Nach Bekanntwerden der Goodyear-Pläne im November vergangenen Jahres hatte sich unmittelbare Kritik seitens der Beschäftigten, der Arbeitnehmervertreter wie auch verschiedener Politiker geregt. Die Maßnahmen an den Standorten Fulda und Fürstenwalde treffen die jeweiligen Regionen hart. Erst Ende Januar fand in Brandenburg eine Kundgebung von Mitarbeiter:innen gegen die Schließungspläne statt.
Auf politischer Ebene bemüht sich unter anderem Brandenburgs SPD-Wirtschaftsminister Jörg Steinbach um eine Zukunft für das Reifenwerk in Fürstenwalde. Wie der rbb online berichtet, beharrt Goodyear auf seinen Plänen, die Reifenfertigung an dem brandenburgischen Standort einzustellen. Laut dem Bericht sprach Steinbach im Wirtschaftsausschuss im Landtag in Potsdam von "harten Positionen" auf der Goodyear-Seite. Gleichwohl sei "ein Stückchen Bewegung" bei dem Konzern erkennbar: Die Möglichkeit des Verkaufs des Standorts werde nach einer Information des Betriebsrats nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Allerdings dürften potenzielle Käufer angesichts des schwierigen Kautschukreifenmarktes nicht gerade Schlange stehen, so die Einschätzung Steinbachs in dem rbb-Beitrag.
Bis 2027 will Goodyear die Neureifenherstellung in Fürstenwalde sukzessive beenden. Mischungen für andere Goodyear-Reifenwerke sollen weiter produziert werden. Dadurch würden 750 der knapp 1.000 Arbeitsplätze entfallen. Der Stellenabbau soll voraussichtlich erst im kommenden Jahr beginnen. Gleiches gilt auch für das Reifenwerk in Fulda, das Goodyear bis Ende 2025 komplett dichtmachen will. Davon sind weitere etwa 1.000 Mitarbeiter:innen betroffen.