable Mobility” nahmen mehr als 30 Organisationen und teilweise konkurrierende Partner teil, darunter etwa Vertreter der Volkswagen Group, BMW Group, Toyota, Schaeffler und Apple. „Ein wichtiger Punkt für die erfolgreiche Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte ist es, die Menschen bei ihren Gewohnheiten abzuholen. Die Schwelle muss niedrig sein, damit etwa selbstfahrende Mikrobusse oder Schienenfahrzeuge angenommen werden. Raus aus dem Konjunktiv und rein in die Praxis! Das treiben wir voran“, fasste Alexander Kraus, CTO Division Mobility bei TÜV Süd sowie Board Member bei der IEEE SA und Chairman of the Board bei der International Alliance for Mobility Testing and Standardization (IAMTS), die bestreben des Panels zusammen.
Ein erklärtes Ziel von TÜV Süd und den Partnern ist es, zertifizierte Testumgebungen für mobile Pilotprojekte zu schaffen, um die Folgenabschätzung für nachhaltige Mobilitätssysteme bewerten zu können. Als Beispiel wird das bereits bestehende Konzept der 15-Minuten-Stadt in Paris genannt: In 15 Minuten soll zu Fuß oder mit dem Rad jedes Ziel in der Stadt erreicht werden können.
Ein weiteres positives Beispiel für nachhaltige Mobilität ist in Kenia zu finden: In der Hauptstadt Nairobi wurden die bestehenden Verbrennerbusse durch solche mit Elektroantrieb ersetzt, was für spürbar bessere Luftqualität gesorgt hat, da die Menschen in Nairobi hauptsächlich damit unterwegs seien: „Man muss mit der Infrastruktur vor Ort arbeiten. Das sorgt nicht nur für Zustimmung, sondern auch für niedrigere Kosten“, resümmierte Doreen Orishaba, Managing Director BasiGo aus Ruanda.
Pascal Mast, Director Sustainable Technologies bei der TÜV Süd Division Mobility, fordert: „Nachhaltige Mobilität muss zwar überall auf der Welt anders organisiert werden. Trotzdem brauchen alle Stakeholder global verbindliche Standards und Rechtssicherheit, um die verschiedenen Konzepte umzusetzen und anhand konkreter Werte vergleichen zu können. Nur so werden wir die Mobilität von morgen realisieren können.“ Wichtige Grundlagen für den Wandel des Ökosystems Mobilität seien neue Technologien wie etwa alternative Antriebstechnologien, Software-basierte Fahrzeuge oder hochautomatisiertes Fahren, da sie zukünftig eine vernetzte, statt einer individuellen Mobilität ermöglichen würden, heißt es in der Meldung des TÜV Süd. Und gerade hier läge nach Auffassung der Partner ein enormes Potenzial zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor.