Wiederholt konnte Kumho in den letzten Jahren in einschlägigen Reifentests positiv auf sich aufmerksam machen. Das Kumho-Management sieht damit die Basis geschaffen, um auf dem europäischen Markt weiter zu wachsen. Aktuell erwirtschaftet der Reifenhersteller bereits mehr als ein Viertel seiner weltweiten Umsätze in Europa – das durchschnittliche Wachstum der hiesigen Geschäfte mit Blick auf Umsatz und Stückzahlen beziffern die Verantwortlichen gar auf 33 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Profitieren wollen die Koreaner dabei insbesondere von der zunehmenden Preissensibilität im Ersatzmarkt. Ungeachtet der Tatsache, dass Kumho sein Erstausrüstungsgeschäft in den letzten Jahren weltweit ausgebaut hat, wird der Löwenanteil der Reifen über den Aftermarket abgesetzt. 2024 verkaufte Kumho sieben von zehn Reifen im Ersatzmarkt, wobei hiervon wiederum mehr als ein Drittel (35,6 Prozent) auf Europa entfielen.
Etwas anders verhält es sich derweil (noch) im OE-Bereich. Hier ist Kumho insbesondere in China (35,6 Prozent) sowie in Korea (31,1 Prozent) stark vertreten. Insgesamt erzielt der Reifenhersteller gut ein Fünftel seines Absatzvolumens in heimischen Gefilden. „Es hilft uns natürlich sehr, einen so starken Heimatmarkt zu haben”, ordnet Marketing-Manager Ilhan Kurban ein. Seinen Ausführungen zufolge überflügelt Kumho in Korea damit auch die lokale Konkurrenz von Hankook und Nexen. Der Anteil von europäischen OE-Projekten am Gesamtvolumen in der Erstausrüstung ist mit 5,9 Prozent noch überschaubar. Die jüngsten Vereinbarungen auf diesem Feld – etwa mit dem VW Tiguan oder dem Cupra Terramar – belegen jedoch auch die Ambitionen in diesem Segment. Aktuell beliefert Kumho weltweit 159 Modelle von 32 Marken – rund ein Drittel davon alleine innerhalb des VW-Konzerns – mit werkseitigen Reifenoptionen. Beim Ausbau der diesbezüglichen Aktivitäten will das Kumho-Management vor allem in Europa künftig verstärkt Premium-Automobilhersteller sowie EV-Fahrzeugmodelle in den Blick nehmen.
Produktupdates für Consumer- und Commercial-Anwendungen
Gegenwärtig produziert Kumho in acht Fabriken weltweit rund 65 Millionen Reifeneinheiten jährlich, das Absatzvolumen in Europa liegt bei rund 15 Millionen Reifen. Die Versorgung der europäischen Kundschaft über das Containergeschäft sicherzustellen, ist dabei nicht immer einfach. Auch aus diesem Grund – und mit Blick auf die Wachstumspläne in Europa – ist ein zusätzliches Werk auf dem europäischen Kontinent weiter fester Bestandteil der Kumho-Agenda. Details zu diesem Vorhaben wurden in Frankfurt kaum kommuniziert. Klar ist offenbar nur, dass die finale Entscheidung zwischen zwei Ländern in Osteuropa fällt. „Wir befinden uns seit geraumer Zeit in Sondierungen und Gesprächen”, fasst Ilhan Kurban die Bemühungen zusammen.
