Die beiden Continental-Referenten Jorge Almeida, Leiter Nachhaltigkeit des Reifenbereichs, und Prof. Dr. Burkhard Wies, Leiter der Abteilung Angewandte Forschung und Innovation des Reifenbereichs, werden gemeinsam die Konferenz mit einem Vortrag zur Nachhaltigkeitsstrategie des Reifenherstellers eröffnen. Zwei weitere Vorträge folgen noch am selben Tag, ein weiterer am Tag darauf. Thematisch werden sie sich einerseits mit der Analyse von Reifenabriebpartikeln unter realen Bedingungen befassen, andererseits soll ein Prüfgerät zur Messung von Energieverlusten in Gummiproben präsentiert werden. Im letzten Vortrag geht es dann um „Cokoon“, eine umweltfreundlichere Hafttechnologie für textile Festigkeitsträger.
Für die Erforschung von Reifen- und Straßenabrieb werden zuverlässige und exakte Messmethoden benötigt. Gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig und gefördert vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat Continental unter dem Projektnamen „Online-Analyse von luftgetragenen Reifenabriebpartikeln bei der Entstehung und Abgrenzung zu Partikeln anderer Herkunft“ (OLRAP) eine Studie durchgeführt. Ziel war es, ein ein Verfahren zu entwickeln, bei dem Reifenabriebpartikel unter verschiedenen Bedingungen bereits während ihrer Entstehung quantifiziert werden können. Die Ergebnisse wird Dr. Benjamin Oelze, Leiter der Entwicklung von Prüfverfahren für Reifenabrieb bei Continental, in seinem Vortrag am 5. März zusamenfassen und erläutern.
Am Tag zuvor wird Prof. Dr. Jorge Lacayo-Pineda, Continental-Experte für die Bewertung neuer Materialien, in einem Vortrag ein neuartiges Rückprallprüfgerät vorstellen, das eine dynamisch-mechanische Analyse der Hysteresekurve innerhalb von Millisekunden sichtbar machen kann. Dadurch könnten Informationen über Hystereseverluste in einer Gummiprobe gewonnen werden, die die Reifenindustrie benötigt, um den Energieverlust, der beim Kontakt zwischen Reifen und Straße entsteht, berechnen zu können. Dies sei ein wichtiger Faktor bei der Messung und Reduzierung von Rollwiderstand, so die Experten. Material mit hoher Rückprallelastizität verliere weniger Energie in Form von Wärme und trägt demnach zu einer besseren Kraftstoffeffizienz und geringeren CO2-Emissionen bei.
Ebenfalls um Nachhaltigkeit im Bereich Reifen geht es beim Vortrag über das Haftsystem Cokoon. Dr. Cornelia Schmaunz-Hirsch, im Reifenbereich von Continental zuständig für die Entwicklung neuer Haftvermittler und Festigkeitsträger, wird gemeinsam mit Dr. Yasin Sen, Experte für die Entwicklung von Haftsystemen bei Kordsa, einem globalen Anbieter von textilen Verstärkungsmaterialien, über den Entwicklungsprozess der dahinterstehenden Technologie referieren. „Diese Technologie ermöglicht die Verbindung von textilen Festigkeitsträgern mit Gummimischungen ohne den Einsatz von Resorcin und Formaldehyd im textilen Tauchbad. Hierbei handelt es sich um eine Schlüsselanwendungen in der Gummiindustrie, denn textile Festigkeitsträger finden breite Anwendung in der Reifenproduktion sowie in der Herstellung von technischen Gummiwaren wie Schläuchen und Förderbändern“, erklärt das Unternehmen. Cokoon steht allen Reifenherstellern und ihren Zulieferern als lizenzkostenfreie Open-Source-Lösung zur Verfügung.
„Continental verfolgt ehrgeizige Nachhaltigkeitsambitionen. In einer sich rasant entwickelnden Branche wie der Reifenindustrie wissen wir aber auch, dass einzelne übergeordnete Themen nur gemeinsam gelöst werden können“, ordnet Prof. Dr. Burkhard Wies ein. „Bereichsübergreifende Forschungsprojekte, der Austausch von Fachwissen und die Zusammenführung von Know-how sind hierfür die Grundlage. Daher ist für uns die Tire Technology Expo Konferenz so wichtig.“