Abwärtstrend setzt sich fort

Michelin gibt Zahlen für das dritte Quartal des Jahres bekannt

Michelin Zentrale_webDie aktuelle Marktsituation hat für Michelin "erhebliche Absatzeinbußen und Produktionskürzungen in unseren Werken" zur Folge, so Unternehmens-Chef Florent Menegaux.  Foto: Michelin

Zwar führe die Strategie des Konzerns „weiterhin zu positiven Ergebnissen“ und die Widerstandsfähigkeit der Gruppe nähme weiter zu, so Michelin-Geschäftsführer Florent Menegaux, dennoch „sah sich Michelin in den letzten Monaten zunehmend mit konjunkturellen, klimatischen und geopolitischen Widrigkeiten konfrontiert. Diese wirken sich stark auf die meisten Märkte aus, vor allem auf die Erstausrüstung. Dies schlägt sich in erheblichen Absatzeinbußen und Produktionskürzungen in unseren Werken nieder.“

Die PC/LT-Reifennachfrage wird laut Unternehmen durch die Ersatzmärkte in Europa und Nordamerika gestützt und die Lagerbestände der Händler nähern sich der Normalität, wobei die Winterreifenbestände in Europa weiter aufgefüllt werden. Die OE-Nachfrage verschlechterte sich allmählich, mit einem Rückgang von 9 Prozent in Europa und 5 Prozent in Nordamerika.

Die Lkw-Reifenmärkte außerhalb Chinas spiegelten ein moderates Wirtschaftswachstum wider, wobei Nordamerika in der ersten Jahreshälfte durch massive Importe asiatischer Reifen belastet wurde. Die OE-Nachfrage schwächelte hier das ganze Jahr über, wobei die Nachfrage im dritten Quartal in Europa um 23 Prozent und in Nordamerika um 14 Prozent zurückging. Die Märkte für Spezialreifen waren in diesem Zeitraum uneinheitlich: Während die Märkte für Flugzeuge und Zweiräder nach oben tendierten, ging die OE-Nachfrage in der Landwirtschaft und im Baugewerbe stark zurück. Gleichzeitig war die Nachfrage im Bergbau aufgrund des allmählichen Abbaus von Lagerbeständen schwach.

In Summe bedeutet dies in den ersten neun Monaten des Jahres einen Umsatz von 20,2 Milliarden Euro, was, bei konstanten Wechselkursen, einem Rückgang um 3,4 Prozent entspricht. Der Absatz ging im Berichtszeitraum um 5,3 Prozent zurück, davon 7,1 Prozent im dritten Quartal, was den erheblichen Rückgang der Erstausrüstung in allen Segmenten, den konjunkturbedingten Gegenwind im Bergbau und die anhaltende Konzentration auf ausgewählte Marktsegmente widerspiegelt. Im Gegensatz dazu konnten steigende Verkaufszahlen bei PC/LT-Reifen von 18 Zoll und größer verzeichnet werden, womit Michelin seinen Marktanteil halten konnte.

Aufgrund dieses revidierten Szenarios für die Absatzmärkte muss der Reifenhersteller seine Erwartungen anpassen. Man rechnet nun damit, dass die Absatzmengen das Jahr in einer Spanne von -6 bis -4 Prozent beenden werden. Die Prognose für das Jahr 2024 wurde angepasst, wobei das Betriebsergebnis des Segments bei konstanten Wechselkursen nun bei rund 3,4 Milliarden Euro (gegenüber mehr als 3,5 Milliarden Euro zuvor) und der freie Cashflow ohne Fusionen und Übernahmen bei mehr als 1,7 Milliarden Euro (gegenüber mehr als 1,5 Milliarden Euro zuvor) liegen dürfte.

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