Von einem europäischen Reifenwerk erhoffen sich die Kumho-Verantwortlichen Impulse sowohl in puncto Erstausrüstung als auch mit Blick auf den Ersatzmarkt. Hohe Erwartungen haben die Verantwortlichen diesbezüglich auch an die neuen Sommerprofile Ecsta Sport und Ecsta Sport S, die seit Kurzem in über 100 Größen verfügbar sind. Einblicke in deren Entwicklung und Marktpositionierung gaben im Vorfeld des Bundesligaspiels zwischen dem neuen Kumho-Partner Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart Matthias Bode und Stefan Küster vom Kumho Europe Technical Center (KETC). Bode verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die Ergebnisse eines Tests vom TÜV Süd, der den Kumho-Neuheiten überzeugende Leistungen vor allem in puncto Bremsperformance attestierte. Gegenüber dem Vorgängermodell realisierte der Hersteller Bodes Angaben zufolge zudem einen um 10 Prozent geringeren Rollwiderstand sowie eine um 17 Prozent verbesserte Laufleistung. „Wir wollten eine Reifenfamilie begründen, die ein weites Feld von Medium-UHP-Einsätzen bis hin zu Semi-Race abdeckt”, erläuterte Matthias Bode die Bedeutung der neuen Serie. Auch Stefan Küster, Manager Market Intelligence, unterstrich die Ambitionen der Marke: „Kumho ist ganz klar im Kommen!”
Dass sich das nicht nur auf das Consumer-Segment bezieht, machte wiederum Achim Golar, Sales Manager TBR, deutlich. Nach dem Wiedereinstieg in das europäische Lkw-Geschäft im vergangenen Jahr und Präsenzen auf Messen wie etwa der IAA Transportation will der Reifenhersteller seine Commercial-Aktivitäten weiter intensivieren. Dabei sollen auch die in Hannover präsentierten Produkte KXA31 und KD31 helfen, die in Kürze verfügbar sind. Insbesondere an die anwesenden Commercial-Profis gerichtet betonte Achim Golar: „Wir sind im Lkw- und Bus-Segment breit aufgestellt!” Genau das will Kumho im Laufe des Jahres auf weiteren Messen und Events unter Beweis stellen und hat dafür nach Aussage der Marketing-Verantwortlichen unter anderen die diesjährige Nufam im Blick.
„Gemeinsam mit Frankfurt wachsen”
Parallel zur Nfz-Messe in Karlsruhe könnte mit der Essen Motor Show ein weiterer Branchentermin Teil des Kumho-Jahreskalenders werden. Mit einer möglichen Teilnahme böte sich die Gelegenheit, die verstärkte UHP-Orientierung der eigenen Produkte zu präsentieren, heißt es seitens der Verantwortlichen. Parallel zu derartigen Auftritten setzt Kumho auf einen Mix aus Marketingmaßnahmen, um sein Markenprofil weiter zu schärfen. Neben vielfältigen Engagements im Fußball gehören dazu auch marktspezifische Ansätze. Aus diesem Grund tritt der Reifenhersteller in Spanien etwa im Basketballumfeld in Erscheinung, während in Frankreich der Rugby-Club Stade Toulousain als Werbeträger genutzt wird.
Hierzulande unzweifelhaft die größte Bedeutung hat jedoch die seit letztem Jahr bestehende Partnerschaft mit Eintracht Frankfurt – und das nicht nur aufgrund der Nähe zur Kumho-Zentrale in Offenbach sowie zum KETC in Mörfelden-Walldorf. In ihren Ausführungen anlässlich des diesjährigen Big Match Days betonten die Marketing-Verantwortlichen den hohen Markenwert und die Strahlkraft des Clubs auch über die Region hinaus. Die zuletzt guten Leistungen sorgten ferner dafür, dass entsprechende Social-Media-Inhalte mehr Aufmerksamkeit erhielten. Auch die gute Verkehrsanbindung der Stadt Frankfurt hoben die Verantwortlichen hervor. Insgesamt konnte der Reifenhersteller zum Spiel der Eintracht gegen Stuttgart sowie zum vorherigen Workshop rund 40 Gäste, Kunden und Partner begrüßen. Neben einem kompletten Kumho-Markenerlebnis ging es den Verantwortlichen insbesondere darum, die eigenen Ambitionen detailliert zu erläutern. Die entsprechenden Vorhaben brachte Ilhan Kurban abschließend wie folgt auf den Punkt: „Wir wollen gemeinsam mit Frankfurt wachsen!”
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