Aus für Cholet und Vannes bis spätestens 2026

Michelin will zwei französische Standorte schließen

Michelin CholetAm Standort Cholet werden überwiegend Llkw-Reifen bis 17 Zoll gefertigt.  Foto: Michelin

Wie auch bei der Bekanntgabe der Schließungspläne für Karlsruhe und Trier führen die Michelin-Verantwortlichen den “strukturellen Wandel der weltweiten Märkte für Pkw-, Llkw- und Lkw-Reifen” und die wachsende Billig-Konkurrenz aus Asien als Grund für die Maßnahmen an. Dies habe zu “strukturellen Überkapazitäten in einigen der Michelin-Werke für Pkw- und Lkw-Reifen in Europa geführt”. Die Entscheidung zur Schließung der Standorte Cholet und Vannes wurde Unternehmensangaben zufolge “als letzter Ausweg getroffen, nachdem alle alternativen Lösungen und Szenarien analysiert und bewertet worden waren”. In diesem Zusammenhang verweist der Konzern auch auf die “großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten", in denen sich die beiden Werke seit mehreren Jahren befunden hätten. In Cholet werden überwiegend Llkw-Reifen bis 17 Zoll gefertigt, während das Werk in Vannes Metallverstärkungen für die Reifenproduktion an anderen Michelin-Standorten herstellt. 

Michelin Vannes
In Vannes beschäftigt Michelin 299 Menschen. Foto: Michelin

Über die Entscheidung des Michelin-Managements wurden die 1.254 Mitarbeitenden in den beiden Werken am heutigen Dienstag (5. November) informiert. Bis zum 11. November ruht nun an beiden Standorten die Produktion für Gesprächs- und Verhandlungsrunden zwischen den Beschäftigten, Gewerkschaften und der Unternehmensleitung. Michelin will laut einer Mitteilung möglichst individuelle Lösungen für alle Betroffenen umsetzen. Die Möglichkeiten sollen von Vorruhestandsregelungen über interne Versetzungen bis hin zur Unterstützung bei Freistellungen – was voraussichtlich die Mehrzahl der Mitarbeitenden betreffen wird – gehen. Vorgesehen sind für letztere wiederum Beratungsangebote und Hilfe bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen sowie unter bestimmten Umständen auch befristete Ausgleichszahlungen für ein niedrigeres Gehalt bei einem neuen Arbeitgeber. Zudem will Michelin auch die beiden Gemeinden unterstützen und dort “mindestens so viele Arbeitsplätze schaffen, wie abgebaut wurden”. Dabei verweisen die Verantwortlichen auf frühere Revitalisierungsprojekte in Orten wie Joué-Les-Tours und La Roche-sur-Yon, bei denen das bereits gelungen sei. 

Für die genannten Maßnahmen hat der Reifenhersteller in seinen konsolidierten Finanzergebnissen für das Jahr 2024 eine Rückstellung in Höhe von rund 330 Millionen Euro ausgewiesen. Zugleich betonen die Verantwortlichen: “Frankreich ist ein zentrales und strategisches Land für die Gruppe, in dem Michelin kontinuierlich investiert.”

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