Überzeugen konnte das AZuR-Kolloquium nach Aussage der Verantwortlichen vor allem mit dem breiten Spektrum der vorgestellten Forschungsprojekte. Diskutiert wurden etwa der Einsatz von Pyrolyseruß aus Altreifen als nachhaltigem Füllstoff (M. Sc. Jeremy Kühne, FH Aachen), Hochwasserschutz- und Deichbauelemente der Zukunft aus Altgummigranulaten (Helmut Howe, NOAH) sowie HTC-Lignin als nachhaltiger Verstärkerfüllstoff für Elastomere (M. Sc. Andreas Sternad, FH Aachen). Prof. Dr. Christian Malek und Sebastian Schmitt vom :metabolon Institut der TH Köln gaben Einblicke in ihre Arbeit zur pyrolytischen Verwertung von Altreifengranulat respektive einem standardisierten Kriterienkatalog für die Runderneuerungsfähigkeit von Pkw-Altreifen, während M. Sc. Dennis Kleinschmidt von der Universität Paderborn über die Modifikation von Pyrolyseruß mittels Plasmaaktivierung referierte. Zudem widmete sich M. Sc. A. Rocha Vogel (Helmholtz Zentrum für Umweltforschung) mit seinem Projekt dem viel diskutierten Thema Reifenabrieb.
Christina Guth zeigte sich nicht nur von der Themenvielfalt, sondern auch vom Engagement der AZuR-Hochschulpartner begeistert. So hatte die FH Aachen als Gastgeber einen geführten Rundgang über den Campus Jülich entlang der Wertschöpfungskette des Kautschuks – inklusive Erforschung von Mikro-Organismen in der Biotechnologie – organisiert. In Workshops und Kleingruppen wurden darüber hinaus Themenkomplexe wie Pyrolyse, Devulkanisation und Reifenabrieb in vertiefter Form diskutiert. „Das heutige Kolloquium hat erneut wertvolle Impulse für die weitere Optimierung der nachhaltigen Weiterverwendung und Verwertung von Altreifen geliefert“, bilanziert Christina Guth erfreut. Ähnliches erhoffen sich die Verantwortlichen auch von der nächsten Auflage des Formats. Das AZuR-Kolloquium 2025 wird vom Institut für Kunststofftechnologie und Kunststoffverarbeitung der Universität Paderborn ausgerichtet.