Für die diesjährige Rematec-Ausgabe öffnete das Amsterdamer Messegelände vom 8. bis zum 10. April seine Türen. Sowohl unter den Fachbesucherinnen und Fachbesuchern wie auch auf Ausstellerseite registrierte der Veranstalter RAI Amsterdam eigenen Angaben zufolge einen gewohnt hohen Internationalisierungsgrad. Zur Bedeutung einer Präsenz auf der Rematec erläutert Alain Nay von Mobilians: „Die Wiederaufbereitung ist ein wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft, und es ist sehr wichtig für uns, hier zu sein. Wir vertreten etwa 50 Remanufacturing-Mitglieder in Frankreich und sind bestrebt, diese Zahl zu erhöhen, weil wir immer mehr Teile aus der Kreislaufwirtschaft benötigen und die Wiederaufbereitung einen großen Beitrag zur Entwicklung leistet.”
Auch bekannte Player der Zulieferindustrie wie etwa Forvia, Bosch oder ZF präsentieren dem Fachpublikum ihre Reman-Lösungen. Die Aftermarket-Sparte von ZF zeigte erstmals die Wabco Central Brake Unit für Nfz, deren erste Exemplare im Laufe des Jahres verfügbar sein sollen. Mit der digitalen Plattform CorExpedia will das Unternehmen ferner den Rücklaufprozess gebrauchter Altteile vereinfachen und in diesem Zuge unter anderem Abholservices direkt in der Werkstatt etablieren. Neben Komponenten von Wabco und Sachs beinhaltet die Plattform künftig auch ZF- und TRW-Produkte. Forvia wiederum rückte Reparlab, das Reparaturzentrum seiner Tochter Faurecia Clarion Electronics, in den Fokus seines Rematec-Auftritts. Seine entsprechenden Kompetenzen will der Konzern nach Aussage von Vanessa Picron, Vice President der Europa-Division von Faurecia Clarion Electronics, massiv ausbauen. Noch in diesem Jahr soll ein Reparaturzentrum in Großbritannien entstehen, mit dessen Hilfe Forvia die Reparlab-Geschäfte in den nächsten drei Jahren verdoppeln will.
Schwerpunktthemen Batterien und KI
Mögliche Recycling- und Reparaturlösungen sowie Second-Life-Anwendungen für Lithium-Ionen-Batterien wurden darüber hinaus im Rahmen der Battery Journey gebündelt. Ergänzende Fachvorträge lieferten vertiefende Einblicke in diese Bereiche und informierten darüber hinaus über zukünftige Mobilitätskonzepte. Passend hierzu wurden in Amsterdam etwa ein wasserstoffbetriebendes Eco-Fahrzeug der TU Delft sowie das Modell Phoenix der TU Eindhoven gezeigt. Letzteres besteht zu 75 Prozent aus recycelten Materialien. Themenfelder wie das Internet der Dinge (Internet of Things) sowie die Potenziale von KI im Remanufacturing-Prozess wurden im Rahmen der Messe ebenfalls beleuchtet. Die Remanufacturer of the Year Awards gingen in diesem Jahr an Mike Hague-Morgan von Autocraft (Bester Reman-Botschafter), Borg Automotive Reman (Bestes Reman-Unternehmen) und Valeo (Best Reman Public Choice).
„Zum Abschluss der diesjährigen Veranstaltung blicken wir mit Stolz auf die Brancheninnovationen, Partnerschaften und Diskussionen zurück, die die Zukunft des Remanufacturing-Sektors geprägt haben. Es war ein echtes Privileg, mit so vielen zukunftsorientierten Fachleuten zusammenzukommen, die sich alle für die Förderung von Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der Mobilität einsetzen”, so das Fazit von Kim Buitelaar-Wollenberg, Exhibition Manager der Rematec. „Wir danken unseren Ausstellern, Rednern und Teilnehmern für ihre unschätzbaren Beiträge – und ganz besonders danken wir unseren akademischen Partnern. Wir freuen uns darauf, diese Gespräche auch nach der Veranstaltung fortzusetzen.“ Die nächste Rematec Amsterdam findet vom 13. bis 15. April 2027 statt.
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