Die schwache Konjunktur und der Wandel zur E-Mobilität würden sozialverträgliche Anpassungen der Kapazitäten notwendig machen, heißt es in einer Meldung des Unternehmens. Die Automobilindustrie sähe sich mit niedrigen Verkaufszahlen und hohen Kosten für die Umstellung auf Elektroantriebe konfrontiert, was direkten Einfluss auf Zulieferbetriebe habe. Der vorläufige Kompromiss zum Abfedern dieser Auswirkungen sieht vor, dass die Tarifbeschäftigten am Multidivisionsstandort für die kommenden sieben Monate nur 32,5 Wochenstunden arbeiten. Ausgenommen von dieser Regelung sind Auszubildende, Duale Studenten sowie Mitarbeiter in Altersteilzeit, ebenso wie die Betriebe Aftermarket und ZF Engineering. Die Verträge jener Mitarbeiter, die in Teilzeit beschäftigt sind, werden anteilig und im selben Verhältnis abgesenkt. Personalleiter Marcus Giek erklärt dazu: „Damit fällt die Stundenabsenkung geringer aus als geplant. Das ist im Wesentlichen auf den solidarischen Beitrag der außertariflichen Arbeitnehmer und Führungskräfte zurückzuführen.“
Auch Standortleiter Manfred Süß ist zufrieden mit dem Kompromiss, der bedeutet, dass sich die Arbeitnehmer über eine deutliche Reduzierung ihres Jahresentgelts und verpflichtende freie Tage einbringen: „Wir mussten uns den rückläufigen Umsätzen stellen, gleichzeitig wollten wir betriebsbedingte Kündigungen unbedingt vermeiden. Mit dieser Betriebsvereinbarung beweist das Schweinfurter Team einmal mehr seine Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, aber auch seinen ausgezeichneten Zusammenhalt. Dafür danke ich jedem einzelnen Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin, aber auch dem Betriebsrat für die vertrauensvollen und zugleich zukunftsorientierten Verhandlungen.“
Da sich die reduzierte Arbeitszeit für die ZF-Mitarbeiter nicht in einem geringeren Monatsentgelt niederschlagen soll, können sie Zeitguthaben aus ihren betrieblichen Arbeitszeitkonten einbringen. Darüber hinaus soll das kommende Urlaubsentgelt auf Basis der regulären Arbeitszeit vor der Absenkung vergütet werden. Gemeinsam mit den Beschäftigten möchte das Standortleitungsteam jetzt die aktive Gestaltung der Zukunftsfähigkeit des Schweinfurter ZF-Standortes in Angriff nehmen. Hierzu Manfred Süß: „Die Automobilindustrie befindet sich in einem massiven Umbruch – nur die Unternehmen, die sich der neuen Marktsituation stellen und innovativ handeln, werden eine Zukunft haben. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Standort Schweinfurt wieder in die wirtschaftliche Erfolgsspur zurückbringen werden.“